Xiaomi Aktie: Nur 11 Prozent des Rückkaufs genutzt

Xiaomi nutzt nur elf Prozent seines Rückkaufprogramms, was die ohnehin schwache Anlegerstimmung zusätzlich belastet.

Die Kernpunkte:
  • Nur elf Prozent des Rückkaufvolumens genutzt
  • Smartphone-Umsatz und Gewinn brechen ein
  • Elektroauto-Sparte wächst, bleibt aber defizitär
  • Internationale Expansion in Europa geplant

Die Aktie von Xiaomi ist am Freitag in Hongkong unter Druck geraten. Auslöser war die Erkenntnis, dass der Konzern von seinem genehmigten Aktienrückkaufprogramm über 20 Milliarden Hongkong-Dollar bislang nur einen Bruchteil genutzt hat. Das Papier schloss in Hongkong bei 26,72 Hongkong-Dollar, ein Minus von 1,55 Prozent. Die Zurückhaltung beim Rückkauf trifft auf ohnehin angeschlagene Anlegerstimmung, nachdem Xiaomi zuletzt mit schwachen Quartalszahlen enttäuscht hatte.

Nur elf Prozent des Rückkaufvolumens abgerufen

Seit dem 3. Juni hat Xiaomi 89,18 Millionen eigene Aktien zurückgekauft, umgerechnet 0,35 Prozent aller ausstehenden Papiere. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 24,62 Hongkong-Dollar. Von den genehmigten 20 Milliarden Hongkong-Dollar wurden damit erst 2,2 Milliarden Hongkong-Dollar eingesetzt – gerade einmal elf Prozent der Ermächtigung. Rund 89 Prozent des Volumens bleiben ungenutzt. Für Anleger ist das ein zwiespältiges Signal: Einerseits zeigt der Rückkauf grundsätzliches Vertrauen des Managements in die eigene Aktie, andererseits nährt die geringe Ausschöpfung Zweifel, ob der Vorstand den aktuellen Kurs tatsächlich für unterbewertet hält oder das Kapital lieber für andere Zwecke zurückhält.

Die Zurückhaltung fällt in eine Phase, in der Xiaomi ohnehin mit operativen Problemen kämpft. Im ersten Quartal brach der bereinigte Nettogewinn um 43 Prozent auf 6,1 Milliarden Yuan ein und verfehlte damit die Konsenserwartung von 6,4 Milliarden Yuan deutlich. Der Smartphone-Umsatz sank um 12,5 Prozent auf 44,3 Milliarden Yuan, während die Bruttomarge in diesem Segment von 12,4 auf 10,1 Prozent abrutschte. Das margenschwächere Kerngeschäft trifft den Konzern damit an seiner traditionell wichtigsten Ertragsquelle.

Elektroauto-Sparte wächst, verliert aber weiter Geld

Etwas Licht in den Zahlen liefert das Elektroauto-Geschäft: Der Umsatz in diesem Segment legte um 5,1 Prozent auf 19 Milliarden Yuan zu. Allerdings bleibt der Bereich mit einem operativen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan tief in den roten Zahlen. Xiaomi investiert damit weiterhin kräftig in den Aufbau seiner Fahrzeugsparte, ohne dass sich dies bislang in der Gewinn- und Verlustrechnung auszahlt. Die nächsten Zwischenergebnisse will der Vorstand am 18. August vorlegen – ein Termin, den Investoren als Gradmesser dafür nutzen dürften, ob sich die Margenerosion im Smartphone-Geschäft fortsetzt oder stabilisiert.

Strategisch setzt Xiaomi zugleich auf internationale Expansion im Elektroautomarkt. Gemeinsam mit chinesischen Wettbewerbern wie Huawei, Li Auto und Xpeng plant der Konzern einen verstärkten Vorstoß nach Europa, mit Fokus auf das Premiumsegment. Xiaomi selbst peilt einen Markteintritt in Deutschland an und will bis 2030 zu den fünf führenden Premiummarken in Europa zählen. Firmenchef Lei Jun formulierte das Ziel, „weltweit führende Fahrzeuge“ zu bauen. Chinesische Marken kamen im ersten Halbjahr bereits auf neun Prozent der Neuzulassungen in Europa und sogar 15 Prozent in Großbritannien; die Beratungsgesellschaft AlixPartners rechnet bis 2030 mit einem europäischen Marktanteil von 16 Prozent für chinesische Hersteller.

Kurs erholt sich trotz schwacher Bilanz

An der Kursreaktion im europäischen Handel lässt sich die Skepsis der vergangenen Monate klar ablesen. Die Aktie schloss zuletzt bei 3,00 Euro und liegt damit rund 54 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 6,51 Euro, das sie im September markiert hatte. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von mehr als 30 Prozent zu Buche. Kurzfristig zeigt sich allerdings eine Gegenbewegung: Innerhalb der vergangenen 30 Tage legte das Papier um 16,82 Prozent zu, ein Hinweis darauf, dass ein Teil der schlechten Nachrichten bereits eingepreist sein könnte. Ob sich diese Erholung fortsetzt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie der Konzern am 18. August die Margenentwicklung im Smartphone-Geschäft und den Fortschritt seiner Elektroauto-Sparte kommentiert.

Anzeige

Xiaomi-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Xiaomi-Analyse vom 25. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Xiaomi-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Xiaomi-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Xiaomi: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Xiaomi