Xiaomi Aktie: TSMC fertigt Xring O3 in 3 Nanometern
Xiaomi verzeichnete im zweiten Quartal weniger Gewinn und Umsatz, setzt zugleich auf eigene Chips, Speicherpartnerschaften und das EV-Geschäft.

- Bereinigter Nettogewinn deutlich gesunken
- Xiaomi präsentiert neuen 3-Nanometer-Prozessor
- CXMT liefert Speicher für Foldable
- 377,5 Millionen Aktien zurückgekauft
Es gibt Momente, in denen ein Unternehmen zwei Geschichten gleichzeitig erzählt – eine über Zahlen, eine über Zukunft. Bei Xiaomi laufen diese Erzählungen gerade auffällig weit auseinander. Auf der einen Seite ein Quartal, das schmerzte. Auf der anderen ein Chip, der zeigen soll, dass der Konzern nicht länger nur Endprodukte zusammensetzt, sondern selbst am Fundament der Technologie mitbaut.
Vor rund zwei Wochen hatte Xiaomi vermeldet, dass der bereinigte Nettogewinn im zweiten Quartal um 42,6 Prozent auf 6,2 Milliarden Yuan eingebrochen war, bei einem Umsatzrückgang von 6,1 Prozent auf 108,9 Milliarden Yuan.
Der Aktienkurs hat diesen Schock inzwischen verdaut, seither ging es um 10,0 Prozent nach oben. Das ist bemerkenswert für ein Papier, das binnen zwölf Monaten fast die Hälfte seines Werts verloren hat und noch immer 53 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch vom 25. September notiert. Am Freitag schloss die Aktie bei 3,07 Euro, ein Plus von 2,4 Prozent zum Vortag – ein kleiner, aber sichtbarer Vertrauensbeweis.
Der Chip als Statement
Und genau hier beginnt die zweite, interessantere Geschichte. Xiaomi hat am Montag eine neue Version seines hauseigenen Handyprozessors Xring O3 vorgestellt. Laut Reuters fertigt TSMC den Chip im 3-Nanometer-Verfahren – jenem Fertigungsknoten, der derzeit als Speerspitze der Halbleiterindustrie gilt.
Wer als Smartphone-Hersteller eigene Prozessoren auf diesem Niveau entwickeln lässt, verlässt die reine Rolle des Geräteintegrators und rückt näher an jene Handvoll Unternehmen heran, die Chipdesign als strategisches Kerngeschäft begreifen.
Die Konsequenz folgte prompt: Am Samstag bestätigte Xiaomi, dass der chinesische Speicherhersteller CXMT das kommende faltbare Flaggschiff-Phone mit LPDDR6-DRAM beliefern wird – jenes Gerät, das im September erscheinen und den Xring O3 tragen soll. Zwei Bausteine, ein Bild: Xiaomi versucht, Lieferketten und Chipdesign enger an sich zu binden, in einem Moment, in dem genau diese Abhängigkeiten dem Unternehmen zuletzt wehgetan haben.
Speicherpreise als Bremse und als Hoffnung
Denn was den Gewinn im zweiten Quartal drückte, war eben jene Komponente, die Xiaomi nun stärker selbst steuern will: Speicher. Das Unternehmen machte anhaltenden Druck durch hohe Speicher- und Komponentenkosten für die schwächere Profitabilität verantwortlich.
Der Smartphone-Umsatz sank um 7,5 Prozent auf 42,1 Milliarden Yuan, die Bruttomarge in diesem Segment brach von 11,5 auf 8,5 Prozent ein. Das ist keine Randnotiz, das ist der Kern des Problems – ein Hardwaregeschäft, das an den Rohstoffkosten seiner eigenen Bauteile hängt.
Xiaomi selbst zeichnete aber auch ein hoffnungsvolleres Bild: Der schlimmste Druck auf das Smartphone-Geschäft sei vorbei, weil sich der Anstieg der Speicherpreise im zweiten Halbjahr verlangsame. Ob sich das bewahrheitet, wird sich an den kommenden Quartalszahlen zeigen müssen.
Bemerkenswert ist unterdessen, wie Xiaomi parallel zur Baustelle Smartphone eine zweite Wette verstärkt: Reuters berichtete, dass das EV-Geschäft künftig einen größeren Anteil am Umsatz liefern soll – eine Diversifizierung, die im Lichte der Speicherkrise plötzlich mehr Sinn ergibt als reine Wachstumsstory.
Rückkäufe als stilles Signal
Während draußen über Foldables und Prozessorknoten diskutiert wird, arbeitet Xiaomi im Hintergrund an einem dritten Strang: Bis zum 13. August hatte der Konzern für das laufende Jahr rund 377,5 Millionen eigene Aktien im Wert von 11,7 Milliarden Hongkong-Dollar zurückgekauft.
Solche Rückkäufe sind kein Ersatz für operative Stärke, aber sie zeigen, dass das Management den eigenen Kurs für unterbewertet hält – bei einer Marktkapitalisierung von aktuell 80,22 Milliarden Euro und einem Kurs, der mit einer 30-Tage-Volatilität von 58 Prozent weiterhin heftig schwankt.
Die spannende Frage für die kommenden Monate lautet: Reicht die technologische Aufholjagd bei Chips und Speicher, um die Margenkrise im Kerngeschäft zu kompensieren, bevor das EV-Geschäft groß genug ist, um selbst zum Stabilitätsanker zu werden? Der September, mit dem Start des neuen Foldables, wird ein erster Testfall sein.
Xiaomi-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Xiaomi-Analyse vom 29. August liefert die Antwort:
Die neusten Xiaomi-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Xiaomi-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Xiaomi: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




