XRP: CLARITY Act vor Senat bis 7. August
Trotz positiver Regulierungssignale und ETF-Zuflüssen notiert XRP nahe dem Jahrestief. Der CLARITY Act in den USA bleibt entscheidend.

- XRP notiert nahe 52-Wochen-Tief
- RLUSD erhält Zulassung in Japan
- Ripple erhält Lizenz in Luxemburg
- Institutionelle Zuflüsse bei XRP-ETFs
XRP notiert bei 1,04 US-Dollar — knapp über dem 52-Wochen-Tief von 1,01 Dollar. Seit Jahresbeginn hat die Kryptowährung fast 45 Prozent verloren. Ausgerechnet jetzt häufen sich positive Nachrichten aus der Regulierungswelt.
RLUSD expandiert, XRP leidet
Ripples Dollar-Stablecoin RLUSD gewinnt international an Fahrt. Ende Juni läuft ein Pilotprogramm innerhalb der Singapurer Finanzaufsicht MAS weiter — Fokus: grenzüberschreitende Handelsfinanzierung über Smart Contracts auf dem XRP Ledger. Am 24. Juni erhielt RLUSD zudem die Zulassung der japanischen Finanzaufsicht JFSA. Vertrieben über SBI VC Trade, erreichte der Stablecoin schnell eine Marktkapitalisierung von rund 1,6 Milliarden Dollar.
Das klingt nach Rückenwind für Ripple. Für XRP selbst ist das Bild komplizierter. Marktbeobachter weisen darauf hin, dass RLUSD kurzfristig Liquidität aus XRP abziehen könnte.
Europa öffnet sich, US-Gesetz hängt in der Luft
Auf regulatorischer Ebene kommt Ripple voran. Am 23. Juni erteilte Luxemburgs Finanzaufsicht CSSF eine vorläufige Zulassung als Krypto-Dienstleister. Damit kann Ripple Payments regulierte Krypto-Dienste in allen 30 Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums anbieten — ein direktes Ergebnis der MiCA-Regulierung.
In den USA bleibt die Lage offen. Der CLARITY Act, der einen verbindlichen Rahmen für digitale Assets schaffen soll, liegt noch im Senat. Befürworter drängen auf eine Abstimmung vor der Augustpause — das Zeitfenster dafür läuft vom 13. Juli bis zum 7. August. Für die finale Verabschiedung braucht das Gesetz 60 Stimmen. Galaxy Digital schätzt die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung noch in diesem Jahr auf 50 Prozent.
Institutionelle Käufer kaufen, Hebelspieler verlieren
Am 25. Juni wurden XRP-Long-Positionen im Wert von 40,73 Millionen Dollar liquidiert — der höchste Tageswert seit Anfang Februar. Über 97 Prozent der betroffenen Hebelpositionen wurden innerhalb von 24 Stunden zwangsgeschlossen.
Institutionelle Investoren zeigen sich davon unbeeindruckt. XRP-Spot-ETFs verzeichneten am 26. Juni Nettozuflüsse von 15,63 Millionen Dollar. Über sieben aufeinanderfolgende Wochen summieren sich die Zuflüsse auf rund 1,47 Milliarden Dollar. Die sieben in den USA zugelassenen XRP-Spot-ETFs verwalten zusammen knapp eine Milliarde Dollar.
Ein strukturelles Problem bleibt bestehen. Von den insgesamt 62,5 Milliarden XRP sind nur etwa sechs Prozent frei handelbar. Rund 33 Milliarden XRP liegen in Ripples Treuhandkonten und werden monatlich freigegeben — ein dauerhafter Verkaufsdruck, der die Kurserholung bremst.
Der RSI liegt aktuell bei rund 31 und signalisiert damit überverkaufte Bedingungen. Ob das als Boden reicht, hängt wesentlich davon ab, ob der CLARITY Act noch vor der Sommerpause den Senat passiert — und ob Ripples regulatorische Erfolge die Stimmung drehen.
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