XRP: Börsenreserven im Visier?
Rückläufige Terminpositionen reichen nicht für eine Bodenbildung, während hohe XRP-Bestände und ETF-Abflüsse die Nachfrage belasten.

- Börsen halten rund 11,81 Milliarden XRP
- Reserven erreichen das 99. Perzentil
- Offenes Terminvolumen sank um 15,8 Prozent
- US-Spot-XRP-ETFs meldeten wieder Nettoabflüsse
Bei XRP sprechen hohe Börsenbestände gegen eine Entwarnung nach dem jüngsten Erholungsversuch. Heute veröffentlichte Berichte auf Basis von CryptoQuant-Daten zeigen ein erhöhtes potenzielles Verkaufsangebot bei zugleich rückläufigen offenen Terminpositionen. Das beweist keinen bevorstehenden Ausverkauf. Für eine belastbare Bodenbildung reicht der Abbau spekulativer Positionen allein aber nicht aus.
Börsenreserven nahe dem Jahreshoch
Die XRP-Bestände auf Handelsplattformen liegen laut CryptoQuant bei rund 11,81 Mrd. XRP. Damit erreichen sie das 99. Perzentil der Beobachtungen der vergangenen 365 Tage. Die verfügbaren Bestände bewegen sich folglich nahe dem oberen Rand der jüngeren Historie.
Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen verfügbarem Angebot und tatsächlichen Verkäufen. Hohe Börsenreserven belegen für sich genommen keine Verkaufsabsicht. Sie sind deshalb ein Risikohinweis, aber kein Beweis dafür, dass ein weiterer Kursrückgang unmittelbar bevorsteht.
Medienberichten zufolge transferierten große Wallets binnen eines Monats rund 1,6 Mrd. XRP zu Binance. Der Bericht bezeichnet dies als höchsten Wert seit sechs Monaten. Diese Zuflüsse unterstreichen die Bedeutung der Börsenbestände für die weitere Kursentwicklung.
Ob daraus zusätzlicher Verkaufsdruck entsteht, hängt von den anschließenden Transaktionen ab. Die bloße Übertragung lässt offen, ob die Bestände verkauft oder zunächst auf der Plattform gehalten werden.
Weniger offene Terminpositionen
Parallel dazu sank das offene Volumen der XRP-Terminkontrakte auf Binance zwischen dem 4. Oktober und Samstag um 15,8 %. Am Ende dieses Zeitraums lag es bei 453 Mio. US-Dollar. Damit ging das Engagement am Terminmarkt zurück, während die Börsenreserven hoch blieben.
Das ergibt ein gemischtes Bild. Einerseits wurden spekulative Positionen abgebaut. Andererseits lässt sich daraus keine neue Kaufnachfrage am Kassamarkt ableiten. Sinkendes Terminengagement und hohe verfügbare Bestände sind daher noch keine überzeugende Kombination für eine nachhaltige Trendwende.
Auch die Fondsnachfrage lieferte zuletzt keine zusätzliche Unterstützung. Die US-Spot-XRP-ETFs verzeichneten in der vergangenen Woche erstmals nach einer längeren Zuflussserie wieder Nettoabflüsse. Damit fehlt vorerst auch von dieser Seite die Bestätigung einer breiteren Nachfragebelebung.
Bodenbildung bleibt an Bedingungen geknüpft
Ali Martinez nennt 1,25 US-Dollar als mögliche Unterstützung. Ein nachhaltiger Schluss über 1,56 US-Dollar könnte seiner Einschätzung nach den Weg in Richtung 2 US-Dollar öffnen. Das ist ein bedingtes Szenario und keine bestätigte Trendwende.
Für Anleger liegt der Prüfstein damit nicht allein im Halten einer Chartmarke. Eine überzeugendere Erholung müsste durch stärkere Käufe getragen werden. Solange hohe Börsenbestände auf nachlassendes Terminengagement und schwächere Fondsnachfrage treffen, bleibt die These einer bereits abgeschlossenen Bodenbildung ungesichert.
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