XRP: ETF-Zuflüsse fallen von 60,5 auf 8,15 Millionen

Ripple startet Mint-Plattform für RLUSD, doch XRP fällt auf 1,06 Dollar. ETF-Zuflüsse lassen nach, der Kurs bleibt unter wichtigen Durchschnitten.

Die Kernpunkte:
  • Ripple lanciert Mint-Plattform für RLUSD
  • XRP-Kurs fällt um 4,76 Prozent
  • ETF-Zuflüsse sinken auf 8,15 Millionen Dollar
  • Kurs 32 Prozent unter 52-Wochen-Hoch

Ripple baut sein Stablecoin-Geschäft aus, doch der Kurs will nicht folgen. XRP notiert bei 1,06 Dollar und verliert am Tag 4,76 Prozent. Zwischen kräftigem Produktausbau und lauer Marktreaktion klafft eine Lücke.

Ripple startet Mint für institutionelle Kunden

Ripple hat am 23. Juli die Plattform Mint gestartet. Institutionen können darüber den hauseigenen Stablecoin RLUSD ausgeben, zurücktauschen und verwalten. Zugang gibt es über eine Web-Konsole oder eine API-Schnittstelle.

Parallel dazu hat Ripple mit dem Compliance-Anbieter Notabene eine Partnerschaft geschlossen. Ziel ist es, RLUSD-Zahlungen für Banken regelkonformer abzuwickeln. Der Stablecoin bringt aktuell eine Marktkapitalisierung von rund 1,59 Milliarden Dollar auf die Waage.

Ein direkter Zusammenhang zwischen dem RLUSD-Ausbau und der Nachfrage nach XRP selbst lässt sich bislang nicht belegen. Mehr RLUSD auf der XRP Ledger kann zwar Transaktionsvolumen und Liquidität steigern. Die Standard-Transaktionsgebühr auf der Ledger liegt aber weiterhin bei rund 0,00001 XRP. Mehr Aktivität im Ökosystem bedeutet also nicht automatisch mehr Kaufdruck auf das Token selbst.

Auszeichnung und Escrow-Mechanik laufen nebenher

Ripple hat es zum vierten Mal in Folge auf die Liste der „World’s Top Fintech Companies 2026“ von CNBC und Statista geschafft, veröffentlicht am 22. Juli. Ein Reputationsgewinn, der am Kursverlauf bislang spurlos vorbeigeht.

Auch die monatliche Escrow-Freigabe läuft wie gewohnt weiter. Bis zu eine Milliarde XRP können pro Monat aus dem Escrow-Vertrag freigegeben werden, nicht genutzte Coins wandern zurück in neue Verträge. Im Juli wurde diese Milliarde in drei separaten Transaktionen freigegeben. Entscheidend ist dabei nicht die Freigabemenge selbst, sondern wie viel davon tatsächlich verkauft statt zurückgehalten wird.

ETF-Zuflüsse verlieren spürbar an Schwung

Während Ripple auf der Produktseite Gas gibt, kühlt das Interesse an US-Spot-ETFs auf XRP merklich ab. In der jüngsten Berichtswoche flossen den Fonds nur noch 8,15 Millionen Dollar zu. Im Mai hatte der wöchentliche Höchstwert noch bei 60,5 Millionen Dollar gelegen.

Von fünf Handelstagen zeigten nur zwei überhaupt Nettozuflüsse. An den restlichen drei Tagen meldeten die Fonds jeweils null Dollar Bewegung. Die Woche hatte stark begonnen, mit einem neuen Rekord bei den kumulierten Nettozuflüssen. Das Momentum brach danach jedoch schnell wieder ab.

Kursverlauf spiegelt die Diskrepanz

XRP notiert derzeit rund 32 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 3,37 Dollar aus dem August 2025 und liegt damit deutlich unter dem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt von 1,38 Dollar. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 1,11 Dollar fällt mit knapp 5 Prozent moderater aus, zeigt aber denselben Trend: Der kurzfristige Aufwärtsdruck fehlt.

Der RSI auf 14-Tage-Basis liegt bei 40,3 — ein Wert, der eher auf Schwäche als auf Überverkauf hindeutet. Der jüngste Tagesrückgang ging mit Long-Liquidationen von 3,80 Millionen Dollar einher. Das signalisiert kurzfristige Vorsicht bei gehebelten Positionen, mehr aber auch nicht.

Am Kursverlauf zeigt sich ein wiederkehrendes Muster: Positive Unternehmensnachrichten treffen auf einen schwachen Preis. Der Markt scheint die jüngsten Partnerschaften noch nicht eingepreist zu haben.

Marken im Blick

Händler beobachten aktuell eine enge Handelsspanne. Die jüngsten Tagestiefs konsolidieren sich in der Zone zwischen 1,085 und 1,09 Dollar, die als erste Unterstützung gilt. Fällt diese Marke, rückt die psychologisch wichtige Schwelle bei 1,00 Dollar in den Fokus — nur wenige Cent unter dem aktuellen 52-Wochen-Tief von 1,01 Dollar. Nach oben liegt der nächste Widerstand zwischen 1,12 und 1,16 Dollar.

Ob RLUSD-Wachstum und institutionelle Anerkennung sich irgendwann in echter XRP-Nachfrage niederschlagen, bleibt offen. Kurzfristig dürfte weniger der Newsflow als die Konsistenz der ETF-Zuflüsse über die nächste Kursrichtung entscheiden.

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