Xiaomi Aktie: KGV 2027 bei 16 gegen 25er Schnitt

Bernstein bestätigt Xiaomi trotz niedrigerem Kursziel positiv. Europas Autostart ist für 2027 vorgesehen, während KI-Investitionen steigen.

Die Kernpunkte:
  • Bernstein senkt Xiaomi-Kursziel auf 38 Hongkong-Dollar
  • Europäischer Autostart für 2027 vorgesehen
  • Regulatorische Fragen zur Zulassung bleiben offen
  • Xiaomi plant 60 Milliarden Yuan für KI

Xiaomi steht im Sektorvergleich weiter gut da – trotz gesenkter Erwartungen. Die Analysten von Bernstein haben ihr Kursziel für die Aktie Mitte August von 43 auf 38 Hongkong-Dollar reduziert, das Rating „Outperform“ jedoch bestätigt. Auch für BYD wurde das Kursziel von 136 auf 130 Hongkong-Dollar gekappt, das Haus sieht den Konkurrenten weiterhin als Top-Pick im chinesischen Elektroauto-Sektor.

Bemerkenswert ist die Begründung für die anhaltende Zuversicht bei Xiaomi: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2027 liegt bei rund 16, deutlich unter dem historischen Durchschnitt von 25. Bernstein wertet das als Signal dafür, dass der Markt das langfristige Potenzial des Unternehmens noch nicht vollständig einpreist – trotz der zuletzt schwächeren Kursentwicklung.

Europa-Expansion als zweite Baustelle

Parallel zur Analystendebatte treibt Xiaomi seine Auto-Ambitionen in Europa voran. Auf der IFA in Berlin unterzeichnete der Konzern Anfang September Absichtserklärungen mit acht deutschen Händlergruppen. Der offizielle Marktstart in Europa ist für 2027 geplant, Testfahrten laufen bereits in Schweden, Deutschland, Spanien und Italien an insgesamt sieben Standorten, darunter der Nürburgring.

Allerdings bleiben zentrale regulatorische Fragen offen: Eine EU-Typgenehmigung wurde nach Berichten noch nicht beantragt, ein rechtlicher Vertreter in der EU fehlt bislang.

Auch die Zollklassifizierung ist unklar – je nach Einordnung könnte allein die Zollspanne bei einem Fahrzeug im Wert von 50.000 Euro einen Unterschied von umgerechnet rund 8.000 Dollar ausmachen. In China hat Xiaomi seit März 2024 kumuliert mehr als 700.000 Fahrzeuge ausgeliefert, das Modell SU7 knackte binnen 28,5 Monaten die Marke von 500.000 Auslieferungen.

Finanziell schlägt sich das Autogeschäft bislang noch negativ nieder: Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete das Segment, das neben dem Fahrzeuggeschäft auch KI-Aktivitäten umfasst, einen Verlust von 2,6 Milliarden Yuan.

Investitionen in KI als strategischer Hebel

Neben Autos und Smartphones setzt Xiaomi verstärkt auf künstliche Intelligenz. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben stiegen im ersten Quartal 2026 um 33,4 Prozent auf 9 Milliarden Yuan, mittlerweile arbeiten mehr als 26.000 Mitarbeiter in der F&E-Abteilung. Das hauseigene Sprachmodell MiMo-V2.5-Pro belegt nach Angaben von Artificial Analysis weltweit Platz eins unter Open-Source-Modellen.

Konzernchef Lei Jun kündigte zudem Investitionen von 60 Milliarden Yuan in KI-Technologien über die kommenden drei Jahre an. Die Strategie zielt darauf ab, Smartphones, Autos und Smart-Home-Produkte über eine gemeinsame KI-Plattform zu vernetzen – ein Ansatz, der sich auch in den jüngsten Produktankündigungen widerspiegelt.

Die Aktie notiert am Freitag bei 3,11 Euro, nach einem Tagesplus von 2,4 Prozent. Auf Jahressicht bleibt der Kurs mit einem Minus von 28 Prozent aber deutlich im roten Bereich – ein Hinweis darauf, dass die Anleger die langfristigen Wachstumsstorys rund um Auto und KI bislang nur zögerlich honorieren.

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