XRP: ETF-Rekordzuflüsse trotz Kursrutsch
XRP-ETFs melden Rekordzuflüsse, während Zinssorgen den Kurs belasten und wichtige US-Entscheidungen im September näher rücken.

- XRP verliert wöchentlich 9,9 Prozent
- Spot-ETFs sammeln 110,49 Millionen Dollar
- RLUSD-Umlauf auf XRP Ledger überschreitet Milliarde
- Senatsvotum zum CLARITY Act steht bevor
XRP steckt in einer Zerreißprobe zwischen starkem institutionellem Kapitalzufluss und einem plötzlichen Stimmungsumschwung an den Krypto-Märkten. Der Kurs notiert aktuell bei 1,37 US-Dollar und hat in der vergangenen Woche 9,9 Prozent verloren. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 29 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, wie volatil die vergangenen Wochen für den Token verlaufen sind.
ETFs verzeichnen bislang stärkste Woche
Amerikanische Spot-XRP-ETFs verbuchten in der Woche bis zum 28. August Nettozuflüsse von 110,49 Millionen US-Dollar – die bislang stärkste Wochenperformance seit dem Start dieser Fondsprodukte. Damit haben die Vehikel insgesamt bereits mehr als 1,66 Milliarden US-Dollar eingesammelt, das verwaltete Vermögen nähert sich der Marke von 1,44 Milliarden US-Dollar.
Allein am Freitag kamen laut Daten von SoSoValue weitere 26,2 Millionen US-Dollar hinzu. Für den gesamten August summieren sich die Zuflüsse auf 153 Millionen US-Dollar, ebenfalls ein Jahresrekord für die Fonds.
Die Zahlen unterstreichen, dass institutionelle Anleger trotz der jüngsten Kursschwäche an ihrem Engagement festhalten. Parallel dazu wächst das Ökosystem rund um das XRP Ledger: Die von Ripple ausgegebene Stablecoin RLUSD hat die Marke von einer Milliarde US-Dollar Umlaufmenge auf dem XRP Ledger überschritten, insgesamt sind es netzwerkübergreifend bereits rund zwei Milliarden US-Dollar. Ein Netzwerk-Validator bezeichnete das Wachstum gemeinsam mit anderen Stablecoins wie USDC und EUROP als „enorm“.
Verkaufsdruck nach Warsh-Rede
Trotz dieser strukturellen Unterstützung geriet XRP zuletzt unter Druck. Auslöser war die erste Jackson-Hole-Rede von Fed-Chef Kevin Warsh am Freitag.
Warsh betonte, die Notenbank halte an ihrem Zwei-Prozent-Inflationsziel fest, die PCE-Inflation liege noch immer bei 3,7 Prozent – es bleibe also Arbeit zu tun. Händler werteten die Aussagen als restriktiv und reduzierten ihre Erwartungen an eine Zinssenkung im September, was Risikoanlagen insgesamt belastete.
Bereits zuvor hatte sich am Markt Verkaufsdruck aufgebaut: Am 27. August erreichte das Verkaufsvolumen auf Binance nach Angaben des CryptoQuant-Analysten Darkfost mit 96 Millionen US-Dollar den stärksten Tageswert des Jahres. XRP scheiterte daraufhin an der Marke von 1,50 US-Dollar und rutschte unter die wichtige Unterstützung bei 1,40 US-Dollar.
Regulatorische Weichenstellung rückt näher
Für die kommenden Wochen richtet sich der Blick auf zwei Termine. Am 11. September könnte das Amendment-Bundle „fixCleanup3_3_0“ im Mainnet aktiviert werden – es hatte bereits eine Validator-Zustimmung von 82,86 Prozent erreicht und behebt Fehler in Bereichen wie Automated Market Makers und dem Lending-Protokoll.
Größere Tragweite hat jedoch der 15. September: An diesem Tag steht im US-Senat eine Cloture-Abstimmung zum CLARITY Act an. Scheitert das Gesetz, warnt die Bank Bernstein vor einer unmittelbar negativen Marktreaktion für Altcoins.
Zusätzlich hat die US-Börsenaufsicht SEC mit „Regulation Crypto Assets“ einen Vorschlag vorgelegt, der Token-Verkäufe an US-Investoren über neue Ausnahmeregelungen erleichtern und einen formalen Weg aus der Wertpapier-Einstufung eröffnen soll.
Für XRP-Anleger bleibt die Gemengelage damit zweigeteilt: Auf der einen Seite stützen ETF-Zuflüsse und wachsende Stablecoin-Nutzung das langfristige Bild, auf der anderen Seite sorgen geldpolitische Töne und der bevorstehende Senatstermin für kurzfristige Nervosität.
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