Xiaomi Aktie: SU7 Ultra fällt auf 64 Verkäufe
Xiaomi Auto bereitet den Europa-Start 2027 vor, während Kostendruck, sinkende Smartphone-Ziele und fallende Aktienkurse belasten.

- Europa-Expansion für 2027 vorbereitet
- Händlerpartner auf dem Kontinent gesucht
- Mehr als 700.000 Autos ausgeliefert
- Xiaomi-Aktie verliert binnen Jahresfrist 31 Prozent
Xiaomi Auto hat eine internationale Website samt Social-Media-Kanälen gestartet und macht damit einen konkreten Schritt in Richtung Europa. Der Elektroauto-Ableger des chinesischen Technologiekonzerns bereitet den Markteintritt für 2027 vor und sucht bereits jetzt nach Händler- und Vertriebspartnern auf dem Kontinent. Konzernpräsident William Lu nennt das dritte oder vierte Quartal 2027 als Zeitfenster für die Expansion.
Europa-Pläne nehmen Formen an
Die Modelle SU7, SU7 Ultra, YU7 GT und SkyNomad sollen den Grundstock des Europa-Angebots bilden. Preise, konkrete Länder und finale Modellauswahl stehen laut Unternehmensangaben noch nicht fest.
Xiaomi hat dafür bereits ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in München aufgebaut, besetzt mit ehemaligen Ingenieuren von BMW und Porsche – ein Signal, dass der Konzern die Ambitionen ernst meint und lokale Kompetenz für den anspruchsvollen europäischen Markt aufbaut. Das SU7-Modell durchläuft bereits die EU-Homologation.
Auf der Absatzseite kann Xiaomi Auto historische Zahlen vorweisen: Die kumulierten Gesamtauslieferungen überschritten Ende Juli die Marke von 700.000 Fahrzeugen, davon entfielen 381.000 auf das Basismodell SU7. Beim Topmodell SU7 Ultra zeigt sich allerdings ein deutlich schwächeres Bild – die monatlichen Verkäufe fielen von über 3.000 Einheiten im März 2025 auf nur noch 64 im April 2026. Xiaomi reagiert mit einem überarbeiteten, deutlich größeren Heckflügel und peilt einen Rundenrekord auf der Nürburgring-Nordschleife an, um die Sportwagen-Variante wieder ins Gespräch zu bringen.
Branchenweiter Gegenwind belastet die Aussichten
Der Zeitpunkt der Europa-Offensive fällt in eine schwierige Phase für chinesische Smartphone- und EV-Hersteller. Berichten von Nikkei Asia zufolge haben Xiaomi, Oppo und Vivo ihre Absatzziele für 2026 um rund 30 Prozent gekürzt – steigende Kosten und Komponentenknappheit setzen der Branche zu.
Verschärft wird der Druck durch massive Preissprünge bei Speicherchips: DRAM-Preise legten im Quartalsvergleich um 90 bis 95 Prozent zu, NAND-Preise um 70 bis 75 Prozent.
Im Smartphone-Kerngeschäft bleibt Xiaomi trotz dieser Belastungen aktiv im Massenmarkt: Der Konzern brachte das Redmi Note 17 5G in Europa auf den Markt, mit 7.700-mAh-Akku, Snapdragon-4-Gen-4-Chip und HyperOS 3 auf Android-16-Basis.
Die Einstiegspreise liegen bei 380 Euro für die 5G-Variante und 250 Euro für die 4G-Ausführung – ein Bereich, in dem Xiaomi traditionell stark aufgestellt ist, während der globale Smartphone-Markt insgesamt um sechs Prozent auf 272 Millionen Einheiten schrumpfte.
Kurs spiegelt die Unsicherheit
An der Börse zeigt sich die angespannte Gemengelage aus Kostendruck und Zukunftsinvestitionen deutlich: Die Aktie schloss am Donnerstag bei 2,99 Euro, ein Minus von 3,0 Prozent gegenüber dem Vortag.
Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Rückgang von 17 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 31 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 6,54 Euro, erreicht im September 2025, trennen die Aktie inzwischen 54 Prozent.
Die Europa-Strategie im Automobilbereich bindet erhebliche Ressourcen, ohne kurzfristig Umsatz zu generieren – ein Investment, dessen Erfolg sich frühestens 2027 zeigen wird. Ob der Vorstoß die Bewertung stützen kann, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell Xiaomi die operativen Herausforderungen im Kerngeschäft in den Griff bekommt.
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