XRP: 131,94 Millionen ETF-Zuflüsse im Mai
XRP verzeichnet trotz deutlicher Kursverluste starke ETF-Zuflüsse und treibt DeFi-Ausbau auf dem Ledger voran.

- XRP fällt auf 19-Monats-Tief
- Rekordzuflüsse in XRP-ETFs im Mai
- XRPL plant DeFi-Erweiterung mit neuen AMM-Modellen
- Tokenisierte Realwerte auf XRPL übersteigen 3 Milliarden Dollar
XRP steckt in einem harten Widerspruch. Der Token fällt weiter, während das Netzwerk seine DeFi-Infrastruktur ausbauen will. Parallel fließt institutionelles Geld in Spot-Produkte so stark wie nie in diesem Jahr.
Am Freitag notierte XRP bei 1,17 USD und verlor 2,78 Prozent. Auf Monatssicht steht ein Minus von 17,40 Prozent. Technisch wirkt das Bild angeschlagen: Der Kurs liegt 15,58 Prozent unter dem kurzfristigen Schnitt und 28,24 Prozent unter der langfristigen Linie; der RSI beträgt 23,2.
XRPL will DeFi-Lücke schließen
Die XRPL Foundation hat am 26. Mai einen Entwurf für „AMM Swappable Curves“ vorgelegt. Er soll den bestehenden XLS-30-AMM um mehrere Preismodelle erweitern.
Konkret geht es um konzentrierte Liquidität, StableSwap und spätere Smart-AMM-Funktionen. Bestehende Pools sollen weiter kompatibel bleiben. Das ist wichtig, weil der Umbau nicht bei null starten würde.
Der Kernpunkt: Liquiditätsanbieter sollen selbst wählen können, wie ein Pool Preise bildet. Für volatile Paare braucht es andere Mechanik als für Stablecoins oder stark korrelierte Token. Genau dort liegt bisher eine Schwäche des XRP Ledgers.
Konzentrierte Liquidität gilt in großen DeFi-Ökosystemen als Standard. Rund 60 Prozent des AMM-Volumens laufen inzwischen über Varianten dieses Modells. Beim XRPL fehlt diese Funktion seit dem AMM-Start im Jahr 2024.
Für Pools wie RLUSD/USDC könnte StableSwap engere Spreads und weniger Slippage bringen. Konzentrierte Liquidität würde Kapital gezielter in relevante Preisbereiche lenken. Das Ziel: bessere Ausführung bei weniger gebundenem Kapital.
Tokenisierung liefert Rückenwind
Der Vorschlag kommt zu einem passenden Zeitpunkt. Auf dem XRP Ledger liegen inzwischen mehr als 3 Milliarden Dollar an tokenisierten Real-World-Assets. Dazu zählt auch ein Treasury-Pilot mit Bezug zu Ripple und JPMorgan.
Ripple, JPMorgans Kinexys, Mastercard und Ondo Finance wickelten zuletzt eine Rückgabe tokenisierter US-Staatsanleihen über XRPL ab. Der Vorgang dauerte weniger als fünf Sekunden. Beteiligt war Ondos tokenisierter Treasury-Fonds OUSG.
Der Netzwerkumbau ist aber noch nicht sicher. XRPL-Änderungen brauchen mindestens 80 Prozent Zustimmung der Validatoren über zwei durchgehende Wochen. Dieser Prozess kann sich ziehen und endet nicht automatisch mit einer Aktivierung.
ETF-Geld läuft gegen den Trend
Während der Kurs schwächelt, ziehen regulierte XRP-Produkte Kapital an. XRP-ETFs sammelten im Mai netto 131,94 Millionen Dollar ein. Das war ihr stärkster Monat im Jahr 2026.
Der Kontrast zum übrigen Kryptomarkt ist auffällig. Bitcoin-Produkte verzeichneten im selben Zeitraum Abflüsse von rund 2,43 Milliarden Dollar. Ethereum-Fonds verloren etwa 540,88 Millionen Dollar.
Seit dem Start im November 2025 kamen Spot-XRP-ETFs auf kumulierte Zuflüsse von 1,43 Milliarden Dollar. Zu den Anbietern gehören Bitwise, Franklin Templeton, Grayscale, Canary Capital und 21Shares.
Ein Treiber war die US-Regulierung. Im Mai passierte der CLARITY Act den Bankenausschuss des Senats mit 15 zu 9 Stimmen. Das Weiße Haus peilt den 4. Juli als Zielmarke an. Viele Investoren positionieren sich damit vor einem möglichen politischen Katalysator, nicht wegen starker Kursdynamik.
On-Chain-Daten widersprechen dem Kurs
Der Spotmarkt erzählt eine andere Geschichte. XRP fiel am 5. Juni auf 1,08 USD und markierte damit ein 19-Monats-Tief. Seit Jahresanfang summiert sich das Minus auf 37,80 Prozent.
Unter der Oberfläche sieht das Bild weniger eindeutig aus. Mehr als 25 Millionen XRP wanderten zuletzt von Börsen ab. Wallets mit mindestens 10.000 XRP stiegen auf den Rekordwert von 332.230 Adressen.
Das spricht eher für Akkumulation als für breite Kapitulation. Allerdings bleibt die Börsenliquidität niedrig. Dadurch können auch kleinere Orders stärkere Kursausschläge auslösen.
Die nächste relevante Zone liegt zwischen 1,30 und 1,60 USD. Erst eine Rückkehr in diesen Bereich würde den Abstand zwischen ETF-Zuflüssen, On-Chain-Signalen und schwachem Spotkurs verkleinern. Bis dahin bleibt XRP ein Markt mit starken strukturellen Argumenten und klarer technischer Schwäche.
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