XRP: Angebot trifft Nachfrage
XRP startet ins Jahr mit planmäßigem Token-Unlock und stabilen ETF-Zuflüssen. Die Marktentwicklung hängt vom Gleichgewicht zwischen neuem Angebot und institutioneller Nachfrage ab.

- Planmäßige Freigabe von 1 Milliarde XRP aus Escrow
- Stabile institutionelle Zuflüsse über Spot-ETFs
- Sinkende XRP-Bestände auf zentralen Handelsplätzen
- Regulatorische Impulse durch CLARITY Act erwartet
XRP startet ins Jahr 2026 mit einem Spannungsfeld, das tiefer geht als die reine Kursentwicklung. Auf der einen Seite steht das planmäßige, milliardenschwere Token‑Unlock aus den Escrow-Konten von Ripple, auf der anderen Seite ein auffällig stabiler Zufluss institutioneller Gelder über neue Spot-ETFs. Entscheidend wird, wie dieses Zusammenspiel aus zusätzlichem Angebot und langfristiger Nachfrage den Markt in den kommenden Wochen prägt.
Kursbild und technische Ausgangslage
Nach der kräftigen Korrektur seit den Hochs im Oktober 2025 hat sich XRP zuletzt in einer engen Spanne eingependelt. Der Coin liegt aktuell bei rund 1,84 US‑Dollar und damit deutlich unter dem 52‑Wochen-Hoch von 3,04 US‑Dollar. Gleichzeitig notiert XRP nur knapp über dem jüngsten Jahrestief und rund 10 % unter dem 50‑Tage-Durchschnitt – ein Hinweis auf anhaltenden Druck seit Dezember.
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Der RSI auf 14‑Tage-Basis liegt mit 28,8 im überverkauften Bereich. Das signalisiert, dass der Verkaufsdruck kurzfristig übertrieben sein könnte, ohne automatisch eine Trendwende zu garantieren. Die annualisierte 30‑Tage-Volatilität von gut 34 % zeigt zudem: Im Vergleich zu früheren, extrem bewegten Phasen der Kryptowährung ist das aktuelle Umfeld eher von einer abwartenden Grundhaltung geprägt als von hektischer Spekulation.
Monatlicher Escrow‑Unlock: Angebotswelle mit eingebautem Filter
Zum Jahresauftakt wird – wie an jedem ersten Kalendertag – 1 Milliarde XRP aus den Escrow-Konten von Ripple freigegeben. Nominal bedeutet das zunächst einen kräftigen Angebotsschub. Erfahrungsgemäß fällt der Effekt auf das tatsächlich verfügbare Angebot aber deutlich geringer aus.
Historische Daten zeigen: Ripple legt regelmäßig 60 bis 80 % der freigewordenen Token zeitnah wieder zurück in Escrow. Im Dezember 2025 wurden beispielsweise rund 700 Millionen XRP erneut gesperrt. Damit steigt die zirkulierende Menge deutlich langsamer, als es der Bruttowert des Unlocks vermuten lässt.
Kurzfristig rückt heute dennoch die frische Liquidität in den Fokus, zumal die Stimmung nach der Marktkorrektur aus dem vierten Quartal 2025 fragil bleibt. Marktteilnehmer achten genau darauf, ob die neuen Token rasch absorbiert werden – oder ob zusätzlicher Verkaufsdruck sichtbar wird.
Institutionelle Nachfrage über Spot‑ETFs
Den Gegenpol zur Angebotsseite bilden die neuen Spot‑XRP‑ETFs, die seit November 2025 laufen. Diese Vehikel haben in kurzer Zeit über 1,25 Milliarden US‑Dollar an verwaltetem Vermögen aufgebaut – ein deutliches Signal für institutionelles Interesse.
Besonders bemerkenswert: In den Wochen bis Ende Dezember verzeichneten die Produkte mehr als 30 Handelstage in Folge mit Nettomittelzuflüssen, obwohl der XRP‑Preis in dieser Phase deutlich von seinen Höchstständen zurückkam. Diese Diskrepanz zwischen sinkendem Kurs und steigenden ETF‑Beständen legt nahe, dass eher kurzfristige Halter verkauft haben, während professionelle Investoren die Rücksetzer für den Aufbau von Positionen nutzten.
Aus Marktsicht deutet vieles darauf hin, dass institutionelle Adressen den Bereich unter 2 US‑Dollar als Einstiegs- und Akkumulationszone sehen. Die regelmäßig wiederkehrenden Escrow‑Freigaben scheinen diese Käufergruppe bislang nicht abzuschrecken.
On‑Chain‑Daten: Knappere Liquidität trotz Korrektur
Ein Blick auf die Blockchain-Daten stützt das Bild einer strukturellen Verengung des frei verfügbaren Angebots:
- Bestände auf Börsen: Innerhalb von zwölf Monaten ist die auf zentralisierten Börsen gehaltene XRP‑Menge von rund 4 Milliarden auf unter 1,5 Milliarden Token gefallen. Weniger Coins auf Handelsplätzen bedeuten tendenziell geringeren unmittelbaren Verkaufsdruck.
- Whale‑Konzentration: Ein kleinerer Kreis von unter 500 Wallets hält inzwischen einen bedeutenden Teil des Gesamtangebots. Das wirft zwar Fragen nach der Dezentralisierung auf, zeigt aber zugleich ein hohes Durchhaltevermögen großer Adressen, die ihre Bestände eher halten als aktiv traden.
- Netzwerknutzung: Die im Jahr 2025 eingeführte XRPL‑EVM‑Sidechain verzeichnet kontinuierliche Entwickleraktivität. Damit erweitert sich die Nutzung des Netzwerks über reine Zahlungsanwendungen hinaus in Richtung DeFi und Smart-Contract‑Anwendungen – ein potenziell wichtiger Faktor für die langfristige Nachfrage nach XRP.
Regulierung: Warten auf das nächste Signal aus Washington
Nach dem Abschluss des SEC‑Verfahrens im August 2025 hat sich der regulatorische Fokus verschoben – von Einzelfällen hin zu Rahmenregeln für Institutionen. Im Zentrum steht derzeit der sogenannte CLARITY Act, der noch im Januar im US‑Senat in die nächste Beratungsrunde gehen soll.
Das Gesetz zielt darauf ab, klare Vorgaben für Banken und Finanzinstitute im Umgang mit digitalen Vermögenswerten zu schaffen. Für XRP wäre insbesondere eine rechtssichere Grundlage für direkte Bank-Custody‑Lösungen von Bedeutung. Gelingt dieser Schritt, könnte sich die Rolle von XRP im klassischen Finanzsystem weiter festigen und zusätzliche Nachfragekanäle für institutionelle Investoren öffnen.
Fazit: Entscheidende Wochen zum Jahresstart
XRP geht mit einer gemischten Ausgangslage in das erste Quartal 2026: charttechnisch angeschlagen, mit überverkauften Signalen und deutlichem Abstand zum Jahreshoch, fundamental aber gestützt durch sinkende Börsenbestände, aktive Nutzung des Netzwerks und anhaltende ETF‑Zuflüsse. Wie sich der Markt in den kommenden Wochen entwickelt, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob die heutige 1‑Milliarde‑Freigabe aus dem Escrow von der institutionellen Nachfrage und der verknappten Liquidität auf Handelsplätzen aufgefangen wird – und welche zusätzlichen Impulse der CLARITY Act im weiteren Verlauf des Monats liefert.
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