Xiaomi Aktie: Zweifrontenkampf zwischen Auto und Chip-Krise

Xiaomis Aktie kämpft mit teuren Speicherchips und dem Start der SkyNomad-Serie. Die Erholung vom Jahrestief bleibt fragil.

Die Kernpunkte:
  • SkyNomad-Serie startet im September
  • Speicherchip-Preise steigen drastisch
  • Smartphone-Preise in China erhöht
  • Aktie erholt sich vom Jahrestief

Xiaomi kämpft gerade an zwei Fronten gleichzeitig. Auf der einen Seite steht der Vorstoß ins Auto-Geschäft mit der neuen SkyNomad-Serie. Auf der anderen Seite frisst eine globale Chip-Krise die Margen im Smartphone-Geschäft auf. Wie diese Rechnung aufgeht, entscheidet in den kommenden Wochen über den weiteren Kursverlauf.

Die Aktie notiert aktuell bei 3,11 Euro und hat sich damit deutlich vom Jahrestief bei 2,34 Euro aus dem Juni gelöst. Seit Jahresbeginn steht aber immer noch ein Minus von 28,13 Prozent zu Buche. Die Erholung der letzten 30 Tage von über 19 Prozent zeigt: Der Markt sucht gerade eine neue Richtung.

Der Auto-Vorstoß als Hoffnungsträger

Am 30. Juli hat Xiaomi mit der SkyNomad-Serie den Einstieg in den Markt für Range-Extender-Fahrzeuge vollzogen. Die Modelle N70 Max und N90 Max sollen ab September ausgeliefert werden. Vorbestellungen laufen bereits.

Das Flaggschiff N90 Max wirbt mit einer Reichweite von bis zu 1.705 Kilometern. Die zugrundeliegende Kunlun-Architektur soll Xiaomi im Segment der Familien-SUVs gegen etablierte Wettbewerber wie Li Auto positionieren. Das Unternehmen verfolgt dabei die Strategie eines integrierten Ökosystems aus Mensch, Auto und Zuhause.

Sollten die Auslieferungen im September stark anlaufen, könnte das der Aktie neuen Schub geben. Die margenstärkeren Auto-Modelle könnten dann die Belastungen aus dem Smartphone-Geschäft zumindest teilweise ausgleichen.

Der Memory Crunch trifft das Kerngeschäft

Parallel zum Auto-Start belastet ein branchenweiter Kostenschock das Smartphone-Geschäft. Die Preise für DRAM- und NAND-Speicherchips sind laut Marktberichten teils auf das Dreifache gestiegen. Xiaomi reagierte bereits: Am 2. August hob der Konzern die Preise für die Xiaomi-17- und Redmi-Serie in China an.

Das Problem: Genau im preissensiblen Einstiegssegment wollte Xiaomi eigentlich Volumen aufbauen. Der Konzern hatte seine Smartphone-Absatzziele erst kürzlich von 90 auf 110 Millionen Einheiten angehoben. Höhere Preise könnten diese Wachstumspläne nun ausbremsen.

Bullisches Szenario: Charttechnik gibt Rückenwind

Für eine Fortsetzung der Erholung spricht die technische Verfassung. Die Aktie hat sich oberhalb des 50-Tage-Durchschnitts bei 2,91 Euro stabilisiert und diese Marke damit als Unterstützung bestätigt. Der RSI liegt bei 52,7 – ein Wert, der weder überkauft noch überverkauft ist und damit noch Spielraum nach oben lässt.

Bestätigen sich starke Vorbestellungszahlen für die SkyNomad-Serie, könnte die Aktie in Richtung des 100-Tage-Durchschnitts bei 3,20 Euro laufen. Das wäre der nächste charttechnische Prüfstein.

Bärisches Szenario: Volatilität als Warnsignal

Das Risiko liegt in der Kombination aus Chipkosten-Druck und Unsicherheit beim Auto-Anlauf. Mit einer annualisierten Volatilität von über 57 Prozent bleibt die Aktie ausgesprochen schwankungsanfällig. Der Abstand zum langfristig richtungsweisenden 200-Tage-Durchschnitt bei 3,71 Euro beträgt weiterhin gut 16 Prozent – ein echter Trendwechsel ist damit noch nicht in Sicht.

Bleiben die Chipkosten hoch oder verzögert sich der SkyNomad-Anlauf, droht ein Rückfall unter die 2,91-Euro-Marke. Ein erneuter Test des Jahrestiefs bei 2,34 Euro wäre dann nicht ausgeschlossen.

Ausblick

Zwei Datenpunkte dürften den Kurs in den kommenden Wochen bewegen: die ersten offiziellen Vorbestellungszahlen zur SkyNomad-Serie und die monatlichen Auslieferungsdaten des Branchenverbands CPCA. Beide werden zeigen, ob der Auto-Vorstoß tatsächlich die Skaleneffekte liefert, die zur Kompensation der Chipkosten-Risiken nötig sind.

Der nächste fundamentale Prüfstein folgt mit den detaillierten Quartalszahlen, die im weiteren Verlauf des Augusts erwartet werden. Erst dann dürfte klar werden, wie stark der Memory Crunch die Marge im Smartphone-Geschäft tatsächlich schon angegriffen hat.

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