Xiaomi Aktie: Smartphone-Ziel von 170 auf 95 Millionen

Xiaomi kündigt Aktienrückkauf über 20 Mrd. HKD an, während explodierende Speicherchipkosten die Absatzziele für 2026 fast halbieren.

Die Kernpunkte:
  • Aktienrückkauf von bis zu 20 Mrd. HKD
  • Smartphone-Prognose fast halbiert
  • DRAM-Preise sollen um 125% steigen
  • E-Auto-Sparte liefert monatlich über 30.000 Fahrzeuge

Xiaomi kauft eigene Aktien zurück. Gleichzeitig muss der Konzern seine Smartphone-Ziele fast halbieren. Zwei Nachrichten, ein Tag – und die Börse reagiert erstmal positiv.

Die Aktie legte am Donnerstag in Hongkong um 4,44 Prozent zu. Grund war die Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms. Auf Sicht von sieben Tagen steht nun ein Plus von 4,92 Prozent zu Buche.

Rückkauf soll Vertrauen signalisieren

Xiaomi darf binnen zwölf Monaten B-Aktien im Wert von bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar zurückkaufen. Die Ermächtigung gilt bis zur Hauptversammlung 2027. Ein früheres Programm hatte bereits rund 399,6 Millionen Aktien für etwa 14,6 Milliarden Hongkong-Dollar eingesammelt.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Erst am 1. Juli erreichte die Aktie ein Mehrjahrestief. Das Management signalisiert mit dem Rückkauf Vertrauen in die eigene Bewertung – nach Monaten harten Kursdrucks.

Speicherchips treiben Kosten in die Höhe

Während der Kapitalmarkt beruhigt wird, brennt es im operativen Geschäft. Xiaomi korrigiert seine Absatzprognose für 2026 drastisch. Statt 170 Millionen Smartphones rechnet der Konzern nun nur noch mit etwa 95 Millionen Geräten. Andere Berichte sprechen von einer Kürzung um bis zu 30 Prozent.

Der Auslöser trägt einen eigenen Namen: „Memflation“. Die extreme Nachfrage nach Speicherchips für KI-Rechenzentren saugt globale Produktionskapazitäten auf. Laut einem Branchenbericht der Commercial Times könnte der KI-Verbrauch 2026 fast 20 Prozent der weltweiten DRAM-Kapazität beanspruchen.

Gartner-Analyst Rajeev Rajput rechnet mit noch drastischeren Folgen. Bis Ende 2026 sollen DRAM-Preise um 125 Prozent steigen, NAND-Flash sogar um 234 Prozent. Eine spürbare Entspannung erwartet Rajput frühestens Ende 2027.

Die Folge: Gartner geht von durchschnittlich 13 Prozent höheren Smartphone-Preisen aus. Besonders hart trifft es das Einstiegssegment unter 500 US-Dollar. Bis 2028 könnte dieses Segment nach Gartner-Einschätzung komplett verschwinden.

Kursverlauf bleibt stark belastet

Die Aktie schloss am Donnerstag bei 2,58 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 42,54 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sind es sogar 58,94 Prozent Verlust. Vom 52-Wochen-Hoch bei 6,51 Euro aus dem September 2025 trennen die Aktie aktuell 60,36 Prozent.

Immerhin: Vom 52-Wochen-Tief bei 2,34 Euro, erreicht am 26. Juni, hat sich der Kurs bereits um 10,21 Prozent erholt. Der RSI von 34,1 signalisiert eine nahezu überverkaufte Aktie – ein Bereich, aus dem technische Gegenbewegungen häufig starten.

Elektroautos als Lichtblick

Nicht alles läuft schlecht bei Xiaomi. Die Elektromobilitätssparte lieferte im Juni bereits den dritten Monat in Folge über 30.000 Fahrzeuge aus. Für das erste Halbjahr 2026 kommen so schätzungsweise 180.000 Einheiten zusammen.

Das Jahresziel von 550.000 Fahrzeugen bleibt trotzdem ambitioniert. Im zweiten Halbjahr müsste Xiaomi durchschnittlich fast 62.000 Fahrzeuge monatlich ausliefern. Das wäre eine erhebliche Steigerung gegenüber dem bisherigen Tempo.

Der Rückkauf stützt kurzfristig den Kurs. Die eigentliche Bewährungsprobe liegt aber im Smartphone-Geschäft: Kann Xiaomi die explodierenden Speicherkosten an Kunden weitergeben, ohne Marktanteile zu verlieren? Die Antwort darauf entscheidet, ob aus der technischen Erholung mehr wird als eine kurze Gegenbewegung.

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