Xiaomi Aktie: Lieferziele um 30 Prozent gekürzt
Xiaomis E-Auto-Sparte liefert Rekordzahlen, während das Smartphone-Geschäft unter steigenden Chipkosten leidet. Der Aktienkurs fällt.

- E-Auto-Auslieferungen über 30.000 Einheiten
- Smartphone-Lieferziele um 30% gekürzt
- Steigende Chipkosten belasten Mittelklasse
- Milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm gestartet
Starke Nachfrage auf der Straße, massive Probleme in der Fabrik. Bei Xiaomi klaffen Realität und Stimmung derzeit weit auseinander. Während die junge Elektroauto-Sparte von Rekord zu Rekord eilt, bricht das traditionelle Smartphone-Geschäft ein. Der Konzern zieht nun die Notbremse.
Elektroautos auf der Überholspur
Xiaomis Autogeschäft wächst rasant. Im Juni 2026 lieferte der Konzern mehr als 30.000 Fahrzeuge aus. Damit überschreitet das Unternehmen diese Marke den dritten Monat in Folge. Für das gesamte erste Halbjahr stehen über 180.000 Einheiten in den Büchern.
Das Jahresziel liegt bei einer halben Million Fahrzeugen. Bisher hat Xiaomi rund ein Drittel davon erreicht. Konkurrent Nio steht im Vergleich bei knapp 42 Prozent.
Margendruck im Kerngeschäft
Ganz anders sieht es bei den Smartphones aus. Xiaomi kürzt seine Lieferziele für 2026 um bis zu 30 Prozent. Es ist bereits die zweite Anpassung in diesem Jahr. Der Grund: Wichtige Bauteile wie Speicherchips und Leiterplatten werden drastisch teurer.
Die KI-Branche saugt den Weltmarkt für Arbeitsspeicher leer. Analysten erwarten im dritten Quartal weitere Preissteigerungen von bis zu 50 Prozent. Premium-Hersteller wie Apple haben langfristige Verträge. Xiaomi trifft der Preisschock dagegen voll.
Besonders in der Mittelklasse kann das Unternehmen die Mehrkosten kaum an die Kunden weitergeben. Die Folge: Xiaomi riskiert Marktanteile. Neue Produkte könnten sich verspäten oder zum Start knapp sein.
Milliarden für den Kurs
Um den Absturz an der Börse zu bremsen, kauft Xiaomi massiv eigene Papiere. Ein unabhängiger Broker sammelt in Hongkong Aktien für bis zu vier Milliarden HK-Dollar ein. Das Programm läuft automatisch ab. Es ist Teil eines größeren Plans über 20 Milliarden HK-Dollar.
Die Börse reagiert nervös auf die gemischte Nachrichtenlage. Am Mittwoch notiert die Aktie bei 2,50 Euro und verzeichnet ein leichtes Tagesplus. Seit Jahresbeginn hat das Papier jedoch über 44 Prozent an Wert verloren. Ende Juni markierte der Kurs bei 2,34 Euro ein neues Jahrestief.
Technisch gilt die Aktie aktuell als stark überverkauft. Der Blick richtet sich nun auf das zweite Halbjahr. Xiaomi plant neue Automodelle der YU7-Serie und fährt eine zweite Fabrik hoch. Diese Expansion muss die Schwäche im Smartphone-Sektor zwingend ausgleichen.
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