Xiaomi Aktie: MiMo V2.5 führt KI-Ranking an
Xiaomi verzeichnet deutlichen Gewinnrückgang, doch der Aktienkurs steigt dank Aktienrückkäufen und KI-Fortschritten. Roboter-Debüt als neuer Hoffnungsträger.

- Gewinn bricht um 42,6 Prozent ein
- Aktienrückkäufe stützen den Kurs
- Roboter-Debüt auf Weltkonferenz
- KI-Modell erreicht Spitzenplatz im Ranking
Xiaomi meldet einen Gewinneinbruch von über 40 Prozent. Die Aktie reagiert trotzdem mit Kursgewinnen. Diese Diskrepanz zeigt: Anleger blicken bei Xiaomi derzeit weniger auf die Quartalszahlen als auf die Zukunftsstory.
Der Titel schloss am Donnerstag bei 3,05 Euro, ein Plus von 0,8 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht sogar ein Anstieg von 6,8 Prozent zu Buche. Auffällig: Der jüngste Kursverlauf widerspricht dem, was die Bilanz eigentlich zeigt.
Umsatz und Gewinn schrumpfen deutlich
Xiaomi legte am 18. August seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Der Umsatz sank um 6,1 Prozent auf 108,9 Milliarden Yuan. Der bereinigte Nettogewinn brach sogar um 42,6 Prozent auf 6,2 Milliarden Yuan ein.
Gleichzeitig investiert Xiaomi kräftig in die Zukunft. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben stiegen um 19 Prozent auf 9,2 Milliarden Yuan. Die Investitionsausgaben erreichten 3,6 Milliarden Yuan.
Das Smartphone-Geschäft bleibt die größte Baustelle. Der Umsatz in diesem Segment fiel um 7,5 Prozent auf 42,1 Milliarden Yuan. Grund waren vor allem geringere Absatzmengen — Xiaomi lieferte weltweit 31,2 Millionen Smartphones aus, bei einer Bruttomarge von 8,5 Prozent.
Ein Lichtblick: Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Gerät stieg um rund 300 Yuan gegenüber dem Vorjahr. CFO William Lu erklärte, dies sei ein Rekordwert. Höhere Preise konnten den Mengenrückgang aber nicht ausgleichen.
Warum der Kurs trotzdem steigt
Trotz sinkender Umsätze hält Xiaomi seine globale Marktposition. Im zweiten Quartal kam das Unternehmen auf einen Smartphone-Marktanteil von 11,5 Prozent — Platz drei hinter Samsung mit 22,3 und Apple mit 20,3 Prozent. Es ist bereits das 24. Quartal in Folge mit einer Top-3-Position.
Parallel dazu kauft Xiaomi eigene Aktien zurück. Bis zum 13. August erwarb das Unternehmen 2026 rund 377,5 Millionen Aktien im Wert von 11,7 Milliarden Hongkong-Dollar. Solche Rückkäufe stützen den Kurs unabhängig von der operativen Entwicklung.
Laut Bloomberg-Daten legte die Aktie seit Ende Juni in Hongkong um fast 20 Prozent zu. Davor lagen vier Verlustquartale in Folge, ausgelöst durch schwache Smartphone-Nachfrage und hohe Komponentenkosten. Die aktuelle Erholung deutet darauf hin, dass Anleger den Kostendruck als beherrschbar einstufen.
Roboter und KI als neue Wachstumsfelder
Xiaomi setzt zunehmend auf Themen jenseits des Smartphone-Geschäfts. Präsident Lu Weibing bestätigte auf der Telefonkonferenz das öffentliche Debüt des Xiaomi-Roboters. Die Vorstellung findet auf der World Robot Conference vom 19. bis 23. August in Peking statt.
Der erste Einsatzbereich liegt laut Lu in der intelligenten Fertigung. Dort sollen Roboter manuelle Arbeiten in Fabriken übernehmen.
Auch bei künstlicher Intelligenz meldet Xiaomi Fortschritte. Das KI-Modell MiMo V2.5 belegte im August den ersten Platz im globalen Ranking für Open-Source-Modelle. Das Nutzungsvolumen versechsfachte sich binnen zwei Monaten, und Xiaomi generiert bereits Umsatz über API-Aufrufe und Token-Pläne.
Der Kontrast bleibt bestehen: operatives Geschäft unter Druck, Zukunftsfelder im Aufbau. Die Aktie notiert derzeit rund 53 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 6,54 Euro aus dem September 2025. Ob Roboter und KI-Modelle das schwächelnde Smartphone-Geschäft langfristig kompensieren können, wird sich an den kommenden Quartalszahlen zeigen müssen.
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