Xiaomi Aktie: Europa-Verkaufsstart 2027 bestätigt
Xiaomi bereitet den Europa-Vertrieb seiner Elektroautos ab 2027 vor, während die Aktie trotz wachsender Auslieferungen deutlich unter Druck bleibt.

- Europa-Verkaufsstart für 2027 bestätigt
- SU7 und YU7 führen Modelloffensive
- Juli-Auslieferungen steigen um 2,7 Prozent
- Xiaomi-Aktie verliert seit Jahresbeginn 30 Prozent
Xiaomi macht bei seiner Auto-Sparte ernst: Der chinesische Technologiekonzern bestätigt den Verkaufsstart seiner Elektrofahrzeuge in Europa für 2027. Eine internationale Website ist bereits online, seit dem 26. August betreibt Xiaomi Auto zudem einen eigenen Account bei X. Der Vorstoß nach Europa markiert einen Strategiewechsel für ein Unternehmen, das bislang vor allem in China wächst.
SU7, YU7 und Skynomad sollen den Weg ebnen
Ins Rennen schickt Xiaomi seine bekannten Modelle: die Limousine SU7, das SUV YU7 sowie den Skynomad, ein Elektro-Hybrid mit verlängerter Reichweite (EREV) mit sieben Sitzen, 5,28 Metern Länge und einer Batteriekapazität von 76 kWh, die rund 500 Kilometer elektrische Reichweite ermöglichen soll.
Die Ultra-Versionen der Modelle bringen es auf bis zu 1.547 PS. Seit dem Marktstart 2024 hat Xiaomi nach eigenen Angaben rund 500.000 Einheiten des SU7 verkauft, zusammen mit dem seit Februar 2025 erhältlichen YU7 kommt der Konzern auf etwa 760.000 ausgelieferte Fahrzeuge. Für die Europa-Pläne hat Xiaomi bereits ein Forschungszentrum in München eingerichtet.
Konkrete Präsenz zeigt der Konzern auch auf der IFA 2026 in Berlin, wo er die Modelle SU7 Max, SU7 Ultra und die Studie Vision GT ausstellt. Die Technikmesse dient damit als Bühne, um europäische Kunden frühzeitig mit der Marke vertraut zu machen, bevor der reguläre Verkauf beginnt.
Frisches Zahlenmaterial aus dem operativen Geschäft liefert der jüngste Modell-Test des Skynomad N90 Max: Bei einer Fahrt von Shanghai nach Peking mit vier Personen an Bord erreichte das Fahrzeug rund 1.230 Kilometer, im Eco-Modus sogar eine Gesamtreichweite von etwa 1.284 Kilometern.
Die Auslieferungszahlen von Xiaomi Auto lagen im Juli bei 31.267 Einheiten, ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – ein moderates Wachstumstempo im Vergleich zu den Sprüngen der Vorjahre.
Wettbewerb in Europa wird härter
Xiaomi ist mit seinen Europa-Ambitionen nicht allein. Auch Huawei, Li Auto und weitere chinesische Hersteller drängen auf den europäischen Markt. Der Marktanteil chinesischer Marken in Europa lag im ersten Halbjahr 2026 bereits bei 9 Prozent, in Großbritannien sogar bei 15 Prozent.
Analysten von AlixPartners erwarten, dass chinesische Hersteller bis 2030 einen Marktanteil von 16 Prozent in der EU erreichen könnten. Xiaomi selbst peilt bis dahin einen Platz unter den fünf führenden Premiummarken in Deutschland an und hat dafür bereits Ingenieure von BMW, Porsche und Tesla abgeworben.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse zeigt sich die Aktie von den Auto-Ambitionen bislang unbeeindruckt. Am Montag schloss das Papier bei 3,03 Euro, ein Minus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 30 Prozent im Minus, verglichen mit dem 52-Wochen-Hoch von 6,54 Euro aus dem September vergangenen Jahres notiert sie derzeit rund 54 Prozent tiefer.
Anleger scheinen die langfristigen Wachstumsversprechen im Automobilgeschäft aktuell gegen die kurzfristige Schwäche im Kerngeschäft abzuwägen. Die für 2027 angekündigte Europa-Einführung bleibt vorerst ein Zukunftsversprechen, dessen Wirkung sich erst zeigen muss, wenn die ersten Fahrzeuge tatsächlich auf europäischen Straßen fahren.
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