XRP: 24,9 Prozent nach Weißem-Haus-Gipfel

XRP steigt nach politischen Impulsen aus dem Weißen Haus auf 1,48 US-Dollar, bleibt aber trotz starker ETF-Zuflüsse deutlich im Minus.

Die Kernpunkte:
  • Krypto-Gipfel löst Kurssprung aus
  • ETF-Zuflüsse erreichen Höchststand
  • Ripple expandiert in Südkorea
  • CLARITY Act Abstimmung im September

XRP hat binnen weniger Tage eine bemerkenswerte Kehrtwende hingelegt. Nachdem die Kryptowährung Anfang August erstmals seit November 2024 unter die Marke von einem US-Dollar gefallen war, notiert sie nun bei 1,48 US-Dollar. Auslöser der Erholung war ein politisches Ereignis: ein Krypto-Gipfel im Weißen Haus am 19. August, an dem auch Ripple-Chef Brad Garlinghouse teilnahm.

Weißes Haus und Treasury sorgen für Kaufwelle

Im Zuge des Gipfels sprach sich Präsident Trump öffentlich für den sogenannten CLARITY Act aus, ein Gesetzesvorhaben zur Einstufung digitaler Vermögenswerte als Rohstoffe. Innerhalb von 24 Stunden sprang XRP am 20. August um 24,9 Prozent nach oben, während der breitere Kryptomarkt an diesem Tag nachgab.

Parallel dazu kündigte das US-Finanzministerium unter Finanzminister Scott Bessent an, sein Rückkaufprogramm für langlaufende Anleihen deutlich auszuweiten – die Obergrenze pro Operation steigt von 2 auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar, die entsprechenden Käufe laufen vom 9. September bis 4. November.

Beide Ereignisse zusammen lösten laut Marktbeobachtern eine rund 30-prozentige Rally innerhalb von zwei Tagen aus und beendeten den seit einem Jahr anhaltenden Abwärtstrend.

Der Rücksetzer unter die Ein-Dollar-Marke Anfang August markierte demnach den vorläufigen Tiefpunkt eines schmerzhaften Jahres für XRP-Anleger: Verglichen mit dem Schlusskurs vor rund zwölf Monaten liegt die Kryptowährung noch immer 51 Prozent im Minus, seit Jahresbeginn beträgt das Minus 20 Prozent. Die jüngste Erholung wirkt vor diesem Hintergrund wie eine Gegenbewegung nach starkem Kursverfall, nicht wie eine vollständige Trendumkehr.

ETF-Zuflüsse ziehen wieder an

Die Kursbewegung spiegelt sich auch in den institutionellen Kapitalflüssen wider. Nachdem die wöchentlichen Zuflüsse in US-amerikanische Spot-XRP-ETFs Anfang August um 93 Prozent auf lediglich 1,01 Millionen US-Dollar eingebrochen waren, verzeichneten die Fonds in der Woche bis zum 21. August wieder Nettozuflüsse von 39,78 Millionen US-Dollar – die stärkste Woche seit Mai.

Allein am 21. August flossen 18,38 Millionen US-Dollar in die Produkte, parallel zu einem Kurssprung von rund 20 Prozent an diesem Tag. Der Anbieter Bitwise verzeichnete mit 16,89 Millionen US-Dollar den größten Anteil der Zuflüsse.

Ripple treibt Partnerschaften in Südkorea voran

Neben der politischen Großwetterlage lieferte auch das operative Geschäft von Ripple Rückenwind. Am 18. August gab das Unternehmen eine Partnerschaft mit der südkoreanischen Jeonbuk Bank bekannt, die als erste Regionalbank des Landes Ripple Payments für grenzüberschreitende Überweisungen einsetzt. Es ist bereits die dritte koreanische Kooperation des Jahres, nachdem zuvor die Lebensversicherung Kyobo Life sowie die Direktbank Kbank Vereinbarungen mit Ripple geschlossen hatten.

Ripple-Präsidentin Monica Long hatte bereits Anfang August auf eine „regelrechte Trendwende“ bei institutionellen Marktteilnehmern hingewiesen, die zunehmend auf durchgehenden On-Chain-Handel setzten.

Auf technischer Seite veröffentlichte Ripple zudem am 6. August die XRP-Ledger-Version xrpld 3.3.0 mit fünf neuen Erweiterungsvorschlägen, darunter erstmals eine Datenschutz-Funktion für Token-Transfers. Ripples Entwicklungsleiter Ayo Akinyele betonte, die Vorschläge müssten erst von den Validatoren bestätigt werden, bevor sie aktiv werden.

Blick nach vorn: Entscheidung im September

Für die weitere Kursentwicklung dürfte der 15. September entscheidend werden: An diesem Tag steht im US-Senat eine Cloture-Abstimmung zum CLARITY Act an. Eine erfolgreiche Abstimmung würde das Gesetz de facto absichern – Wettmärkten zufolge werden die Chancen dafür derzeit jedoch nur auf etwa 16 Prozent taxiert.

Bis dahin dürfte die hohe Schwankungsbreite der vergangenen Wochen bestehen bleiben, wie auch ein am 21. August bekanntgewordenes Derivate-Geschäft zeigt: Ein Händler eröffnete eine Optionsposition im Volumen von 2,32 Millionen US-Dollar, die auf starke Kursbewegungen in beide Richtungen setzt – ein Indiz dafür, dass der Markt auch nach der jüngsten Rally mit weiteren Ausschlägen rechnet.

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