Xiaomi Aktie: Q1-Nettogewinn bricht um 43,1 Prozent ein
Xiaomi präsentiert innovative Geräte und SUV-Modelle, während Umsatz und Gewinn im ersten Quartal deutlich sinken. Die Aktie bleibt weit unter ihrem Jahreshoch.

- Mix Fold 5 mit eigenem Chip
- Neue SUVs mit Range Extender
- Umsatz sinkt um 10,9 Prozent
- Aktie 53 Prozent unter Hoch
Xiaomi zeigt sich in dieser Woche so produktfreudig wie selten: ein neues Falt-Flaggschiff mit erstmals eigenem Prozessor, zwei neue SUV-Modelle mit Range Extender und eine überarbeitete Version des Elektro-SUV YU7 in China. Der Konzern demonstriert damit Innovationstempo über mehrere Sparten hinweg. Gleichzeitig zeigen die zuletzt vorgelegten Quartalszahlen, dass das Wachstum seinen Preis hat – vor allem im Autogeschäft.
Neuer Chip im Falt-Flaggschiff
Nach einer einjährigen Pause bringt Xiaomi mit dem Mix Fold 5 (Modell 2608BPX34C) wieder ein Falt-Smartphone. Neu ist der Verzicht auf Qualcomm: Erstmals verbaut der Konzern seinen hauseigenen Prozessor Xring O3. Das Gerät bekommt einen auf 6.000 Milliamperestunden vergrößerten Akku, ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorgänger, sowie eine 200-Megapixel-Hauptkamera und das neue Betriebssystem HyperOS 4 auf Android-17-Basis. Der Preis liegt bei über 1.300 Euro. Branchenbeobachter warnen zugleich vor einem möglichen Hitzestau im schlanken Gehäuse – ein Risiko, das sich erst im Alltagsbetrieb zeigen wird. Parallel bewirbt Xiaomi mit dem „POCO Carnival“ bis zum 23. August gestaffelte Rabatte und Finanzierungsangebote für seine günstigere Modellreihe, während im Preissegment unter 500 Euro das Modell Xiaomi 17T mit 12 Gigabyte Arbeitsspeicher und fünffachem Telezoom weiterhin gegen Konkurrenten wie das Nothing Phone (4a) oder das Google Pixel 10a positioniert wird.
SUV-Offensive mit Range Extender statt reinem Elektroantrieb
Im Automobilgeschäft setzt Xiaomi auf ein Konzept, das dem eigenen Elektro-Image zunächst widerspricht: Die neuen SUV-Modelle Skynomad N70 und N90 kombinieren eine große Batterie mit einem Range Extender, also einem Benzinmotor, der lediglich als Generator arbeitet. Der N90 bietet laut Herstellerangaben eine 2+2+3-Sitzordnung, eine 76-Kilowattstunden-Batterie und eine WLTC-Reichweite von bis zu 370 Kilometern, rein elektrisch sind nach chinesischem CLTC-Standard bis zu 505 Kilometer möglich. Der Verbrauch des N70 liegt bei 5,7 Litern pro 100 Kilometer, beim größeren N90 bei 6,2 Litern. Konzernchef Lei Jun begründet den Schritt damit, dass ein Range-Extender-Antrieb für große SUV die logischere Lösung sei als ein reiner Elektroantrieb. Die Fahrzeuge sollen sich wandeln lassen und auch als Camping- oder Schlaffahrzeug nutzen lassen – ein Angriff auf den europäischen SUV-Markt, der bislang von etablierten Herstellern dominiert wird. In China meldete Xiaomi zudem eine überarbeitete Basisversion des Elektro-SUV YU7 mit 73-Kilowattstunden-Batterie und einer CLTC-Reichweite von bis zu 643 Kilometern zur Zulassung an.
Rückgang bei Umsatz und Gewinn belastet die Story
Die Produktoffensive kontrastiert mit der Entwicklung der Konzernzahlen für das erste Quartal 2026. Xiaomi erzielte einen Umsatz von 99,1 Milliarden Yuan – ein Rückgang von 10,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Nettogewinn brach um 43,1 Prozent auf 6,1 Milliarden Yuan ein, der operative Gewinn fiel deutlich auf 5,3 Milliarden Yuan. Besonders auffällig ist die Automobilsparte: Sie steigerte ihren Umsatz zwar um 6,9 Prozent auf 19,9 Milliarden Yuan und lieferte 80.856 Fahrzeuge aus, ein Plus von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Operativ blieb das Geschäft mit einem Verlust von 3,1 Milliarden Yuan jedoch tief in den roten Zahlen. Für Anleger bedeutet das: Das Auto-Geschäft wächst zwar an Volumen, verschlingt aber weiterhin erhebliche Mittel, während das Kerngeschäft mit Smartphones und IoT-Geräten unter Druck steht.
Aktie erholt sich kurzfristig, bleibt aber weit von den Höchstständen entfernt
An der Börse hat sich das gemischte Bild in den vergangenen Wochen niedergeschlagen. Am Freitag schloss die Xiaomi-Aktie bei 3,04 Euro, ein Plus von 2,13 Prozent auf Tagesbasis. Auf Monatssicht steht dennoch ein Zugewinn von 8,63 Prozent, was auf eine gewisse kurzfristige Stabilisierung hindeutet. Vom 52-Wochen-Hoch bei 6,54 Euro, erreicht im September 2025, ist das Papier jedoch weiterhin um 53,57 Prozent entfernt. Die Kombination aus expandierender Produktpalette und schwächeren Kernzahlen dürfte die Diskussion um die Bewertung der Aktie in den kommenden Wochen weiter befeuern.
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