XRP: ETF-Zuflüsse von 132 auf unter 5 Millionen

Trotz regulatorischer Meilensteine und neuer Partnerschaften verliert XRP an Wert, da die ETF-Nachfrage von Privatanlegern drastisch sinkt.

Die Kernpunkte:
  • XRP fällt unter wichtige Unterstützungsmarke
  • Privatanleger dominieren ETF-Investitionen
  • Ripple erhält MiCA-Lizenz in Luxemburg
  • CLARITY Act Debatte startet im Juli

XRP fällt am Mittwoch um 4,35 Prozent auf rund 1,07 US-Dollar. Der Kursrutsch trifft auf ausgerechnet den Moment, in dem Ripple gleich zwei regulatorische Erfolge feiert. Die Reaktion der Anleger: verkaufen statt kaufen.

Aktuell notiert XRP bei 1,09 US-Dollar. Zum Vortag steht ein leichtes Plus von 0,18 Prozent, auf Wochensicht sogar 3,59 Prozent im Plus. Der Blick auf die vergangenen zwölf Monate zeigt jedoch das eigentliche Bild: Der Coin liegt 52,83 Prozent unter dem Stand von vor einem Jahr und rund 70 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 3,65 US-Dollar aus dem Juli 2025.

ETF-Nachfrage bricht drastisch ein

Die Zahlen aus dem ETF-Markt sprechen eine deutliche Sprache. Im Mai 2026 flossen noch 132 Millionen US-Dollar in Spot-XRP-ETFs. Im Juli waren es bislang unter 5 Millionen US-Dollar. An zwei von drei Handelstagen zuletzt gab es laut Marktdaten sogar gar keine Nettozuflüsse mehr.

Bloomberg Intelligence liefert eine Erklärung für diese Zurückhaltung: 84 Prozent des Kapitals in diesen Produkten stammt von Privatanlegern, nicht von institutionellen Investoren. Das erklärt auch die Nervosität — Privatanleger reagieren typischerweise sensibler auf kurzfristige Kursschwankungen als große Fonds.

Einzelne Produkte laufen trotzdem gut. Der Bitwise XRP ETF hat inzwischen die Marke von 500 Millionen US-Dollar an kumulierten Nettozuflüssen überschritten. Der Franklin Templeton XRP ETF (XRPZ) verzeichnet mit 413,23 Millionen US-Dollar ebenfalls solides Interesse. Bemerkenswert: Große Wallet-Adressen mit Beständen zwischen 100 Millionen und 1 Milliarde XRP haben während des jüngsten Kursrutsches offenbar zugekauft.

Charttechnik zeigt Warnsignale

Der Fall unter die wichtige Unterstützung bei 1,12 US-Dollar am 8. Juli hat auch das 61,8-Prozent-Fibonacci-Retracement gebrochen. Analysten richten den Blick jetzt auf die Zone zwischen 1,05 und 1,07 US-Dollar als nächste Haltelinie. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 1,18 US-Dollar, der 200-Tage-Durchschnitt sogar bei 1,47 US-Dollar — XRP notiert damit deutlich unter beiden Trendlinien.

Die Netzwerkaktivität schwächelt parallel zum Kurs. Aktive Adressen fielen von 31.000 auf nur noch 14.500. Am Terminmarkt sank das Open Interest von 2,38 Milliarden XRP am 23. Juni auf 2,13 Milliarden XRP am 8. Juli — ein Zeichen dafür, dass gehebelte Positionen abgebaut werden.

Das globale 24-Stunden-Handelsvolumen brach um 31 Prozent auf 1,21 Milliarden US-Dollar ein. Ausgerechnet auf der südkoreanischen Börse Upbit zeigte sich am 8. Juli ein Gegentrend: Dort übertraf XRP mit 52,33 Millionen US-Dollar Handelsvolumen sowohl Bitcoin als auch Ethereum.

Ripple expandiert trotz Kursschwäche

Während der Kurs schwächelt, baut Ripple sein Ökosystem weiter aus. Am 8. Juli verkündete das Unternehmen eine mehrjährige Partnerschaft mit Kansas Athletics. Das XRP-Logo ziert künftig die Trikots der Kansas Jayhawks — das erste Mal überhaupt, dass ein Krypto-Logo auf den Trikots eines großen College-Sportprogramms erscheint. Die Kooperation umfasst auch Finanzierung für Programme zur finanziellen Bildung.

Im Bereich Real-World-Asset-Tokenisierung wächst das XRP-Ledger-Ökosystem ebenfalls. Tokenisierte Vermögenswerte auf der Blockchain erreichen mittlerweile rund 4 Milliarden US-Dollar — ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Der größte regulatorische Erfolg kam am 6. Juli: Ripple erhielt von der luxemburgischen Aufsichtsbehörde CSSF die vollständige MiCA-CASP-Lizenz. Damit darf das Unternehmen regulierte Krypto-Dienstleistungen in allen 30 Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums anbieten. Die Lizenz baut auf der bereits im Februar 2026 erhaltenen E-Geld-Lizenz auf.

CLARITY Act als nächster Prüfstein

In den USA rückt der CLARITY Act in den Fokus. Das Zeitfenster für die Senatsdebatte beginnt am 13. Juli. Beobachter und Gesetzgeber sind sich einig: Das Gesetz muss vor der Sommerpause im August verabschiedet werden, sonst drohen erhebliche Verzögerungen.

Der Gesetzentwurf soll die Aufsicht zwischen CFTC und SEC klar aufteilen. Uneinigkeit bei Ethikvorgaben und bei Ausnahmeregelungen für Softwareentwickler bremst den Fortschritt bislang aber weiterhin.

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