XRP: Institutionelle Nachfrage bleibt trotz Gewinnmitnahmen intakt

Trotz Kursrückgang verzeichnen XRP-ETFs neun Zuflusstage in Folge. Goldman Sachs stockt Position um 31 Prozent auf, während Ripple das Netzwerk ausbaut.

Die Kernpunkte:
  • Goldman Sachs erhöht XRP-ETF-Bestände
  • Neun Tage Zuflüsse bei US-Fonds
  • Ripple veröffentlicht aktualisierte Entwicklerbibliotheken
  • Börsenbestände sinken auf Siebenjahrestief

XRP notiert bei 1,40 US-Dollar und büßt am heutigen Donnerstag 2,4 Prozent ein. Nach der jüngsten Rally der vergangenen Woche mit einem Plus von 27 Prozent wirkt der Rückgang wie eine normale Verschnaufpause. Entscheidend für Anleger ist derzeit weniger die Tagesbewegung als die Frage, ob institutionelles Kapital dem Kryptowert die Treue hält.

Genau das scheint der Fall zu sein. Die in den USA gehandelten Spot-XRP-ETFs verzeichneten am Mittwoch Netto-Zuflüsse von 23,87 Millionen US-Dollar – der neunte Tag in Folge mit positiven Zuflüssen. Das ist bemerkenswert, weil der Kurs zeitgleich unter Druck stand.

Die sieben US-Fonds halten inzwischen zusammen rund 2 Milliarden US-Dollar an verwaltetem Vermögen und kumulierte Zuflüsse von etwa 1,55 Milliarden US-Dollar seit ihrem Start im November 2025.

Goldman Sachs baut Position deutlich aus

Ein weiteres Signal für institutionelles Interesse liefert Goldman Sachs. Die Bank wies in ihrer 13F-Meldung für das zweite Quartal eine Marktbewertung von 113,7 Millionen US-Dollar an XRP-ETF-Positionen aus, verteilt über fünf Spot-ETFs von Bitwise, Franklin Templeton, Grayscale und 21Shares.

Die Position wuchs seit dem vorherigen Meldestichtag um 31 Prozent und macht Goldman Sachs damit zum größten bekannten institutionellen Halter von XRP-ETF-Anteilen in den USA. Auch bei ARK Invest spielt XRP eine gewichtige Rolle: Der CoinDesk-20-ETF des Hauses gewichtet den Wert mit rund 20 Prozent und macht ihn zur drittgrößten Position im Fonds.

Netzwerk-Ausbau und neue Funktionen

Parallel zur Kursbewegung treibt Ripple die technische Weiterentwicklung der XRP Ledger voran. Am Mittwoch wurden aktualisierte Entwicklerbibliotheken für xrpl.js und xrpl-py veröffentlicht, die den Aufbau von Anwendungen auf der Ledger vereinfachen sollen. Das baut auf dem Anfang August ausgerollten Upgrade XRPL v3.3.0 auf, das fünf neue Funktionen einführte: vertrauliche Token-Salden über Zero-Knowledge-Proofs, atomare Mehrfachtransaktionen, delegierbare Berechtigungen, von Unternehmen übernommene Transaktionsgebühren sowie nachträglich anpassbare Token. Ripple zielt damit ausdrücklich auf institutionelle Anwendungsfälle wie tokenisierte Vermögenswerte und globale Abwicklungen.

Ripple-Präsidentin Monica Long hatte diese Entwicklung Anfang August als „regelrechten Lichtschalter-Moment“ in der institutionellen Adoption beschrieben.

Banken würden nicht mehr nur Pilotprojekte testen, sondern gingen in den produktiven Einsatz über – ein Wandel, der sich auch in konkreten Partnerschaften zeigt: Die südkoreanische Jeonbuk Bank hat als erste Regionalbank des Landes Ripple Payments für grenzüberschreitende Transaktionen eingeführt.

Angebotsseite bleibt strukturelles Thema

Auf der Angebotsseite bleibt die monatliche Freigabe aus dem Ripple-Treuhandkonto ein Faktor, den Anleger im Blick behalten sollten. Anfang August wurde routinemäßig 1 Milliarde XRP freigegeben, wovon Ripple 700 Millionen wieder einlagerte – netto flossen damit 300 Millionen XRP in den Umlauf. Diese wiederkehrende Verdünnung steht der Nachfrage aus ETF-Zuflüssen gegenüber, die mit schätzungsweise 109 Millionen Token monatlich deutlich langsamer verläuft.

Gleichzeitig ist die auf Börsen gehaltene XRP-Menge auf ein Siebenjahrestief von 1,6 Milliarden Token gefallen, halb so viel wie im Oktober 2025 – ein Hinweis auf nachlassenden Verkaufsdruck seitens kurzfristig orientierter Halter.

Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Kurzfristig dominieren Gewinnmitnahmen nach der starken Vorwoche, während strukturell die institutionelle Nachfrage über ETFs und die fortschreitende Netzwerkentwicklung als stabilisierende Kräfte wirken.

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