Xiaomi Aktie: Xring O3 als 3-Nanometer-Chip

Xiaomi stellt neue Smartphones, SUVs und einen Chip vor, während die Aktie deutlich nachgibt und der Markterfolg der Produkte offenbleibt.

Die Kernpunkte:
  • Xiaomi kündigt mehrere neue Produkte an
  • Xring O3 nutzt 3-Nanometer-Technologie
  • 18 Fold zielt auf Premiumkunden
  • Aktie liegt unter dem 200-Tage-Durchschnitt

Am 7. September zündet Xiaomi ein Feuerwerk: Falt-Smartphone 18 Fold, das Tablet Pad 9 Pro Max, gleich drei Elektro-SUVs der Sky-Nomad-Reihe und obendrauf ein hauseigener 3-Nanometer-Chip namens Xring O3. Für mich ist das die dichteste Produktoffensive, die ich von Xiaomi seit Langem gesehen habe – und genau deshalb lohnt sich ein nüchterner Blick darauf, ob der Kapitalmarkt das auch so bewertet.

Der Kurs steht aktuell bei 3,07 Euro, nach einem Plus von 0,8 Prozent am heutigen Handelstag. Das klingt nach Rückenwind, ist aber im Kontext ziemlich mager: Seit Jahresbeginn hat die Aktie 29 Prozent verloren, auf Zwölfmonatssicht sogar die Hälfte ihres Werts eingebüßt.

Wer die Ankündigungen der vergangenen Tage liest, könnte meinen, hier baue sich ein Technologiekonzern auf, der gleich mehrere Märkte gleichzeitig aufrollt. Der Aktienkurs erzählt eine andere Geschichte.

Ein Chip als Statement

Der Xring O3 ist aus meiner Sicht das eigentlich bemerkenswerte Element der ganzen Ankündigungswelle. Zehn Kerne, bis zu 4,36 Gigahertz Takt, eine um 85 Prozent gesteigerte Grafikleistung bei gleichzeitig 64 Prozent weniger Stromverbrauch – das sind Werte, die Xiaomi in die Nähe der etablierten Flaggschiff-Chiphersteller rücken.

Dass ausgerechnet das 18 Fold als erstes Smartphone überhaupt mit LPDDR6-Speicher von CXMT ausgestattet wird, unterstreicht den Anspruch, auch bei Zulieferketten unabhängiger von westlichen und taiwanischen Playern zu werden. Firmenchef Lei Jun präsentierte das rote Falt-Design bereits in einem Livestream selbst – ein Signal, wie viel Prestige das Unternehmen in dieses Produkt legt.

Preislich ist die Ambition unübersehbar: Mit einem Einstiegspreis von über 10.000 Yuan markiert das 18 Fold das erste Xiaomi-Smartphone jenseits dieser Schwelle. Das ist ein bewusster Schritt in Richtung Premium-Segment, in dem bislang vor allem Apple und Samsung verdienen. Ob die Kundschaft diesen Sprung mitgeht, wird sich erst zeigen – Ambition und Marktakzeptanz sind zwei verschiedene Dinge.

Die Autosparte als zweite Wette

Parallel dazu treibt Xiaomi seine Automobilsparte mit den drei Sky-Nomad-SUVs voran. Das Topmodell N90 Max soll als Siebensitzer mit 464 Kilometern elektrischer Reichweite und insgesamt 1.705 Kilometern Gesamtreichweite bei knapp 300.000 Yuan positioniert werden, der N70 Max startet günstiger bei rund 260.000 Yuan.

Das Ziel von 550.000 ausgelieferten Fahrzeugen für 2026 ist ambitioniert und zeigt, dass Xiaomi sein Auto-Geschäft nicht als Nebenprojekt versteht, sondern als zweite tragende Säule neben der Unterhaltungselektronik.

Für mich spricht die schiere Breite dieser Offensive – Smartphone, Tablet, drei SUV-Modelle, dazu die Präsentation von Supersportwagen-Varianten des SU7 auf der IFA in Berlin – dafür, dass Xiaomi operativ auf allen Zylindern läuft. Genau diese Breite ist aber auch ein Risiko: Wer an so vielen Fronten gleichzeitig investiert, braucht auf jeder einzelnen davon Erfolg, um die Kapitalbindung zu rechtfertigen.

Warum der Markt zögert

Der Kurs notiert derzeit rund 13 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 3,54 Euro – ein Indiz dafür, dass die mittelfristige Tendenz trotz der Produktnachrichten abwärtsgerichtet bleibt.

Diese Diskrepanz zwischen operativer Innovationskraft und Kursverlauf ist der Kern meiner These: Der Markt preist die China-spezifischen Chancen von Xiaomi derzeit nicht ein, sondern blickt eher auf Marktumfeld, Wettbewerbsdruck und die Kapitalintensität des Autogeschäfts.

Unterm Strich überwiegt für mich das Bild eines Unternehmens, das technologisch und produktseitig liefert, während die Bewertung diesem Tempo hinterherhinkt. Der 7. September wird zeigen, ob die neuen Produkte tatsächlich Zugkraft entwickeln – solange belastbare Verkaufszahlen fehlen, bleibt die Aktie für mich ein Fall von „Beweis noch ausstehend“.

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