XRP: 81 Prozent der Abflüsse von Walen
Großanleger ziehen XRP von Börsen ab, während Ripple neue Kredit- und Verschlüsselungsfunktionen testet. Der Kurs bleibt trotz Angebotsverknappung schwach.

- Wale dominieren Binance-Abflüsse
- Neues Update mit Verschlüsselung
- Validatoren stimmen über Kredite ab
- Ripple sperrt 700 Mio. XRP
XRP kämpft gerade an zwei Fronten. An der Preisfront hält sich der Kurs mit rund 1,01 Dollar knapp über seinem 52-Wochen-Tief. Im Hintergrund bauen Ripple und die großen Halter aber an einer völlig neuen Infrastruktur für institutionelles Geld.
Die Zahl sticht heraus: 81 Prozent aller XRP-Abflüsse von Binance stammen aktuell von Wal-Adressen. Große Halter verschieben ihre Bestände offenbar bevorzugt in eigene Wallets statt sie auf Börsen zu lassen. Diese Bewegung fällt zeitlich mit tiefgreifenden technischen Umbauten am XRP Ledger zusammen.
Neues Protokoll bringt Verschlüsselung für Institutionen
Am 8. August 2026 veröffentlichte das XRPL-Team Version 3.3.0. Das Update führt die „Confidential Transfer“-Erweiterung ein. Damit können Institutionen Kontostände und Transaktionsbeträge für sogenannte Multi-Purpose Tokens verschlüsseln. Die Art des Kontos bleibt trotzdem öffentlich sichtbar.
Zusätzlich bringt das Update die „Batch“-Erweiterung. Sie erlaubt, bis zu acht Transaktionen zu einer einzigen atomaren Operation zu bündeln. Entweder laufen alle Transaktionen im Paket durch, oder keine. Diese Funktion soll komplexe institutionelle Swaps und OTC-Handel direkt auf dem Ledger ermöglichen.
Validatoren stimmen über Kreditvergabe ab
Am 10. August 2026 votierten Ripples Validatoren für zwei weitere Erweiterungen: XLS-65 für Single Asset Vaults und XLS-66 für ein natives Kreditprotokoll. Beide Vorschläge zielen auf feste institutionelle Kredite ab, finanziert über XRP und den Stablecoin RLUSD direkt im Netzwerk.
Der Support liegt bislang bei rund 40 Prozent für XLS-65 und über 37 Prozent für XLS-66. Für eine Aktivierung im Mainnet braucht es mehr als 80 Prozent Zustimmung der vertrauenswürdigen Validatoren, gehalten über zwei Wochen. Bis dahin bleibt es bei Testbetrieb.
Ripple steuert das Angebot, der Kurs bleibt schwach
Während die Technik voranschreitet, kämpft der Kurs mit Verkaufsdruck. Der 30-Tage-Durchschnitt liegt bei 1,08 Dollar, der 200-Tage-Durchschnitt sogar bei 1,31 Dollar — XRP notiert damit rund 23 Prozent unter seinem längerfristigen Trend. Der RSI von 35,6 signalisiert zudem, dass der Token nahe einer überverkauften Zone handelt.
Ripple hat am 1. August 2026 reagiert und 700 Millionen XRP zurück ins Escrow gesperrt. Das begrenzt die monatliche Netto-Neuausgabe auf 300 Millionen Token. Die Maßnahme soll das Angebot am Markt knapper halten, auch wenn sie den aktuellen Abwärtstrend bislang nicht gestoppt hat.
Bei den US-Spot-ETFs zeigt sich eine ähnliche Zurückhaltung. Fonds wie Canary Capitals XRPC verzeichneten zuletzt sinkende Nettovermögen durch die Marktvolatilität. Auf regulatorischer Seite lief es dagegen rund: Ripple bestätigte am 9. August 2026 den Abschluss der Regulierungsarbeit im Europäischen Wirtschaftsraum. Nach der vollständigen MiCA-Zulassung wechselt das Unternehmen dort von der Lizenzierungsphase in den aktiven Ausbau von Stablecoin-Zahlungen und digitaler Infrastruktur.
Die kommenden zwei Wochen dürften zeigen, ob die Validatoren-Unterstützung für XLS-65 und XLS-66 die nötige 80-Prozent-Schwelle erreicht. Erst dann könnte das native Kreditprotokoll live gehen und institutionelles Kapital direkt über den Ledger fließen lassen.
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