XPeng Aktie: 40.000 Auslieferungen im Juni
XPeng meldet starke Juni-Zahlen, doch die Jahresprognose von 600.000 Fahrzeugen bleibt in weiter Ferne. Neue Modelle und die Europa-Expansion sollen die Wende bringen.

- Höchster Monatsabsatz des Jahres im Juni
- Jahresziel von 600.000 Fahrzeugen weit entfernt
- Neues SUV Mona L03 als Hoffnungsträger
- Europa-Expansion mit Modellpremiere in München
Starke Monatszahlen, schwache Jahresbilanz — bei XPeng klaffen Realität und Ambition weit auseinander. Der chinesische Autobauer meldet für den Juni einen deutlichen Absatzsprung. Die Börse reagiert erleichtert. Die Aktie klettert am Mittwoch um 1,72 Prozent auf 11,84 Euro. Das ändert wenig am übergeordneten Bild. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut 32 Prozent auf der Kurstafel.
Absatzwende im Frühsommer
XPeng lieferte im Juni gut 40.000 Fahrzeuge aus. Das ist der höchste Monatswert des laufenden Jahres. Damit beendet das Unternehmen eine fünfmonatige Durststrecke mit rückläufigen Verkaufszahlen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Absatz um knapp 16 Prozent.
Das zweite Quartal schließt der Konzern mit rund 103.000 ausgelieferten Autos ab. XPeng trifft damit exakt die eigene Prognose. Der Aufschwung geht primär auf das neue Premium-SUV GX zurück. Dieses Modell steuerte im ersten vollen Verkaufsmonat fast 6.750 Einheiten bei.
Die Lücke zum Jahresziel
Trotz des starken Junis steht das Management vor einem massiven Problem. Im gesamten ersten Halbjahr verkaufte XPeng knapp 166.000 Fahrzeuge. Das entspricht nicht einmal einem Drittel des anvisierten Jahresziels.
Der Autobauer will im laufenden Jahr bis zu 600.000 Autos absetzen. Um das untere Ende dieser Spanne zu erreichen, fehlen noch etwa 384.000 Einheiten. Das bedeutet: XPeng muss sein Verkaufsvolumen im zweiten Halbjahr mehr als verdoppeln. Die Lösung soll eine aggressive Modelloffensive bringen.
Neue Modelle für den Massenmarkt
Am 2. Juli feiert das neue SUV-Modell Mona L03 in Peking Premiere. Noch am selben Abend öffnet XPeng die Auftragsbücher. Das Fahrzeug bietet Kunden die Wahl zwischen reinem Batterieantrieb und einem Verbrennungsmotor zur Reichweitenverlängerung. Die Hybridversion schafft eine kombinierte Reichweite von über 1.300 Kilometern.
Der Preis entscheidet über den Erfolg. Marktbeobachter erwarten einen Einstiegspreis von rund 150.000 Renminbi. Damit greift XPeng direkte Konkurrenten wie den BYD Atto 3 an. Das neue SUV soll die hohe Abhängigkeit von der Limousine M03 beenden. Diese machte zuletzt über 40 Prozent der Gesamtverkäufe aus.
Europa-Expansion beschleunigt sich
Parallel dazu treibt der Konzern seine internationale Expansion voran. XPeng bringt den Mona L03 bereits im Juli nach Europa. Ein großes Markenevent in München markiert den Startschuss. Das Ziel: Die Auslandsumsätze sollen sich im laufenden Jahr verdoppeln.
Dafür nutzt das Unternehmen bestehende Strukturen. XPeng lässt bereits drei Modelle aus Bausätzen bei Magna Steyr in Österreich montieren. Aktuell verkauft der Autobauer seine Fahrzeuge in 28 europäischen Ländern.
Die kommenden Wochen entscheiden über die Jahresbilanz. Gelingt der Marktstart des Mona L03 in China und Europa, rückt das ehrgeizige Absatzziel wieder in Reichweite. Fällt die Nachfrage jedoch schwach aus, droht eine massive Zielverfehlung. Die Marke von 384.000 benötigten Fahrzeugen im zweiten Halbjahr lässt keinen Spielraum für Fehler.
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