XRP: 8,73 Prozent Wochenplus
XRP-Kurs erholt sich auf 1,14 Dollar, während private Wallets wachsen und Börsenreserven schrumpfen. Ripple startet neuen Startup-Accelerator in Hongkong.

- Wallet-Aktivität steigt um 72 Prozent
- Börsenbestände von XRP schrumpfen
- Ripple gründet Accelerator in Hongkong
- Achte Woche mit ETF-Zuflüssen in Folge
XRP notiert bei 1,14 Dollar. Auf den ersten Blick wirkt das nach einer gewöhnlichen Erholung nach einem schwachen Frühjahr. Die eigentliche Geschichte spielt sich aber nicht im Kurschart ab, sondern in den Wallets: Anleger holen ihre Token von den Börsen und parken sie in privaten Depots.
Aktivität steigt, Bestände auf Börsen schrumpfen
Die Zahl aktiver Wallets ist um 72 Prozent gestiegen. Parallel dazu sind die Bestände auf Kryptobörsen zurückgegangen. Dieses Muster deutet typischerweise auf Akkumulation hin, nicht auf Verkaufsdruck. Wer verkaufen will, hält seine Coins auf der Börse. Wer hält, holt sie heraus.
Der Kurs hat diese Bewegung bereits gespiegelt. Binnen einer Woche kletterte XRP um 8,73 Prozent, von rund 1,05 auf 1,15 Dollar. Aktuell trifft die Kryptowährung auf Widerstand in der Zone zwischen 1,11 und 1,18 Dollar, während sich Unterstützung bei 1,05 bis 1,06 Dollar zeigt.
Der Blick auf die längere Frist bleibt allerdings ernüchternd. Seit Jahresbeginn steht XRP mit 39,25 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht sogar mit 48,60 Prozent. Vom Rekordhoch bei 3,65 Dollar aus dem Juli 2025 trennen die Kryptowährung noch fast 69 Prozent.
Ripple baut Brücken nach Hongkong
Neben der Onchain-Bewegung sorgt Ripple selbst für Schlagzeilen. Das Unternehmen hat sich am 4. Juli mit dem Accelerator-Programm Brinc zusammengetan. Ziel ist ein neuer Startup-Accelerator in Hongkong, der gezielt junge Firmen fördert, die auf der XRP Ledger aufbauen.
Die Partnerschaft positioniert Hongkong als regionalen Knotenpunkt für XRPL-Entwicklung. Für Ripple ist das ein weiterer Baustein in der Strategie, sich als Infrastrukturanbieter für digitale Finanzprodukte in Asien zu etablieren.
Regulatorische Frist verstreicht ohne Folgen
In den USA hat unterdessen eine wichtige Compliance-Frist Ripple nicht ins Straucheln gebracht. Kaliforniens Digital Financial Assets Law verlangte von Krypto-Unternehmen, bis zum 1. Juli bestimmte Lizenz- und Betriebsauflagen zu erfüllen. Gegen Ripple wurden keine Maßnahmen bekannt.
Das spricht dafür, dass das Unternehmen in Kalifornien regulatorisch sauber aufgestellt ist. Ein stiller Erfolg, aber ein wichtiger.
ETF-Zuflüsse laufen seit acht Wochen
Die institutionelle Nachfrage bleibt derweil ein verlässlicher Faktor. US-Spot-ETFs auf XRP verzeichneten am 2. Juli Nettozuflüsse von 6,55 Millionen Dollar. Das war bereits die achte Woche in Folge mit positiven Zuflüssen, das verwaltete Vermögen dieser Produkte liegt inzwischen bei knapp 988 Millionen Dollar.
Diese Konstanz passt zum Bild der schrumpfenden Börsenbestände. Beide Signale deuten in dieselbe Richtung: Es handelt sich eher um langfristig orientiertes Kapital als um kurzfristige Spekulation.
Mit einem RSI von 51,9 zeigt XRP derzeit weder Überkauft- noch Überverkauft-Signale, der Kurs bewegt sich nah am 50-Tage-Durchschnitt von 1,20 Dollar. Ob die Kombination aus sinkenden Börsenreserven, wachsender Wallet-Aktivität und der neuen Hongkong-Partnerschaft ausreicht, um die Marke von 1,18 Dollar zu knacken, entscheidet sich in den kommenden Wochen an der Handelsaktivität selbst.
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