XRP: Börsenreserven als Bremsklotz?
CryptoQuant meldet XRP-Bestände nahe dem Jahreshoch; ETF-Zuflüsse und nachlassende Großtransfers mildern die Verkaufssorgen teilweise.

- Rund 11,81 Milliarden XRP auf Börsen
- Reserven im 99. Perzentil des Jahres
- Großtransfers zuletzt wieder rückläufig
- Spot-ETFs mit gegenläufigen Geldbewegungen
XRP legt heute zu, während hohe Bestände auf Handelsplattformen vor möglichem Verkaufsdruck warnen. CryptoQuant zufolge liegen die Börsenreserven nahe ihrem Jahresmaximum. Die Erholung ist damit nicht frei von Risiken: Zuflüsse großer Halter liefern Hinweise auf mögliche Gewinnmitnahmen. Zugleich zeigen die jüngsten ETF-Bewegungen kein einheitliches Bild der Nachfrage.
Börsenreserven nahe dem Jahresmaximum
Nach Angaben von CryptoQuant befinden sich etwa 11,81 Milliarden XRP auf Handelsplattformen. Damit erreichen die Bestände das 99. Perzentil des vergangenen Jahres. Sie liegen also am oberen Rand der während dieses Zeitraums beobachteten Werte.
Für Anleger ist dabei die Unterscheidung zwischen Verkaufsrisiko und tatsächlichen Verkäufen entscheidend. Die hohen Reserven nähren Sorgen über zusätzlichen Angebotsdruck. Sie belegen für sich genommen aber nicht, dass die betreffenden Token bereits verkauft wurden. Der heutige Kursanstieg von 1,7% steht deshalb nicht im Widerspruch zu diesem Warnsignal.
Weitere Hinweise liefern die Transfers großer XRP-Halter zu Binance. Medienberichten zufolge erreichten diese Zuflüsse im Monatsdurchschnitt 112,4 Millionen USD. Das war der höchste Stand seit März. An einzelnen Tagen überschritten die Zuflüsse 400 Millionen USD.
Diese Bewegungen könnten auf Gewinnmitnahmen während der Erholung hindeuten. Zuletzt normalisierten sich die Zuflüsse allerdings wieder. Das spricht für nachlassenden Verkaufsdruck bei diesen Transfers, ohne die hohen gesamten Börsenreserven zu entkräften. Beide Beobachtungen betreffen unterschiedliche Ausschnitte des Marktgeschehens.
ETF-Nachfrage liefert ein gemischtes Gegengewicht
Auch bei den US-Spot-XRP-ETFs stehen Käufe und Verkäufe nebeneinander. Am Mittwoch verbuchten die Fonds netto 708.510 USD Zuflüsse. Franklin Templetons XRPZ erhielt 2,25 Millionen USD, während aus dem Fonds von Bitwise 1,55 Millionen USD abflossen.
Der positive Gesamtsaldo verdeckt somit gegenläufige Entscheidungen innerhalb der Produktgruppe. Er ist ein Zeichen vorhandener Nachfrage, aber kein Beleg für eine durchgehend positive Positionierung der ETF-Anleger. Zuvor hatten die Fonds an zwei aufeinanderfolgenden Handelstagen keine Mittelbewegungen verzeichnet.
Für XRP ergibt sich daraus ein vorsichtiges Bild: Die ETF-Käufe bieten ein Gegengewicht zu den Sorgen über Börsenbestände. Eine Entwarnung lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Die nachlassenden Großtransfers sind ein günstigeres Signal, während die hohen Reserven das Verkaufsrisiko bestehen lassen. Entscheidend ist damit weniger der heutige Kursgewinn als die Frage, ob die jüngste Beruhigung der Zuflüsse anhält.
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