Xiaomi Aktie: Gewinn verdoppelt auf 0,37 Yuan

Xiaomi-Aktie erholt sich mit starkem Wochenplus, doch der Abwärtstrend bleibt bestehen. Quartalszahlen und EV-Marge stützen die positive Entwicklung.

Die Kernpunkte:
  • Stärkste Wochenperformance seit Monaten
  • Quartalszahlen zeigen operative Erholung
  • EV-Geschäft mit bemerkenswerter Bruttomarge
  • Langfristiger Abwärtstrend bleibt intakt

Xiaomi liefert die stärkste Wochenperformance seit Monaten. Der Schlusskurs vom Freitag liegt bei 3,16 Euro, ein Plus von 3,9 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Anstieg von 11 Prozent zu Buche. Wer nüchtern hinschaut, findet Argumente dafür, dass hier mehr passiert als ein kurzer technischer Ausschlag.

Das Chartbild stabilisiert sich

Die Aktie notiert aktuell 9,2 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Zum 200-Tage-Durchschnitt bleibt sie mit -12 Prozent aber weiterhin im Abwärtstrend gefangen. Auf 30-Tage-Sicht steht immerhin ein Plus von 6,0 Prozent – ein Hinweis, dass hier mehr als reine Erholungskäufe laufen.

Besonders auffällig: Der Abstand zum 52-Wochen-Tief von Ende Juni beträgt inzwischen 35 Prozent. Keine acht Wochen ist es her, dass die Aktie auf diesem Niveau notierte. Wer damals eingestiegen ist, sitzt bereits auf einem soliden Polster.

Quartalszahlen als Auslöser – mit Nuancen

Der Kursschub fällt zeitlich mit den Zahlen zum zweiten Quartal 2026 zusammen, die Xiaomi am 18. August vorgelegt hat. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um 6,1 Prozent auf 108,92 Milliarden Yuan. Gegenüber dem Vorquartal legte er aber deutlich zu.

Auf den ersten Blick liest sich das gemischt. Der Markt hat die Zahlen trotzdem positiv aufgenommen. Das deutet darauf hin, dass Investoren über den reinen Jahresvergleich hinausblicken.

Der genauere Blick lohnt sich. Der bereinigte Gewinn fiel im Jahresvergleich um 42,6 Prozent – auf den ersten Blick ein Einbruch. Von Quartal zu Quartal aber hat sich der Gewinn pro Aktie von 0,18 Yuan auf rund 0,37 Yuan mehr als verdoppelt. Das erste Quartal markierte offenbar den operativen Tiefpunkt.

Diese Unterscheidung ist wichtig: Die Schlagzeilen zum Gewinneinbruch beziehen sich auf den harten Jahresvergleich. Die operative Entwicklung von Quartal zu Quartal zeigt dagegen bereits eine klare Erholung.

Das Elektroauto-Geschäft stützt die These

Der zweite Pfeiler der aktuellen Stärke liegt im EV-Geschäft. Xiaomi meldet eine Bruttomarge von 19,2 Prozent im Automobilsegment, dazu starkes Fahrzeugwachstum. Für einen relativ jungen Anbieter ist das ein bemerkenswerter Wert.

Hinzu kommt eine Liquiditätsposition von rund 219 Milliarden Yuan. Bei dieser Größenordnung muss sich niemand Sorgen um kurzfristige Finanzierungsengpässe machen – ein Punkt, der in volatilen Tech-Märkten zählt.

Die Skepsis bleibt berechtigt

Wer jetzt bullish wird, blendet die Risiken besser nicht aus. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 27 Prozent zu Buche, auf Zwölf-Monats-Sicht sind es sogar 44 Prozent. Der Weg zurück zu alter Stärke ist lang.

Zum 52-Wochen-Hoch von 6,54 Euro beträgt der Abstand weiterhin 52 Prozent. Von einer nachhaltigen Trendwende im großen Bild kann also noch keine Rede sein. Die annualisierte Volatilität von 61 Prozent auf 30-Tage-Sicht zeigt zudem: Xiaomi bleibt ein Nervenkitzel-Investment.

Kein Wunder, dass die Stimmung in der Anleger-Community aktuell nur als neutral gilt.

Fazit: Der Boden scheint erreicht, der Beweis fehlt noch

Stabiles Chartbild, verbesserte Kennzahlen von Quartal zu Quartal und eine robuste EV-Marge sprechen dafür, dass Xiaomi operativ die Talsohle durchschritten hat. Der RSI von 57 signalisiert weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen. Nach oben bleibt also Luft, ohne dass die Aktie bereits heißgelaufen ist.

Entscheidend wird, ob sich die Verbesserung im dritten Quartal fortsetzt und ob das EV-Geschäft seine Marge halten kann. Gelingt das, hat die aktuelle Rally das Potenzial für eine echte Erholung. Scheitert die Bestätigung, dürfte der Titel schnell zurück in den langfristigen Abwärtstrend fallen.

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