XRP: CLARITY Act verzögert sich
Der XRP-Kurs leidet unter der stockenden US-Gesetzgebung. Institutionelle Anleger ziehen Kapital ab, während Ripple in Europa Fortschritte macht.

- CLARITY Act verzögert sich im US-Senat
- XRP-ETFs verzeichnen Nettoabflüsse
- Ripple erhält MiCA-Lizenz in Luxemburg
- Große Wallets akkumulieren trotz Kursverlusten
XRP kämpft mit dem 52-Wochen-Tief. Bei 1,07 US-Dollar notiert die Kryptowährung nur noch knapp über der Marke von 1,01 Dollar, die sie erst am 26. Juni markiert hatte. Der Grund liegt weniger im Markt selbst als in Washington — dort verzögert sich ausgerechnet jenes Gesetz, das XRP regulatorische Klarheit bringen sollte.
Der CLARITY Act lässt auf sich warten
Der CLARITY Act soll Digital-Assets wie XRP als Rohstoffe einordnen. Eine vom Weißen Haus gesetzte Frist zum 4. Juli hat das Gesetz gerissen. Der US-Senat kehrt heute, am 13. Juli, aus der Sommerpause zurück — die Erwartungen an einen zusammengeführten Gesetzentwurf sind hoch.
Möglich wäre eine Abstimmung im Plenum in der Woche ab dem 20. Juli. Am 17. Juli hält der Financial Services Committee des Repräsentantenhauses zudem eine Anhörung zum Thema ab. Prognosemärkte taxieren die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung noch in diesem Jahr allerdings nur auf rund 39 Prozent. Diese Unsicherheit drückt auf die Stimmung.
Institutionelle Anleger ziehen Kapital ab
Die Zurückhaltung zeigt sich auch bei institutionellen Investoren. In der Handelswoche vom 6. bis 10. Juli verzeichneten US-Spot-ETFs auf XRP einen Netto-Abfluss von 7,18 Millionen Dollar. Allein der Bitwise XRP ETF verlor am 8. Juli rund 7,29 Millionen Dollar — der größte Tagesabfluss seit März.
Damit endet eine neunwöchige Serie von Zuflüssen. Bereits im ersten Quartal 2026 hatte Goldman Sachs seine gesamte XRP-ETF-Position aufgelöst, zuvor rund 154 Millionen Dollar wert. Die kumulierten Zuflüsse seit Start der ETFs bleiben mit etwa 1,48 Milliarden Dollar zwar beträchtlich. Der jüngste Trend zeigt aber in die andere Richtung.
Europa öffnet die Tür, während die USA zögern
Während sich die Lage in den USA hinzieht, macht Ripple in Europa Boden gut. Am 6. Juli erhielt das Unternehmen von der luxemburgischen Finanzaufsicht CSSF die volle MiCA-Zulassung als Krypto-Dienstleister. Damit kann Ripple reguliert in allen 30 Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums Zahlungsdienste anbieten.
Hinzu kommt eine Partnerschaft mit Mastercard, die Ripple 2026 in ihr Krypto-Partnerprogramm aufnahm. Grundlage ist ein Pilotprojekt vom 5. November 2025: Mastercard, WebBank und Gemini testen darin die Abwicklung von Kreditkartentransaktionen über Ripples Stablecoin RLUSD auf dem XRP Ledger.
Netzwerkaktivität kühlt ab, große Wallets kaufen zu
Die Kettendaten zeichnen ein gespaltenes Bild. Am 11. Juli fiel die Zahl aktiver Adressen auf dem XRP Ledger auf 25.350 — der zweitniedrigste Tageswert des Jahres. Inzwischen sank sie weiter auf etwa 22.888. Auch neue Wallets werden kaum noch angelegt: Mit 2.130 Neuanmeldungen markiert dieser Wert den niedrigsten Stand seit November 2024.
Gegenläufig entwickelt sich das Bild bei großen Haltern. Rund 123 Millionen XRP wanderten in der vergangenen Woche von Handelsplätzen in private Wallets ab — ein Signal, das Marktbeobachter häufig als Akkumulation deuten. Wallets mit Beständen zwischen 10 und 100 Millionen XRP bauen ihre Positionen bereits seit Jahresbeginn 2026 kontinuierlich aus.
Der Kurs spiegelt diese Gegensätze. Auf Wochensicht steht ein Minus von 7,11 Prozent, auf Monatssicht liegt XRP fast 5 Prozent im Rückstand. Seit Jahresbeginn hat die Kryptowährung mehr als 42 Prozent verloren, verglichen mit dem 52-Wochen-Hoch von 3,65 Dollar aus dem Juli 2025 beträgt der Abstand über 70 Prozent.
Aktuell bewegt sich XRP in einer Spanne zwischen 1,00 und 1,13 Dollar. Der RSI von 41,3 signalisiert dabei weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen. Entscheidend für die kommenden Wochen dürfte sein, ob der Gesetzentwurf tatsächlich in der Woche ab dem 20. Juli ins Plenum kommt — und ob die Akkumulation der großen Wallets den schwächelnden Rückhalt kleinerer Nutzer ausgleichen kann.
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