Xiaomi Aktie: Unterzeichnet Verträge mit acht deutschen Autohändlern
Xiaomi bereitet den deutschen Elektroauto-Vertrieb ab 2027 vor, doch die Aktie fällt trotz Handelspartnern und weiterer Rückkäufe.

- Acht deutsche Händlergruppen unterzeichnen Absichtserklärungen
- Elektroauto-Verkauf in Deutschland ab 2027 geplant
- Aktie verliert am Donnerstag 2,9 Prozent
- Xiaomi kauft 1,8 Millionen B-Aktien zurück
Xiaomi wagt den Sprung auf den europäischen Automarkt. Auf der IFA in Berlin unterzeichnete der chinesische Technologiekonzern am heutigen Donnerstag Absichtserklärungen mit acht deutschen Autohandelsgruppen, darunter Emil Frey, Ernst Dello, Hahn Automobile, LUEG und Dinnebier. Ab 2027 will Xiaomi Elektroautos zunächst in Deutschland verkaufen, bevor die Expansion auf weitere europäische Märkte folgen soll.
Der Vertrieb läuft über ein Agenturmodell mit einheitlichen Preisen. Geplant sind zum Start rund 15 Verkaufs- und 30 Servicestandorte. Diese Struktur kennt Xiaomi bereits aus China: Dort hat der Konzern seit März 2024 mehr als 700.000 Fahrzeuge ausgeliefert, die SU7-Serie überschritt binnen 28,5 Monaten die Marke von 500.000 Einheiten.
Für das SUV-Modell YU7 gingen laut Unternehmensangaben innerhalb von 18 Stunden rund 240.000 Bestellungen ein. Als Imagebeweis dienen sportliche Bestmarken: Der SU7 Ultra stellte mit Track-Paket einen Rundenrekord auf dem Nürburgring in der Kategorie „Electric Executive Car“ auf, der YU7 GT absolvierte eine 20,8 Kilometer lange Strecke ohne Fahrer in gut zehn Minuten und stellte damit einen Rekord im autonomen Fahren auf.
Anlegerreaktion bleibt verhalten
An der Börse sorgte die Ankündigung nicht für Euphorie. Die Aktie büßte im heimischen Hongkonger Handel rund zwei Prozent ein. Auch im deutschen Handel gab das Papier am heutigen Donnerstag um 2,9 Prozent auf 3,03 Euro nach, nach einem Schlusskurs von 3,12 Euro am Vortag.
Die Skepsis dürfte weniger dem Auto-Vorstoß selbst gelten als der Tatsache, dass der Markteintritt frühestens 2027 Umsatz bringt – während die operative Gegenwart Xiaomis Anlegern zuletzt wenig Freude bereitete. Der Kurs liegt inzwischen 54 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 6,54 Euro vom 25. September 2025 und rund 30 Prozent im Minus seit Jahresbeginn.
Parallel zur Auto-Strategie kauft Xiaomi weiterhin eigene Aktien zurück. Laut einer Einreichung bei der Hongkonger Börse erwarb der Konzern am heutigen Donnerstag 1,8 Millionen Aktien der Klasse B für 49,4 Millionen Hongkong-Dollar. Solche Rückkäufe laufen bereits seit Monaten in ähnlicher Größenordnung und signalisieren, dass das Management den aktuellen Kursverfall für übertrieben hält.
Europäischer Markteintritt als langfristige Wette
Der Zeitplan bis 2027 gibt Xiaomi Zeit, das Agenturmodell zu erproben und Vertriebspartner einzubinden, bevor reale Absatzzahlen den Erfolg belegen müssen. Für europäische Kunden bedeutet der Einstieg zunächst vor allem eines: Sichtbarkeit auf Messen wie der IFA, wo Xiaomi mit einem 3.300 Quadratmeter großen Stand auftrat, mehr als Kaufmöglichkeit.
Ob das chinesische Erfolgsrezept mit hohen Stückzahlen und aggressivem Preismodell auch auf dem europäischen Automarkt mit seinen etablierten Herstellern verfängt, bleibt eine offene Frage, die der Konzern erst mit dem tatsächlichen Verkaufsstart beantworten kann.
Für die Aktie dürfte die Ankündigung mittelfristig positiv zu werten sein, da sie Xiaomis Ambitionen jenseits des margenschwachen Smartphone-Geschäfts unterstreicht. Kurzfristig überwiegt an den Märkten jedoch die Skepsis gegenüber einem Projekt, dessen wirtschaftlicher Erfolg sich erst in anderthalb Jahren zeigen wird.
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