XRP: CLARITY Act vor Senatsentscheid
Der US-Senat stimmt Anfang August über den CLARITY Act ab. XRP zeigt sich vor der Entscheidung mit neutralen Indikatoren und gemischten Signalen von Großanlegern.

- Senatsabstimmung über CLARITY Act am 7. August
- XRP notiert knapp unter 50-Tage-Durchschnitt
- Großanleger bauen Positionen aus
- ETF-Zuflüsse auf niedrigstem Monatswert
XRP pendelt aktuell um die Marke von 1,10 Dollar. Der Grund: Der Markt verdaut gerade den vollständigen Gesetzestext des CLARITY Act, jenes US-Regelwerks, das die Krypto-Regulierung grundlegend neu ordnen soll. Die Reaktion fällt gedämpft aus, nicht euphorisch.
Regulatorischer Durchbruch trifft auf Verschnaufpause
Am 23. Juli 2026 veröffentlichten die Verantwortlichen die finale Textversion des CLARITY Act. Der Gesetzesentwurf teilt die Aufsicht künftig zweigleisig: Die SEC reguliert Token mit zentralisierten Entwicklerteams, die CFTC übernimmt hinreichend dezentrale Netzwerke als digitale Rohstoffe. Hinzu kommen Verbraucherschutzregeln, etwa der Schutz von Kundenvermögen im Insolvenzfall.
Der Kursverlauf zeigt trotzdem keine Euphorie. XRP kletterte am 21. Juli auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 1,16 Dollar, der RSI näherte sich mit 69 Punkten überkauften Zonen. Seitdem hat sich die Lage entspannt: Der aktuelle 14-Tage-RSI liegt bei 47,6 — ein neutraler Wert ohne Extremsignal in beide Richtungen.
Das Handelsvolumen sank binnen 24 Stunden um fast 28 Prozent. Das spricht gegen einen Ausverkauf mit hoher Überzeugung. Es wirkt eher wie eine normale Abkühlung nach dem lokalen Hoch, keine Trendwende.
Der 7. August rückt in den Fokus
Der nächste große Termin: Der US-Senat hat sich eine Frist bis zum 7. August gesetzt, um über den CLARITY Act zu entscheiden. Das setzt die Abgeordneten nach Monaten der Verhandlung zusätzlich unter Zeitdruck.
Kein anderes Krypto-Gesetz kam in der US-Geschichte so weit. Das Repräsentantenhaus verabschiedete den Entwurf bereits am 17. Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen. Fast ein Jahr später fehlt nur noch die finale Abstimmung im Senat.
Die Prognosemärkte bleiben trotzdem skeptisch. Auf der Plattform Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit für eine tatsächliche Verabschiedung noch in diesem Jahr bei nur 42 Prozent — trotz des veröffentlichten Gesetzestexts.
Großanleger kaufen, während ETF-Zuflüsse schwächeln
Abseits der Gesetzgebung zeigt sich ein interessanter Widerspruch. Große Wallet-Adressen haben ihre Positionen zuletzt ausgebaut, während die Zuflüsse in Spot-ETFs auf den schwächsten Monatswert seit ihrer Auflage gefallen sind. Diese Daten stammen vom 23. Juli 2026.
Auch die Stimmungslage in sozialen Medien sendet gemischte Signale. Laut CoinMarketCap erreichte das Verhältnis positiver zu negativer Kommentare bei XRP einen Wert von 3,02 zu 1 — der höchste Wert unter den drei größten Kryptowährungen. Der Analysedienst Santiment warnt jedoch: Extreme Retail-Euphorie wirkt historisch oft als Kontraindikator und kündigt kurzfristige Rücksetzer an.
Charttechnik: Die Marke bei 1,14 Dollar entscheidet
Der aktuelle Kurs liegt mit 1,10 Dollar knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,11 Dollar — ein Abstand von nur 1,25 Prozent. Das signalisiert eine fragile, aber noch intakte Seitwärtsbewegung.
Hält die Marke bei 1,10 Dollar, könnte ein erneuter Test des Widerstands bei 1,14 Dollar folgen. Ein Ausbruch darüber würde den Weg zur 1,21-Dollar-Marke öffnen. Rutscht der Kurs jedoch unter 1,10 Dollar, droht ein Test des jüngsten 52-Wochen-Tiefs bei 1,01 Dollar von Ende Juni.
Parallel zur politischen Debatte treibt das Entwicklerteam der XRP Ledger auch technische Neuerungen voran. Ein größeres Software-Update steht bevor, das Batch-Transaktionen und vertrauliche Überweisungen einführt. Die sogenannte Batch-Amendment bündelt mehrere Transaktionen zu einer Einheit und entlastet damit das Netzwerk. Die Funktion für vertrauliche Transfers verbirgt künftig Transaktionsbeträge, ohne die Nachprüfbarkeit der Blockchain zu gefährden.
Marktteilnehmer behandeln den Fortschritt beim CLARITY Act derzeit als strukturell positives Signal für die längere Frist. Die kurzfristige Kursentwicklung bleibt davon unabhängig an die allgemeine Risikostimmung gekoppelt — und an den Ausgang der Senatsabstimmung Anfang August.
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