XRP: ETF-Fantasie trifft Regulierungsschub

XRP startet ins neue Jahr mit starken Zuflüssen in Spot-ETFs und einem positiveren regulatorischen Umfeld in den USA, während das Ökosystem um Ripple weiter wächst.

Die Kernpunkte:
  • Starke Kapitalzuflüsse in US-Spot-ETFs auf XRP
  • Regulatorischer Stimmungswechsel nach SEC-Personalwechsel
  • Technische Lage zeigt kurzfristige Überverkauftheit
  • Ripple baut Ökosystem mit Stablecoin und Banklizenz aus

XRP startet mit Rückenwind ins Jahr 2026. Nach einem schwankungsreichen Vorjahr rücken nun drei Faktoren in den Vordergrund: kräftige Zuflüsse in Spot-ETFs, ein spürbarer Stimmungswechsel auf der Regulierungsseite in den USA und konkrete Fortschritte im Ökosystem rund um Ripple. Die zentrale Frage vieler Marktteilnehmer lautet dabei, wie tragfähig dieser Mix als Treiber für die weitere Kursentwicklung ist – und genau hier wird es spannend.

Technische Lage: Unter Druck trotz Stabilisierung

Charttechnisch wirkt XRP kurzfristig stabilisiert, kämpft aber mit einem angeschlagenen Gesamtbild. Mit rund 1,88 US‑Dollar liegt der Kurs nur knapp über dem 52‑Wochen‑Tief, das Mitte Dezember bei 1,81 US‑Dollar markiert wurde, und deutlich unter dem Hoch von 3,04 US‑Dollar aus Oktober – ein Rückstand von gut 38 Prozent.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei XRP?

Auffällig: Der aktuelle Kurs notiert rund 7,5 Prozent unter dem 50‑Tage‑Durchschnitt von 2,03 US‑Dollar. Zusammen mit einem 14‑Tage‑RSI von 28,8 signalisiert das kurzfristig eher Überverkauftheit als Euphorie. Die technische Großwetterlage bleibt damit vorsichtig, auch wenn der Markt zuletzt wieder versucht, nach oben zu drehen.

Im Originalverlauf der jüngsten Rally spielten klare Marken eine wichtige Rolle: Ein früherer Widerstand um 1,96 US‑Dollar wurde mit erhöhtem Volumen überwunden, anschließend etablierte sich eine Unterstützungszone um 2,01 bis 2,03 US‑Dollar. Genau diese Spanne gilt weiterhin als Referenzbereich dafür, ob Ausbruchsversuche Substanz haben oder nur kurze Zwischenerholungen bleiben.

ETF-Zuflüsse als zentraler Treiber

Ein wesentlicher Grund für den neu erwachten Optimismus sind die US‑Spot‑ETFs auf XRP. Sie sorgen für planbare, regulierte Nachfrage – und die Summe dieser Ströme ist inzwischen beachtlich.

Wichtige Punkte im Überblick:

  • Gesamtes verwaltetes Vermögen der XRP‑Spot‑ETFs: rund 1,37 Milliarden US‑Dollar
  • Historische Nettozuflüsse seit Start: etwa 1,18 Milliarden US‑Dollar
  • Franklin XRP ETF (XRPZ): zuletzt größter Profiteur mit Zuflüssen von 9,72 Millionen US‑Dollar, insgesamt rund 243 Millionen US‑Dollar eingesammelt
  • 21Shares XRP ETF (TOXR): Nettozuflüsse von 2,72 Millionen US‑Dollar, kumuliert etwa 29,34 Millionen US‑Dollar

Bemerkenswert: Seit dem Start des Canary XRP ETF (XRPC) am 14. November 2025 gab es keinen einzigen Handelstag mit Nettoabflüssen aus den XRP‑Spot‑ETFs. Das steht in klarem Kontrast zu Bitcoin‑ETFs, die im gleichen Zeitraum Nettoabflüsse von etwa 2,3 Milliarden US‑Dollar hinnehmen mussten. Marktbeobachter sehen darin ein Indiz dafür, dass Kapital gezielt in XRP‑Exponierung fließt – trotz der insgesamt höheren Volatilität im Kryptobereich.

Regulierung: Stimmungswechsel in Washington

Parallel zur ETF‑Story hellt sich das regulatorische Umfeld für Kryptowerte in den USA spürbar auf – ein Punkt, auf den XRP besonders sensitiv reagiert.

Ein Schlüsselmoment war der Rückzug von SEC‑Kommissarin Caroline Crenshaw zum 2. Januar 2026. Sie galt als letzte prominente Vertreterin der Linie des früheren SEC‑Chefs Gary Gensler, die als klar krypto‑kritisch wahrgenommen wurde, und hatte sich unter anderem gegen den Verzicht auf eine Berufung im Ripple‑Verfahren ausgesprochen. Ihr Ausscheiden wird von vielen Marktteilnehmern als Signal für einen moderateren Kurs der Behörde gewertet.

Hinzu kommt die erwartete Fortentwicklung des sogenannten Market Structure Bill, der den rechtlichen Rahmen für digitale Assets strukturieren soll. Laut White‑House‑Beauftragtem für Krypto und KI, David Sachs, bereiten die Senatsvorsitzenden Tim Scott und John Boozman derzeit das „Markup“ – also die detaillierte Überarbeitung – für den 15. Januar 2026 vor. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass im ersten Quartal 2026 tatsächlich kryptofreundliche Gesetzespassagen auf den Weg gebracht werden.

Gerade XRP hat in der Vergangenheit deutlich gezeigt, wie stark der Kurs auf regulatorische Signale reagiert: Am 17. Juli 2025 sprang der Token um 14,69 Prozent nach oben, als das US‑Repräsentantenhaus den Market Structure Bill an den Senat weiterleitete. Der Gesamtmarkt legte an diesem Tag im Schnitt nur um 1,78 Prozent zu.

Marktstruktur und Derivate: Liquidationen stützen den Kurs

Auf der Handelsseite untermauern Volumen und Derivatemarkt die Relevanz von XRP im Krypto‑Universum. In der betrachteten Phase lagen:

  • das 24‑Stunden‑Spotvolumen bei rund 2,35 Milliarden US‑Dollar,
  • die Marktkapitalisierung bei etwa 122 Milliarden US‑Dollar,

womit XRP als fünftgrößte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung rangiert.

Im Derivatebereich ist die Aktivität ebenfalls hoch: Das offene Interesse lag um 3,40 Milliarden US‑Dollar, das 24‑Stunden‑Futures‑Volumen bei etwa 2,56 Milliarden US‑Dollar. Besonders wichtig: Innerhalb eines Tages wurden Short‑Positionen im Umfang von mehr als 250 Millionen US‑Dollar liquidiert. Diese Zwangseindeckungen wirken wie zusätzlicher Kaufdruck und haben den Aufwärtsimpuls der letzten Rally verstärkt.

Ökosystem: Mehr Nutzen, mehr Infrastruktur

Abseits von Kursen und Regulierung arbeitet Ripple Labs weiter daran, den praktischen Nutzen des XRP‑Ledgers auszubauen – ein Punkt, den viele langfristige Investoren genau verfolgen.

Zu den aktuellen Bausteinen gehören:

  • Ripple USD Stablecoin (RLUSD): Zwar ein eigenes Token, aber auf dem gleichen XRP‑Ledger laufend. Dadurch steigt die Transaktionsaktivität im Netzwerk und die Infrastruktur gewinnt an Bedeutung.
  • US‑Banklizenz (bedingt): Die US‑Bankenaufsicht OCC hat im Dezember 2025 eine bedingte Genehmigung für den Banklizenz‑Antrag von Ripple erteilt. Das öffnet zumindest perspektivisch die Tür für stärker regulierte Finanzdienstleistungen auf Basis der eigenen Technologie.
  • Grenzüberschreitende Zahlungen: XRP bleibt durch extrem niedrige Transaktionsgebühren von 0,00001 XRP interessant für internationale Zahlungsanwendungen und Micropayments.

Diese Schritte zahlen zwar nicht sofort in den Kurs ein, stärken aber die fundamentale Erzählung einer Infrastruktur‑Plattform, die über reine Spekulation hinausgeht.

Rückblick 2025: Volatilität mit klaren Meilensteinen

Das Jahr 2025 war für XRP ein Wechselbad. Im Juli wurde mit 3,66 US‑Dollar ein neues Allzeithoch markiert, bevor im weiteren Jahresverlauf ein deutlicher Rücksetzer folgte. Vom Top aus gerechnet lag der Kurs zum Jahresende rund 21 Prozent darunter; im Oktober wurde mit 0,7773 US‑Dollar ein markantes Zwischentief ausgebildet.

Trotz dieser Schwächephase brachte 2025 mehrere Weichenstellungen:

  • die Beilegung des SEC‑Verfahrens im August 2025,
  • den Start mehrerer Spot‑ETFs,
  • und die zunehmende Verankerung von XRP im institutionellen Umfeld.

Diese Ereignisse bilden nun die Grundlage für die aktuelle Story aus ETF‑Nachfrage, regulatorischem Rückenwind und wachsender Netzinfrastruktur.

Fazit: Entscheidende Marken und Rahmenbedingungen

Für XRP bleiben aus technischer Sicht vor allem zwei Zonen relevant: Hält der Bereich um 2,00 bis 2,03 US‑Dollar als Unterstützung, ist die Voraussetzung für eine Fortsetzung der jüngsten Erholung gegeben; ein Bruch würde die Marke um 1,96 US‑Dollar erneut in den Fokus rücken und den Token eher wieder in die alte Handelsspanne zurückwerfen.

Auf der fundamentalen Seite spricht die Kombination aus stabilen ETF‑Zuflüssen, einem freundlicheren US‑Regulierungsumfeld und konkreten Ökosystem‑Projekten für ein konstruktives Setup zum Start ins Jahr 2026. Gleichzeitig zeigt der Abstand zu den gleitenden Durchschnitten und das Überverkauft‑Signal im RSI, dass der Markt noch nicht in einen ungebremsten Aufwärtstrend übergegangen ist – makroökonomische Faktoren wie die Geldpolitik der Fed oder Zinsentscheidungen der Bank of Japan können die Risikobereitschaft in Kryptos jederzeit spürbar verschieben.

XRP: Kaufen oder verkaufen?! Neue XRP-Analyse vom 5. Januar liefert die Antwort:

Die neusten XRP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für XRP-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

XRP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...