XPeng Aktie: 1,78 Milliarden Renminbi Nettoverlust

XPeng verzeichnet nach einem kurzen Gewinn im Vorquartal wieder einen deutlichen Nettoverlust. Das Management prognostiziert für Q2 2026 eine starke Erholung der Auslieferungen.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz im ersten Quartal gesunken
  • Nettoverlust von 1,78 Milliarden Renminbi
  • Prognose: 100.000 bis 106.000 Auslieferungen
  • CEO übernimmt Leitung der Robotik-Sparte

Einmal kurz profitabel, jetzt wieder tief in den roten Zahlen: XPeng hat das erste Quartal 2026 mit einem deutlichen Rückschlag abgeschlossen. Ausgerechnet jetzt setzt das Management auf eine der ambitioniertesten Prognosen im chinesischen EV-Sektor — und der CEO übernimmt persönlich das Robotik-Geschäft.

Quartalszahlen: Gewinn weg, Umsatz eingebrochen

Der Rückfall kam schnell. Im vierten Quartal 2025 hatte XPeng erstmals in seiner Geschichte einen Quartalsgewinn erzielt. Drei Monate später ist er Geschichte.

Der Umsatz sank im ersten Quartal 2026 auf 13,03 Milliarden Renminbi — ein Rückgang von 17,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettoverlust weitete sich auf 1,78 Milliarden Renminbi aus. Die Fahrzeugauslieferungen brachen auf 62.682 Einheiten ein, nach 116.249 im Vorquartal.

Ein Lichtblick: Die Bruttomarge stieg auf 20,6 Prozent, gegenüber 15,6 Prozent im Vorjahreszeitraum. Die Fahrzeugmarge verbesserte sich auf 12,1 Prozent. Kostensenkungen und ein höherer Anteil teurerer Modelle treiben diese Entwicklung.

Prognose: 60 Prozent mehr Auslieferungen in einem Quartal

Das Management verspricht eine drastische Wende. Für das zweite Quartal 2026 erwartet XPeng zwischen 100.000 und 106.000 Fahrzeugauslieferungen — ein sequenzielles Plus von bis zu 69 Prozent. Der Umsatz soll auf 19,60 bis 20,80 Milliarden Renminbi steigen.

Ob das realistisch ist, hängt vor allem am Auslandsgeschäft. Im April überstiegen die Auslieferungen außerhalb Chinas erstmals 6.000 Einheiten pro Monat. XPeng will den internationalen Anteil am Umsatz im zweiten Quartal auf über 20 Prozent steigern. Ab dem vierten Quartal sollen monatlich mehr als 10.000 Fahrzeuge ins Ausland gehen.

Für die nötige Finanzierung ist gesorgt: Die Liquidität lag Ende März bei 42,09 Milliarden Renminbi.

CEO übernimmt Robotik — mitten in der Krise

Parallel zur Ergebnissaison zieht XPeng-Gründer He Xiaopeng die Zügel im Robotik-Bereich direkt an sich. Seit dem 10. Juni leitet er die Robotik-Sparte persönlich. In Guangzhou entsteht bereits eine 110.000 Quadratmeter große Fabrik.

He begründete den Schritt damit, dass die Massenproduktion des humanoiden Roboters IRON unmittelbar bevorstehe. Kurz zuvor hatte Shi Xiaoxin, ein leitender Manager des IRON-Projekts, das Unternehmen verlassen. XPeng bestätigte seinen Rücktritt als Senior Director, ohne weitere Details zu nennen.

Der Zeitplan ist eng gesteckt: Massenproduktion ab dem vierten Quartal 2026, zunächst über 1.000 Einheiten pro Monat. Piloteinsatz in Einzelhandelsgeschäften ab Anfang 2027, kommerzielle Auslieferungen in China und im Ausland im Verlauf des Jahres. Haushaltsanwendungen plant XPeng ab 2028.

Aktie nahe am Jahrestief

Die Börse reagiert skeptisch. Die XPeng-Aktie schloss zuletzt bei 12,48 Euro — nur 2,63 Prozent über dem 52-Wochen-Tief vom 11. Juni. Seit Jahresbeginn hat der Kurs fast 29 Prozent verloren. Der RSI liegt bei 34,5 und signalisiert überverkaufte Bedingungen.

Das zweite Quartal wird zur Bewährungsprobe. Liefert XPeng die angekündigten 100.000-plus Einheiten, dürfte sich das Bild schnell drehen. Verfehlt das Unternehmen die eigene Prognose, steht das Vertrauen in das Management auf dem Spiel — und der Kurs hätte wenig Puffer nach unten.

Anzeige

XPeng-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue XPeng-Analyse vom 15. Juni liefert die Antwort:

Die neusten XPeng-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für XPeng-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

XPeng: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu XPeng