XRP: ETF-Zuflüsse überlagern Escrow-Unlock
Ripple setzt eine Milliarde XRP aus dem Escrow frei, während ETF-Zuflüsse anhalten und die Senatsabstimmung zum CLARITY Act näher rückt.

- Ripple gibt eine Milliarde XRP frei
- Spot-XRP-ETFs verzeichnen anhaltende Zuflüsse
- Bitwise-Fonds überschreitet 500 Millionen Dollar
- CLARITY-Abstimmung für 15. September angesetzt
Ripple hat am heutigen Dienstag turnusgemäß eine Milliarde XRP aus dem Escrow freigegeben – aufgeteilt in drei Tranchen von 500, 400 und 100 Millionen Token. Nach Angaben eines Trackers verbleiben damit noch rund 31,28 Milliarden XRP im Sperrvertrag, gegenüber 32,28 Milliarden zuvor.
Der Vorgang ist Teil eines seit Jahren laufenden monatlichen Mechanismus und keine direkte Marktverkaufsaktion: Ripple verpfändet nicht benötigte Token in der Regel erneut. Die nächste Freigabe ist für den 1. Oktober vorgesehen.
Der Kurs reagiert bislang gelassen. XRP notiert bei 1,37 US-Dollar und legt am heutigen Handelstag um 0,9 Prozent zu, nachdem das Papier binnen sieben Tagen rund 7,5 Prozent verloren hatte. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 29 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Rücksetzer eher eine Verschnaufpause nach einer kräftigen Sommerrally als ein Trendbruch ist.
ETF-Nachfrage bleibt robust
Während der Escrow-Unlock für sich genommen Verkaufsdruck erzeugen könnte, wirkt auf der anderen Seite die Nachfrage über Spot-XRP-ETFs stabilisierend. Die US-Fonds verzeichneten laut Marktbeobachtern eine neuntägige Serie von Nettozuflüssen mit einem kumulierten Volumen von rund 1,6 Milliarden US-Dollar.
Der Bloomberg-Analyst James Seyffart bezeichnete die Entwicklung als „überraschend robust“ und bezifferte die kumulierten Zuflüsse zuletzt auf nahe 1,8 Milliarden US-Dollar, bei wöchentlichen Zuflüssen von 110,49 Millionen US-Dollar – ein Plus von 177 Prozent gegenüber der Vorwoche.
Der größte Spot-XRP-ETF von Bitwise knackte zudem neun Monate nach seinem Start die Marke von 500 Millionen US-Dollar verwaltetem Vermögen, mit gut 364 Millionen gehaltenen XRP-Token. Goldman Sachs gilt gemäß Q2-Meldepflichten als größter institutioneller Halter unter den Investmentbanken.
Gleichzeitig zeigen Zahlen zum ersten Halbjahr, dass die fünf großen US-XRP-ETFs zwar netto 320,8 Millionen US-Dollar an frischem Kapital einsammelten, ihre XRP-Bestände zum Stichtag Ende Juni aber noch mit einem Buchverlust von rund 746 Millionen US-Dollar bewertet waren – ein Beleg dafür, wie stark der Kursrückgang der vergangenen zwölf Monate die Fondsbilanzen belastet hat.
Regulatorische Weichenstellung rückt näher
Für die kommenden Wochen richtet sich der Blick der Anleger auf die Abstimmung über den CLARITY Act im US-Senat, angesetzt für den 15. September. Coinbase-Chef Brian Armstrong wirbt öffentlich für das Gesetz und verweist darauf, dass Banken darin eine Chance sehen.
Allerdings fordern sechs Bankengruppen, darunter die American Bankers Association, Nachbesserungen bei den Stablecoin-Bestimmungen, da sie einen Abzug von Einlagen befürchten. Für eine Verabschiedung braucht es 60 Stimmen, die Republikaner verfügen derzeit über 53 Sitze im Senat.
Parallel dazu treibt Ripple sein technisches Ökosystem voran: Mit SettleMint wurde eine Partnerschaft zur Verwahrung und Tokenisierung digitaler Vermögenswerte für Finanzinstitute in Asien-Pazifik angekündigt. Zudem überstieg der Ripple-Stablecoin RLUSD eine Marktkapitalisierung von 2 Milliarden US-Dollar, wovon mehr als 1 Milliarde auf dem XRP Ledger ausgegeben wurde.
Für den 11. September ist zudem ein Mainnet-Upgrade mit neuen Funktionen für Vaults, automatisierte Marktmacher und Kreditvergabe geplant. Die Kombination aus laufenden Token-Freigaben, wachsender ETF-Nachfrage und der bevorstehenden CLARITY-Abstimmung dürfte die Richtung für XRP in den kommenden Wochen maßgeblich bestimmen.
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