XRP: Frist für CLARITY Act läuft
Der CLARITY Act könnte XRP der SEC-Aufsicht entziehen, während institutionelle Anleger die ETF-Bestände auf eine Milliarde Token treiben.

- CLARITY Act im Senat auf der Zielgeraden
- XRP-ETF-Bestände nahe der Milliarden-Marke
- Großanleger kaufen, Kleinanleger verkaufen
- Charttechnik zeigt neutralen bis positiven Trend
Washington zählt die Stunden. Heute läuft eine Frist für den CLARITY Act ab – jenes Gesetz, das XRP endgültig als digitalen Rohstoff einstufen und der Aufsicht der SEC entziehen könnte. Parallel dazu klettert die Menge an XRP in börsengehandelten Fonds auf einen historischen Meilenstein zu.
Ein Gesetz auf der letzten Meile
US-Finanzminister Scott Bessent beschrieb den CLARITY Act kürzlich als Vorhaben auf der „1-Yard-Linie“ im Senat. Das Repräsentantenhaus hat das Gesetz bereits mit 294 zu 134 Stimmen verabschiedet. Die entscheidende Hürde liegt nun im Senat, wo die Mehrheit denkbar knapp ausfällt.
Ein Kompromiss zur Ethik-Klausel hat den Weg zuletzt freigemacht. Senior-Beamte müssen künftig Krypto-Einkünfte offenlegen – eine Forderung, die Senatorin Elizabeth Warren mit genau dieser Frist zum 23. Juli verknüpft hatte. Bis zur Sommerpause im August bleibt wenig Zeit für eine Abstimmung.
ETFs steuern auf die Milliarden-Marke zu
Während in Washington verhandelt wird, füllen sich die institutionellen Depots weiter. Die Summe aller XRP-Bestände in ETFs liegt aktuell bei 977,41 Millionen Token. Bis zur psychologisch wichtigen Marke von einer Milliarde fehlen keine 23 Millionen Token mehr.
Bitwise treibt diese Entwicklung maßgeblich voran. Der BWXRP-Fonds des Anbieters hat allein über 501 Millionen Dollar zu den kumulierten Nettozuflüssen von insgesamt 1,49 Milliarden Dollar beigesteuert. Am 20. Juli kamen weitere 2,49 Millionen Dollar hinzu – ein Signal, dass institutionelle Anleger trotz der politischen Unsicherheit investieren.
Wale kaufen, Kleinanleger zögern
Die Kettendaten zeigen ein klares Muster. Große Wallets mit Beständen zwischen 100.000 und 100 Millionen XRP haben in den vergangenen fünf Wochen 70 Millionen Token zugekauft. Das entspricht einem Zuwachs von 2,8 Prozent bei dieser Anlegergruppe.
Kleinanleger bewegen sich in die Gegenrichtung. Ihre Bestände sanken im gleichen Zeitraum um 5,2 Prozent. Auffällig zudem: Transaktionen über eine Million Dollar sind um rund 97 Prozent eingebrochen. Analysten deuten das als Wechsel von aktivem Handel zu abwartendem Halten – die Marktteilnehmer warten offenbar auf die Senatsentscheidung, bevor sie wieder aktiv werden.
Charttechnik bleibt angespannt
XRP notiert aktuell bei 1,13 Dollar und hat damit den 50-Tage-Durchschnitt von 1,12 Dollar knapp im Rücken. Der Titel ist zuletzt aus einer mehrwöchigen symmetrischen Dreiecksformation ausgebrochen und erreichte am Dienstag mit 1,16 Dollar ein Zwei-Wochen-Hoch, bevor er sich wieder abkühlte.
Der Relative-Stärke-Index steht bei 54, was auf eine neutrale bis leicht positive Dynamik hindeutet. Analyst Ali Martinez sieht ein Ausbruchsziel von 1,35 Dollar, sofern die Unterstützung bei 1,13 Dollar hält. Das Long/Short-Verhältnis bei Binance liegt bei 2,46 – Terminhändler setzen also mehrheitlich auf steigende Kurse, trotz der offenen Gesetzeslage.
Der Blick auf das Jahr relativiert die kurzfristige Dynamik: Seit Jahresbeginn steht XRP mit knapp 40 Prozent im Minus, verglichen mit dem Hoch von 3,64 Dollar im Juli 2025 sogar mit fast 69 Prozent. Die Entscheidung im Senat dürfte in den kommenden Tagen fallen – noch vor der parlamentarischen Sommerpause im August.
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