XRP: Bitget-Diebstahl schlägt durch?

Gewinnmitnahmen und Sicherheitsbedenken drücken XRP, während Großanleger und US-Spot-ETFs weiterhin Kapital zuführen.

Die Kernpunkte:
  • XRP verliert 3,1 Prozent auf 1,48 Dollar
  • Rund 54 Millionen XRP wurden abgezogen
  • Großanleger stockten ihre XRP-Bestände auf
  • US-Spot-ETFs verzeichnen 1,79 Milliarden Dollar Nettozuflüsse

Der Krypto-Asset XRP gerät zum Wochenauftakt spürbar unter Verkaufsdruck und gibt eine technisch bedeutsame Haltemarke auf. Am heutigen Montag verbucht der Token ein Minus von 3,1 Prozent auf 1,48 USD. Verantwortlich für den Rücksetzer sind vor allem Gewinnmitnahmen nach einem gescheiterten Ausbruchsversuch im Bereich um 1,60 Dollar sowie Unruhe über Transaktionen im Zusammenhang mit einem Börsendiebstahl.

Sicherheitsbedenken und Gewinnmitnahmen belasten

Der jüngste Abgabedruck folgt auf die Bewegung entwendeter Gelder nach einem Sicherheitsvorfall bei der Handelsplattform Bitget. Laut CoinDesk wurden am vergangenen Wochenende rund 54 Millionen XRP im Gegenwert von etwa 83 Millionen US-Dollar von Konten der Angreifer abgezogen. Da das XRP Ledger dezentral aufgebaut ist, kann Ripple native Bestände nicht einseitig einfrieren, was die Verunsicherung unter Marktteilnehmern verstärkte.

Zugleich scheiterten die Notierungen mehrfach an der Widerstandszone zwischen 1,54 und 1,60 Dollar. Nach wiederholten Abweisungen an dieser Schwelle setzten verstärkte Liquidationen von spekulativen Long-Positionen ein.

Zusätzliche Vorsicht rührt aus dem anstehenden Monatswechsel: Zum 1. Oktober steht die turnusmäßige Freigabe von bis zu einer Milliarde XRP aus dem Treuhandkonto von Ripple an, wenngleich erfahrungsgemäß ein erheblicher Teil davon wieder gesperrt wird.

Großanleger und ETF-Mittel stützen im Hintergrund

Trotz des kurzfristigen Dämpfers verzeichnete das Netzwerk zuletzt auffällige Kapitalbewegungen zugunsten langfristiger Adressen. Nach Erhebungen des Analysehauses Santiment bauten Wallets mit Beständen von über einer Million US-Dollar ihre Reserven in den fünf Tagen bis zum 24. September um mehr als 470 Millionen Einheiten aus. Zudem meldete Whale Alert am Samstag den Transfer von knapp 578 Millionen XRP von der Handelsplattform Uphold auf eine externe Adresse.

Parallel dazu verzeichnen die regulierten US-Spot-ETFs weiterhin eine solide Nachfrage. Die kumulierten Nettozuflüsse dieser Produkte summierten sich zuletzt auf rund 1,79 Milliarden US-Dollar, angeführt von Produkten der Anbieter Bitwise und Franklin Templeton. Diese Zuflüsse dämpfen den aktuellen Verkaufsdruck ab und verhindern bislang einen dynamischeren Absturz in tiefere Regionen.

Technische Weichenstellung und Termine im Oktober

Aus charttechnischer Sicht steht XRP nun an einer kritischen Weggabelung. Zwar notiert der Kurs mit 1,48 USD weiterhin über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1,33 USD, doch der Fall unter die runde 1,50-Dollar-Marke trübt das kurzfristige Bild ein.

Der Analyst Peter Brandt wies unlängst auf die Konturen eines inversen Kopf-Schulter-Musters hin, dessen Nackenlinie im Bereich von 1,50 bis 1,60 Dollar verläuft. Ein nachhaltiger Ausbruch nach oben bleibt jedoch die zwingende Voraussetzung für weitergehende Erholungsszenarien.

In den kommenden Tagen richten Marktbeobachter den Blick auf fundamentale Termine. Am 3. Oktober versammelt die Veranstaltung XRP Seoul Spitzenmanager wie Ripple-Präsidentin Monica Long mit Vertretern südkoreanischer Finanzkonzerne. Zudem peilen die Ledger-Entwickler für den 9. Oktober die Aktivierung des technischen Batch-Upgrades an, nachdem im Vorfeld bereits eine aktualisierte Protokollversion zur Stabilitätsverbesserung bereitgestellt wurde.

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