Xiaomi Aktie: SUV-Preise schrecken Anleger

Xiaomis neue Sky-Nomad-SUVs starten mit aggressiven Preisen, doch Anleger reagieren verunsichert. Die Aktie fällt um fünf Prozent, da Analysten die Nachfrage angesichts eines schrumpfenden Marktes anzweifeln.

Die Kernpunkte:
  • Kursrutsch trotz neuer SUV-Serie
  • Deutsche Bank kritisiert Preisstrategie
  • Auslieferungsziel erscheint ambitioniert
  • Markt für Range-Extender schrumpft

Xiaomi feiert den Start seiner neuen Sky-Nomad-Serie. Der Markt reagiert trotzdem mit einem Ausverkauf. Grund ist nicht das Produkt selbst, sondern die Zahlen dahinter.

Die Aktie schloss am Freitag bei 3,23 Euro, ein Minus von 5,00 Prozent zum Vortag. Zuvor hatte das Papier binnen 30 Tagen noch rund 30,69 Prozent zugelegt. Der Rücksetzer zeigt: Der Optimismus der letzten Wochen bekommt Risse.

Aggressive Preise als Warnsignal

Xiaomi-Gründer Lei Jun stellte die neue Sky-Nomad-Serie vor. Zum Vorverkauf stehen zwei Range-Extender-SUVs: der siebensitzige N90 Max und der fünfsitzige N70 Max. Beide Modelle liegen preislich zwischen 200.000 und 300.000 Yuan.

Ein Analystenteam der Deutschen Bank unter Leitung von Wang Bin bewertet diese Preisgestaltung als aggressiv. Der Grund: Xiaomi steht unter erheblichem Volumendruck. Der Konzern peilt für 2026 insgesamt 550.000 Auslieferungen an. Im ersten Halbjahr schaffte Xiaomi aber nur 185.055 Einheiten.

Damit müsste Xiaomi im zweiten Halbjahr durchschnittlich rund 61.000 Fahrzeuge pro Monat ausliefern. Das liegt deutlich über dem bisherigen Tempo. Besonders die jüngsten Bestelleingänge bereiten den Analysten Sorge.

In den letzten vier Juliwochen kamen laut Thinkercar-Daten nur 5.400, 5.600, 7.400 und 5.700 Neuaufträge herein. Diese Werte passen nicht zum ambitionierten Jahresziel. Die aggressive Preissetzung wirkt vor diesem Hintergrund wie ein Versuch, fehlende Nachfrage mit Rabatten aufzufangen.

Enger Wettbewerb, schrumpfender Markt

Die Sky-Nomad-Modelle treffen auf ein hart umkämpftes Segment. Konkurrenten wie BYD, Leapmotor, Xpeng, Geely, Lynk & Co, Chery und Volkswagen bedienen dieselbe Preisklasse. Gleichzeitig könnten die neuen SUVs auch Premiumanbieter wie Li Auto, Tesla, Zeekr und Aito unter Druck setzen.

Erschwerend kommt die Marktentwicklung hinzu. Die Einzelhandelsverkäufe von Range-Extender-Fahrzeugen in China lagen im ersten Halbjahr bei 450.000 Einheiten. Das ist ein Rückgang von 15,09 Prozent im Jahresvergleich, wie die China Passenger Car Association meldet.

Xiaomi bringt seine neuen Modelle also in einen schrumpfenden Markt. Der offizielle Verkaufsstart ist erst für September geplant. Weitere Versionen sollen folgen.

Charttechnik bestätigt die Nervosität

Der Kursrutsch hat auch technische Spuren hinterlassen. Die Aktie notiert nun wieder 13,27 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 3,73 Euro. Das zeigt: Der übergeordnete Trend bleibt angeschlagen, trotz der starken Erholung der Vorwochen.

Solange die Lücke zwischen Auslieferungsziel und tatsächlicher Nachfrage groß bleibt, dürfte die Aktie schwankungsanfällig bleiben. Weitere Auftragsdaten vor dem Marktstart im September könnten den Kurs erneut bewegen.

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