Xiaomi Aktie: Verkaufsempfehlung nach Marktanteil-Rutsch
Analysten raten zum Verkauf der Xiaomi-Aktie. Steigende Speicherchip-Preise und schrumpfende Marktanteile belasten das Geschäft des Smartphone-Herstellers.

- Analysten stufen Xiaomi auf Verkaufen
- Smartphone-Marktanteil sinkt auf elf Prozent
- Steigende Chipkosten schmälern die Gewinne
- Aktie notiert unter wichtigen charttechnischen Marken
Xiaomi verliert Marktanteile. Speicherchips werden teurer. Und ein aktuelles Research-Update zieht daraus einen klaren Schluss: Verkaufen.
Die Einstufung trifft die Aktie in einer ohnehin schwierigen Phase. Xiaomi hält im Smartphone-Geschäft nur noch 11 Prozent Marktanteil. Samsung kommt auf 22 Prozent, Apple auf 20 Prozent.
Margendruck durch teure Chips
Die Analysten begründen ihre Einschätzung mit einem doppelten Problem. Zum einen sinkt der Smartphone-Umsatz von Xiaomi im Jahresvergleich um 10 Prozent. Zum anderen frisst der Speicherchip-Kostenschock die Gewinne auf.
Auch charttechnisch sehen die Analysten wenig Grund zur Hoffnung. Die Aktie notiert unter der 50- und der 200-Tage-Linie, dazu unter der wichtigen 61,8-Prozent-Fibonacci-Marke. Ein weiterer Rutsch Richtung Unterstützungsniveau gilt als wahrscheinlich.
Ein Szenario könnte die Lage drehen: Fallen die Speicherpreise schnell, gewinnt Xiaomi seine Preissetzungsmacht zurück. Das würde den margenbedingten Ausverkauf stoppen. Aktuell sehen die Analysten dafür aber keine Anzeichen.
Branchenweiter Einbruch trifft Xiaomi besonders hart
Xiaomi steckt in einem größeren Problem der gesamten Branche. Laut Counterpoint Research sanken die weltweiten Smartphone-Auslieferungen im zweiten Quartal 2026 um 11 Prozent zum Vorjahr. Das ist der schwächste Wert für ein zweites Quartal seit 2013.
Grund ist die massive Nachfrage nach DRAM- und NAND-Chips für KI-Anwendungen. Zulieferer bevorzugen Kunden aus dem Rechenzentrums-Geschäft. Die Folge: Bauteilknappheit und Preiserhöhungen, die besonders das Budget- und Mittelklassesegment treffen.
Xiaomi, OPPO und vivo verzeichneten dabei die stärksten Einbrüche. Xiaomi konnte seinen Marktanteil von 12 Prozent immerhin durch Portfolio-Anpassungen und bessere Händlerfinanzierung halten. Samsung dagegen profitierte von der Krise und eroberte mit 24 Prozent Marktanteil den Spitzenplatz von Apple zurück.
Für das Gesamtjahr rechnet Counterpoint mit einem Rückgang der weltweiten Auslieferungen um rund 14 Prozent. Die Speicherknappheit dürfte bis ins Jahr 2027 anhalten.
Kurs unter Druck, aber über dem Jahrestief
Die Verkaufsempfehlung fiel mit zwei schwachen Handelstagen zusammen, nachdem der Marktanteilsverlust öffentlich bestätigt wurde. Der Kursverlauf zeigt trotzdem ein gemischtes Bild: Mit 2,88 Euro Schlusskurs legte die Aktie auf Wochensicht um 2,89 Prozent zu.
Der langfristige Trend bleibt dennoch klar abwärts gerichtet. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 35,76 Prozent zu Buche, auf Zwölf-Monats-Sicht sogar ein Rückgang von 54,23 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 6,51 Euro aus dem September 2025 ist die Aktie damit 55,68 Prozent entfernt.
Zum Ende Juni markierten 52-Wochen-Tief bei 2,34 Euro hat sich der Kurs allerdings um 23,22 Prozent nach oben abgesetzt. Ein kurzfristiges Aufatmen also – an der grundsätzlichen Problemlage ändert das aber nichts.
Der nächste Quartalsbericht wird für August erwartet. Bis dahin dürfte der Trend nach Einschätzung der Analysten bärisch bleiben. Entscheidend wird sein, ob die Speicherchip-Preise wie erwartet bis 2027 hoch bleiben oder sich schneller entspannen als derzeit angenommen.
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