Xiaomi Aktie: Rückkauf über HK$20 Milliarden

Trotz milliardenschwerem Aktienrückkauf fällt die Xiaomi-Aktie weiter. Analysten sehen strukturelle Probleme im Smartphone- und EV-Geschäft.

Die Kernpunkte:
  • Rekordrückkauf ohne Kurserholung
  • Jefferies stuft auf Underperform herab
  • Smartphone-Geschäft unter Druck
  • EV-Absatz bricht drastisch ein

Starkes Rückkaufprogramm, schwache Kurse — bei Xiaomi klaffen Unternehmensoffensive und Marktreaktion weit auseinander. Seit dem 52-Wochen-Hoch bei 6,69 Euro hat die Aktie mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Und ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht.

Rekord-Rückkauf ohne Kurswirkung

Seit dem 2. Juni 2026 läuft das größte Aktienrückkaufprogramm der Unternehmensgeschichte. Das Volumen: bis zu HK$20 Milliarden. Es löst ein Vorgängerprogramm ab, unter dem Xiaomi bereits 399,6 Millionen Aktien für rund HK$14,6 Milliarden zurückgekauft hatte.

Das neue Mandat wurde sofort genutzt. In der ersten Handelssitzung kaufte Xiaomi 10,5 Millionen Class-B-Aktien für rund HK$298 Millionen zurück. Der Markt zeigte sich unbeeindruckt. Die Aktie schloss gestern bei 2,78 Euro — nur einen Hauch über dem 52-Wochen-Tief von 2,76 Euro.

Jefferies sieht strukturelle Probleme

Die Investmentbank Jefferies hat Xiaomi auf „Underperform“ herabgestuft. Begründung: Das erste Quartal 2026 enttäuschte auf mehreren Ebenen. Der Umsatz fiel um 11 Prozent auf 99,1 Milliarden Renminbi. Der bereinigte Nettogewinn brach um 43 Prozent auf 6,1 Milliarden Renminbi ein.

Jefferies senkte das Kursziel auf HK$25,49. Das impliziert — gemessen am damaligen Schlusskurs — ein Abwärtspotenzial von rund 14 Prozent.

Besonders kritisch bewertet Jefferies das Smartphone-Geschäft. Rund 60 Prozent der Geräte verkauft Xiaomi unter der 200-Dollar-Marke. Steigende Speicherchippreise treffen dieses Segment direkt. Preiserhöhungen bei Premium-Modellen können das nicht ausgleichen.

EV-Absatz bricht ein

Noch belastender ist die Entwicklung im Elektrofahrzeuggeschäft. Das Modell YU7 verkaufte sich im Januar 2026 noch 37.869 Mal. Bis April waren es nur noch 9.876 Einheiten. Der fünfte aufeinanderfolgende Monat mit Rückgang.

Das Management hält trotzdem am Jahresziel von 550.000 Fahrzeugauslieferungen fest. Jefferies glaubt das nicht — und senkte die eigene Prognose auf 495.000 Einheiten. Die Bank bewertet Xiaomis EV-Sparte jetzt mit dem 1,5-Fachen des prognostizierten 2026er-Umsatzes, zuvor waren es das 2,2-Fache.

Investitionen trotz Gegenwind

Xiaomi erhöht dennoch den Einsatz. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben stiegen im ersten Quartal um 33,4 Prozent auf 9,0 Milliarden Renminbi. Für das Gesamtjahr plant das Unternehmen rund 40 Milliarden Renminbi für F&E.

Das technische Bild spiegelt die Skepsis wider. Der RSI liegt bei 28,2 — überverkauft. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt rund 33 Prozent. Seit Jahresanfang hat die Aktie mehr als 38 Prozent verloren.

Das Analystenspektrum reicht von Jefferies‘ „Underperform“ mit HK$25,49 bis zu Goldman Sachs‘ Kaufempfehlung mit einem Ziel von HK$40. Das eigentliche Spannungsfeld: Xiaomi investiert auf Wachstum, während der Markt auf Profitabilität wartet — und die Q2-Zahlen werden zeigen, wer Recht behält.

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