XRP: CLARITY Act am 7. August
Ripple treibt CLARITY Act voran, der XRP der CFTC unterstellen soll. Senat entscheidet bis August, Analysten sehen 50% Chance.

- Werbefahrt und 200 Unterstützer mobilisiert
- Senatsausschuss stimmt mit 15:9 zu
- IMF und DTCC nennen XRP Ledger
- XRP-Kurs bei 1,10 Dollar stabil
Am 14. Juli 2026 brachte das Unternehmen einen Werbetruck in Washington D.C. in Stellung und mobilisierte mehr als 200 Interessengruppen, um den Gesetzentwurf durch den Senat zu bringen. Das Gesetz soll XRP unter die Aufsicht der Warenterminaufsicht CFTC stellen und die Zuständigkeit der Börsenaufsicht SEC beenden.
Der Bankenausschuss des Senats hat den Entwurf bereits mit 15 zu 9 Stimmen weitergereicht. Für die endgültige Verabschiedung braucht es jedoch 60 Stimmen, um ein Filibuster zu überwinden. Demokratische Senatoren fordern zusätzliche Ethik- und Betrugsschutzklauseln, bevor sie zustimmen. Marktbeobachter haben die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung noch in diesem Jahr auf rund 50 Prozent zurückgestuft. Der Senat muss den Entwurf bis zum 7. August 2026 beraten, bevor die parlamentarische Sommerpause beginnt. Ein Analyst namens Levi betont, dass eine Verabschiedung XRP dauerhaft als digitales Rohgut festschreiben würde – unabhängig davon, welche Regierung künftig im Amt ist, da die Einstufung dann per Bundesgesetz und nicht per Behördenauslegung erfolgen würde.
IMF und DTCC nennen XRP im Tokenisierungs-Kontext
Zusätzlichen Rückenwind liefert ein Bericht des Internationalen Währungsfonds vom Juni 2026 mit dem Titel „The Rise of Tokenization“. Er führt das XRP Ledger neben Ethereum, Solana und Stellar als Netzwerk auf, das Banken für die Ausgabe von Stablecoins nutzen könnten. Auch die US-Clearingstelle DTCC hat Ripple in ihre Tokenisierungsinitiative eingebunden und weist auf ihrer Plattform risikobasierte Sicherheitsabschläge für XRP als Collateral aus: Bei einem Kurs über 5 US-Dollar gilt ein Abschlag von 35 Prozent, darunter fallen die Abschläge deutlich härter aus.
Ein zusätzlich aufgetauchtes DTCC-Patent aus dem Jahr 2019 beschreibt einen technischen Mechanismus für Transfers zwischen verschiedenen Blockchain-Netzwerken, in dessen Diagrammen das Ripple-DLT-System als Zielnetzwerk erscheint. Das Patent belegt jedoch lediglich technische Machbarkeit, keinen produktiven Einsatz. Ähnlich zurückhaltend ist ein Video rund um die Kooperation von SWIFT und dem Blockchain-Unternehmen R3, das zwar eine technische Anbindung von Corda an SWIFT gpi zeigt, aber keine Bestätigung liefert, dass SWIFT tatsächlich XRP einsetzt. Der Zahlungsverkehrsverbund selbst hat am 9. Juli 2026 ein eigenes, blockchainbasiertes Ledger mit 17 Großbanken gestartet – dieses arbeitet jedoch mit tokenisierten Bankeinlagen statt mit Kryptowährungen und lässt die endgültige Abwicklung weiterhin über bestehende Systeme laufen.
Kursbild bleibt angespannt
Trotz der regulatorischen Nachrichtenlage tritt der Kurs auf der Stelle. Aktuell notiert XRP bei 1,10 US-Dollar, nach einem Tagesplus von 0,77 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 41,50 Prozent zu Buche, und vom 52-Wochen-Hoch bei 3,65 US-Dollar aus dem Juli 2025 trennen den Coin fast 70 Prozent. Der Kurs liegt damit auch leicht unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,13 US-Dollar.
Am Terminmarkt zeigt sich Zurückhaltung: Die Hebelquote bei Futures-Positionen ist auf den niedrigsten Stand seit 2024 gefallen, während sich offene Positionen auflösen. Analysten ziehen Parallelen zu einer ähnlichen Bereinigungsphase im Jahr 2024, auf die damals eine kräftige Rally folgte. Der Angst-und-Gier-Index für den Kryptomarkt notiert bei 28 Punkten und signalisiert damit Furcht unter Anlegern. Gleichzeitig sollen institutionelle Zuflüsse über ETF-Produkte die schwache Nachfrage von Privatanlegern ausgleichen, während sinkende Bestände an den Börsen und Anhäufungen bei Großinvestoren auf anhaltenden Kaufdruck hindeuten. Ein nachhaltiger Ausbruch über die Widerstandszone bleibt bislang jedoch aus – die Marktteilnehmer richten den Blick nun auf die Senatsentscheidung Anfang August als möglichen Katalysator.
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