Xiaomi: Aktie erholt sich um 1,72 Prozent
Xiaomi korrigiert sein Smartphone-Absatzziel für 2026 auf 110 Millionen Einheiten nach oben, gestützt durch sinkende Speicherchip-Preise und starke Verhandlungsposition.

- Absatzziel auf 110 Millionen Einheiten erhöht
- Entspannung bei Speicherchip-Preisen als Treiber
- Aktie erholt sich leicht im Hongkong-Handel
- Rückkaufprogramm und IFA-Debüt geplant
Xiaomi korrigiert seine Wachstumspläne für 2026 nach oben. Der chinesische Elektronikkonzern hebt das Absatzziel für Smartphones im laufenden Jahr überraschend von 90 auf 110 Millionen Einheiten an. Grund ist eine Stabilisierung der Preise für Speicherchips wie DRAM und NAND, nachdem interne Prognosen zuvor mehrfach wegen der angespannten Komponentenlage gesenkt worden waren.
Die Kehrtwende markiert einen deutlichen Kontrast zu Berichten vom Juli, wonach Xiaomi seine ursprünglichen Produktionsziele für 2026 von 135 Millionen auf zeitweise nur noch 95 Millionen Einheiten zusammenstreichen musste. Nikkei Asia hatte berichtet, dass Halbleiterhersteller ihre Kapazitäten zugunsten margenstärkerer KI-Chips umschichten und dadurch Lieferengpässe für Smartphone-Komponenten verschärfen. Dass Xiaomi nun wieder nach oben korrigiert, deutet auf eine Entspannung bei den Speicherpreisen hin – ein Faktor, der die gesamte Branche zuletzt belastet hatte.
Die Aktie reagierte auf die Nachricht mit einer leichten Erholung im Hongkong-Handel um 1,72 Prozent auf 27,14 Hongkong-Dollar, gestützt zusätzlich durch das laufende Aktienrückkaufprogramm.
Preisdruck bei Zulieferern nimmt zu
Xiaomi steht mit seinem Widerstand gegen steigende Komponentenpreise nicht allein da. Jiemian News berichtete Ende Juli, dass auch die Wettbewerber OPPO und Vivo zunehmend gegen Preiserhöhungen ihrer Zulieferer vorgehen. OPPO und Vivo sollen demnach aktuelle Preisangebote von Samsung Electronics für das dritte Quartal abgelehnt haben. Die geballte Verhandlungsmacht der chinesischen Hersteller könnte den Preisdruck bei Speicherchips weiter dämpfen und die nun angehobenen Absatzziele von Xiaomi stützen.
Im globalen Smartphone-Markt bleibt Xiaomi trotz eines branchenweiten Rückgangs gut positioniert. Das Marktforschungsunternehmen Omdia bestätigte für das zweite Quartal 2026 einen Rückgang des weltweiten Smartphone-Absatzes um 4 Prozent. Xiaomi verteidigte in diesem Umfeld mit einem Marktanteil von 11 Prozent den dritten Platz hinter Samsung mit 22 Prozent und Apple mit 20 Prozent.
Gewinn unter Druck, Rückkaufprogramm läuft
Die Zahlen für das erste Quartal 2026 zeigten deutliche Spuren der Komponentenkrise. Xiaomi meldete einen Umsatz von 99,1 Milliarden Renminbi, umgerechnet rund 13,7 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Nettogewinn sank im Jahresvergleich um 43,1 Prozent auf 6,1 Milliarden Renminbi. Der Gewinn nach allgemeinen Rechnungslegungsstandards fiel noch stärker: Er brach um 57 Prozent auf 4,72 Milliarden Renminbi ein. Belastet wurde das Ergebnis durch hohe Komponentenpreise sowie durch die laufenden Investitionen in die Elektrofahrzeugsparte, die im ersten Quartal bereits 19,9 Milliarden Renminbi Umsatz beisteuerte.
Um das Vertrauen der Anleger zu stärken, hatte der Verwaltungsrat Ende Juni ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar autorisiert, umgerechnet etwa 2,55 Milliarden US-Dollar. Die Rückkäufe sollen über die kommenden zwölf Monate aus vorhandenen Barmitteln finanziert werden.
Auf strategischer Ebene treibt Xiaomi seine internationale Expansion voran. Für September 2026 ist das offizielle Debüt auf der IFA in Berlin angekündigt, flankiert von geplanten Investitionen in Höhe von 7,4 Milliarden Euro in KI-Forschung und -Entwicklung in Europa für den Zeitraum 2026 bis 2028. Im Elektrofahrzeugbereich stellte das Unternehmen zudem das SUV-Modell mit dem Codenamen „Sky Nomad“ vor, das mit einer Länge von über 5,3 Metern die Expansion im EV-Segment vorantreiben soll.
Ausblick: Halbjahreszahlen im August
Am Kapitalmarkt hat sich die Aktie zuletzt stabilisiert. Der aktuelle Kurs von 3,00 Euro liegt über dem 50-Tage-Durchschnitt von 2,92 Euro, was auf eine kurzfristige Erholungstendenz hindeutet. Über die vergangenen 30 Tage legte der Titel um 16,96 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 30,72 Prozent zu Buche – die Aktie hat sich vom 52-Wochen-Hoch bei 6,51 Euro aus dem September 2025 noch nicht annähernd erholt.
Der nächste wichtige Termin steht für den 18. August 2026 fest: An diesem Tag veröffentlicht Xiaomi seine Halbjahreszahlen und dürfte damit erste konkrete Hinweise liefern, ob die angehobenen Absatzziele auch profitabel umgesetzt werden können.
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