XRP: 48 Prozent Wochenplus auf 1,48 Dollar
XRP steigt binnen Wochenfrist um 48 Prozent. Entscheidende Senatsabstimmung über Krypto-Regeln am 15. September rückt in den Fokus.

- Wochenplus von 48 Prozent
- Senatsabstimmung am 15. September
- Ripple platziert 275-Millionen-Anleihe
- RSI signalisiert überkaufte Lage
XRP hat binnen weniger Tage eine bemerkenswerte Erholung hingelegt und notiert am heutigen Sonntag bei 1,48 US-Dollar, nach einem Plus von 48 Prozent auf Wochensicht. Damit bleibt die Kryptowährung zwar noch weit von ihrem 52-Wochen-Hoch von 3,18 Dollar entfernt, hat sich aber deutlich von ihrem Jahrestief im Bereich unter einem Dollar gelöst. Treiber der Rally ist vor allem die Hoffnung auf regulatorische Klarheit in den USA.
Garlinghouse sieht USA „näher denn je“ an klaren Regeln
Ripple-CEO Brad Garlinghouse erklärte nach einem Treffen des CFTC-Innovationsausschusses am 20. August in Washington, die Vereinigten Staaten seien „näher denn je“ an klaren Krypto-Regeln.
Der Ausschuss versammelte laut Garlinghouse hochkarätige Vertreter aus der traditionellen Finanzwelt, darunter Nasdaq, NYSE und Cboe. SEC und CFTC hatten bereits im März eine gemeinsame Klarstellung veröffentlicht und eine Token-Taxonomie mit fünf Kategorien geschaffen – bindende Gesetzgebung steht jedoch noch aus.
Der entscheidende Termin rückt näher: Am 15. September stimmt der US-Senat über den Clarity Act ab, der die Zuständigkeiten von SEC und CFTC für Kryptowährungen regeln soll. Für die Cloture-Abstimmung sind 60 Stimmen nötig, die Republikaner verfügen über 53 Sitze und benötigen damit sieben demokratische Stimmen.
Coinbase-CEO Brian Armstrong zeigte sich zuletzt „ziemlich optimistisch“, dass das Gesetz eine Mehrheit findet. Marktbasierte Wahrscheinlichkeiten für eine Verabschiedung im laufenden Jahr schwanken jedoch: Sie lagen zuletzt bei 24,5 Prozent, nachdem sie eine Woche zuvor noch bei 18 Prozent gestanden hatten. Galaxy Digital senkte die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung sogar auf 10 Prozent.
Für Ripple selbst ist der jahrelange Rechtsstreit mit der SEC inzwischen Geschichte: Ein Bundesrichter stellte fest, dass XRP selbst kein Wertpapier ist, Berufungen wurden 2025 fallengelassen. Die verhängte Strafe belief sich auf gut 125 Millionen Dollar. Garlinghouse bezifferte die Kosten für externe Anwälte im Konflikt mit der Aufsichtsbehörde auf 150 Millionen Dollar und bezeichnete Ripple als „Zentrum der Bullseye der SEC-Lawfare“.
Institutionelles Geschäft wächst parallel zur Kursrally
Während die politische Debatte läuft, baut Ripple sein institutionelles Geschäft weiter aus. Die Tochtergesellschaft Ripple Prime schloss Mitte August eine Anleihe über 275 Millionen Dollar mit einem Kupon von 8,25 Prozent und Fälligkeit 2031 ab.
Die Ratingagentur KBRA vergab dafür ein BBB-Rating, das sich auf die erwartete Unterstützung durch die Muttergesellschaft stützt – nicht auf XRP als Sicherheit. Ripple hält nach eigenen Angaben zum 30. Juni rund 37,66 Milliarden XRP, davon 32,6 Milliarden in Escrow-Konten gebunden.
Zudem kündigte Ripple gemeinsam mit Clearpool und Cicada Partners ein Kreditprogramm auf der XRP Ledger an, das institutionelle Darlehen für Fintech- und Zahlungsunternehmen ermöglichen soll. Der auf der Ledger emittierte Stablecoin RLUSD wuchs unterdessen kräftig: Sein Anteil am Stablecoin-Angebot der XRP Ledger liegt inzwischen bei über 90 Prozent, die Marktkapitalisierung übersteigt zwei Milliarden Dollar.
Überkaufte Indikatoren mahnen zur Vorsicht
Die fundamentale Nachrichtenlage trifft auf ein technisch angespanntes Bild. Der 14-Tage-RSI von XRP liegt bei 85,7 und signalisiert eine deutlich überkaufte Situation, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität mit 70 Prozent auf erhebliche Kursschwankungen hindeutet.
Tatsächlich kam es in den vergangenen Tagen bereits zu heftigen Gegenbewegungen: Nach einem Sprung auf ein Siebenmonatshoch von rund 1,70 Dollar sackte der Kurs im Zuge von Liquidationen long positionierter Trader in Höhe von mehr als 250 Millionen Dollar wieder ab.
Analysten bleiben gespalten. Während manche mittelfristig Kursziele im Bereich von zwei bis drei Dollar nennen, warnen andere vor einem Rückfall unter die Unterstützungszone bei 1,29 Dollar, sollte die Senatsabstimmung scheitern oder die Anleiherenditen wieder deutlich steigen.
Auch die Krypto-Wettplattform Kalshi räumte einem Kurs über drei Dollar bis Jahresende zuletzt nur eine Wahrscheinlichkeit von 22 Prozent ein, während 17 Prozent auf einen Rückgang unter 0,75 Dollar setzen. Die Entwicklung am 15. September dürfte somit zum entscheidenden Prüfstein für die weitere Kursrichtung werden.
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