XRP: CLARITY Act vor Plenum

Der XRP-Kurs fällt auf 1,12 US-Dollar, während der CLARITY Act im Senat zur Abstimmung steht und ein Sicherheitsaudit angekündigt wird.

Die Kernpunkte:
  • CLARITY Act vor Senatsabstimmung
  • Sicherheitsaudit für XRP Ledger
  • ETF-Zuflüsse trotz Kursrückgang
  • Große Halter ziehen XRP ab

XRP steht unter Druck — und das aus mehreren Richtungen gleichzeitig. Der Kurs liegt bei 1,12 US-Dollar, rund 40 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau. Ausgerechnet jetzt erreicht die wichtigste Regulierungsinitiative seit Jahren einen entscheidenden Punkt.

Der CLARITY Act kommt vors Plenum

Der Digital Asset Market Clarity Act steht offiziell auf dem Terminkalender des US-Senats. Als Kalender-Nummer 423 wartet das 309-seitige Gesetz auf eine Abstimmung im Plenum — möglicherweise noch vor der Sommerpause im August. Im Bankenausschuss hatte das Gesetz zuvor mit 15 zu 9 Stimmen parteiübergreifend die Hürde genommen.

Das Kernziel: XRP und ähnliche Vermögenswerte sollen als digitale Rohstoffe unter die Aufsicht der CFTC fallen. Damit würde die jahrelange Rechtsunsicherheit enden. Für institutionelle Investoren wäre das ein klares Signal — ein formaler Rechtsrahmen, auf den sie gewartet haben.

Sicherheitsaudit und Netzwerkpanne

Parallel dazu hat die XRP Ledger Foundation eine Zusammenarbeit mit der Blockchain-Sicherheitsfirma Common Prefix angekündigt. Ziel ist die formale Verifikation des Konsensmechanismus — also der mathematische Beweis, dass die Software unter allen Bedingungen korrekt funktioniert.

Hintergrund ist das kürzlich eingespielten XRPL-3.2.0-Update, das mehrere technische Grenzfälle behoben hat. Am 22. Juni meldeten On-Chain-Datenindizes kurzzeitig nahezu null aktive Adressen. Kein Netzwerkausfall, sondern ein Fehler auf API-Ebene. Das Ledger verarbeitete währenddessen wie gewohnt hunderttausende Transaktionen täglich.

ETF-Zuflüsse trotz Kursrückgang

Institutionelle Nachfrage bleibt trotz des Kursrückgangs stabil. Der Bitwise XRP ETF verzeichnete am 22. Juni Nettozuflüsse von 5,31 Millionen Dollar. Die kumulierten Nettozuflüsse aller Spot-XRP-ETFs liegen inzwischen bei rund 1,45 Milliarden Dollar.

Auf der Angebotsseite befinden sich noch etwa 32,9 Milliarden XRP im Ripple-Treuhandsystem. Da Ripple monatlich rund 700 Millionen der freigegebenen Milliarde wieder einschließt, dürfte das Escrow-System erst Mitte 2035 vollständig erschöpft sein.

Technisches Bild bleibt angespannt

Der RSI liegt bei 38,5 — nahe dem überverkauften Bereich, aber noch ohne klares Umkehrsignal. XRP handelt rund 13 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und knapp sieben Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 1,05 Dollar. Der Widerstand bei 1,20 Dollar hielt zuletzt nicht.

Große Halter haben in den vergangenen 48 Stunden rund 1,5 Milliarden XRP von Börsen abgezogen — ein Muster, das Marktbeobachter oft mit einer Angebotsverknappung verbinden. Ob das reicht, um den Kurs zu stabilisieren, hängt auch von der Fed ab. Deren restriktive Haltung belastet den gesamten Kryptomarkt. Die nächste wichtige Unterstützungszone liegt bei 1,08 Dollar, darunter bei 1,04 Dollar.

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