XRP: 2,6 Milliarden Dollar Zufluss

Trotz massiver Zuflüsse von 2,6 Milliarden Dollar in tokenisierte Realwerte notiert XRP nahe seinem Jahrestief. Die Kluft zwischen Netzwerkwachstum und Kurs bleibt bestehen.

Die Kernpunkte:
  • 2,6 Milliarden Dollar RWA-Zuflüsse in sechs Monaten
  • XRP-Kurs fällt 69 Prozent unter Rekordhoch
  • Ripple erhält europäische Krypto-Lizenz
  • RLUSD-Stablecoin erreicht 1,51 Milliarden Dollar

Auf der XRP Ledger stapeln sich reale Vermögenswerte im Milliardenwert. Der Token selbst dümpelt trotzdem nahe seinem Jahrestief. Zwischen Netzwerk und Kurs klafft derzeit eine auffällige Lücke.

Tokenisierung wächst rasant

Die XRP Ledger hat sich zu einem der am schnellsten wachsenden Netzwerke für tokenisierte Real-World-Assets entwickelt. Laut Daten von RWA.xyz flossen in den vergangenen sechs Monaten 2,6 Milliarden US-Dollar an neuem RWA-Wert in das Netzwerk, Stablecoins nicht mitgerechnet. Damit landet die XRP Ledger auf Platz zwei aller Blockchains bei diesem Zufluss.

Der Wachstumspfad ist steil. Anfang Januar 2026 hielt das Netzwerk gerade einmal 897 Millionen Dollar an tokenisierten Real-World-Assets. Bis Ende Januar kletterte der Wert bereits auf 1,8 Milliarden Dollar. In den folgenden sechs Monaten kamen weitere 2,6 Milliarden Dollar hinzu. Macht in Summe 4,38 Milliarden Dollar.

Nur ein Netzwerk war schneller: BNB Chain zog im selben Zeitraum 3 Milliarden Dollar an. Die XRP Ledger zählt damit zu nur drei Blockchains weltweit, die in einem halben Jahr mehr als 2 Milliarden Dollar an RWA-Zuflüssen verbuchten.

Drei Vermögenswerte treiben dieses Wachstum. Das Energieprodukt JMWH von Justoken ist mit 2,229 Milliarden Dollar der größte Einzelposten und macht allein 50,8 Prozent des gesamten RWA-Marktes auf der Ledger aus. Hinzu kommen ein Kreditprodukt von CRX Digital Assets sowie Ripples eigener Stablecoin RLUSD.

Der Kurs bleibt unter Druck

Während das Tokenisierungsgeschäft wächst, kämpft XRP selbst mit einer anhaltenden Schwäche. Der Coin notiert aktuell bei 1,10 Dollar und liegt damit 69 Prozent unter seinem Rekordhoch von 3,55 Dollar aus dem Juli 2025. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut 41 Prozent zu Buche.

Zum 50-Tage-Durchschnitt von 1,11 Dollar fehlt kaum etwas – der Kurs bewegt sich praktisch auf dieser Linie. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 1,40 Dollar klafft dagegen eine Lücke von über 21 Prozent. Das Chartbild zeigt seit Monaten tiefere Hochs und tiefere Tiefs, ein klassisches Abwärtsmuster.

Auch institutionelles Geld hält sich zurück. Die Zuflüsse in XRP-ETFs sind im Juli auf rund 12,4 Millionen Dollar eingebrochen. Parallel dazu ist das Suchinteresse von Privatanlegern spürbar gesunken. Technisch mag der Boden nahe liegen, an echter Nachfrage mangelt es trotzdem.

Ripple baut die Infrastruktur weiter aus

Abseits des Kurses treibt Ripple sein Zahlungsgeschäft voran. Mit Ripple Mint können institutionelle Kunden nun eigenständig RLUSD prägen und verwalten. Der Stablecoin zirkuliert bereits mit rund 1,51 Milliarden Dollar, gedeckt durch Reserven von etwa 1,62 Milliarden Dollar in Bargeld, Barreserven und kurzlaufenden US-Staatsanleihen.

Ripple hat zudem eine vollständige Krypto-Dienstleister-Lizenz in Europa erhalten. Damit kann das Unternehmen künftig regulierte Services im gesamten europäischen Wirtschaftsraum anbieten. Ein weiterer Baustein für die institutionelle Ausrichtung des Unternehmens.

Zwei Geschichten, ein Netzwerk

Die Diskrepanz zwischen Netzwerk-Fundamentaldaten und Tokenpreis ist bei XRP kein neues Phänomen. Wachsende RLUSD-Zirkulation und Milliarden an tokenisierten Vermögenswerten haben sich bislang nicht in nachhaltigem Kaufdruck niedergeschlagen.

Der RSI von 47 signalisiert weder Überverkauft- noch Überkauft-Zustand – der Markt sucht seine Richtung. Kurzfristig dürfte der Kurs stärker von der allgemeinen Kryptostimmung und makroökonomischen Signalen abhängen als vom Wachstum der Netzwerk-Fundamentaldaten.

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