XRP: Mastercard übernimmt Ripple-Partner BVNK

Mastercard-Deal mit Ripple-Partner BVNK stärkt XRP-Integration, während der US-Senat über den CLARITY Act entscheiden muss.

Die Kernpunkte:
  • Mastercard übernimmt Ripple-Partner BVNK
  • CLARITY Act vor Sommerpause ungewiss
  • Ripple sperrt 700 Mio. XRP erneut
  • XRP testet charttechnische Marke bei 1,06 Dollar

Mastercard kauft BVNK. Für XRP ist das mehr als eine Randnotiz. BVNK gehört zu den wichtigsten Partnern von Ripple und nutzt die XRP Ledger für regulierte Geldtransfers und Liquiditätsdienste. Die Übernahme, bekannt gegeben am 4. August 2026, könnte den nächsten Schritt für XRP auf dem Weg in etablierte Zahlungssysteme markieren.

Der Deal reiht sich in eine Serie von Vorstößen ein. Erst kürzlich hatte Ripple selbst in ZILO und Lucuido investiert, zwei Firmen mit Fokus auf tokenisierte Fondsausgabe und institutionelle Sicherheiten-Mobilität. Die Strategie dahinter: Große Zahlungskonzerne sollen die XRP Ledger stärker in ihre Infrastruktur einbinden. Das Netzwerk hat mittlerweile die Marke von 8,4 Millionen Konten überschritten.

Der Kurs reagiert darauf bislang verhalten. XRP notiert aktuell bei 1,07 Dollar, nur knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,10 Dollar. Zum 52-Wochen-Tief von 1,01 Dollar, erreicht am 26. Juni 2026, beträgt der Abstand gerade einmal 5,9 Prozent.

Fünf Tage bis zur Sommerpause

Die eigentliche Hürde für XRP liegt nicht im Markt, sondern im US-Senat. Bis zur geplanten Sommerpause am 7. August bleiben nur noch fünf Arbeitstage. Der CLARITY Act, der XRP einen verbindlichen föderalen Warenstatus verschaffen würde, steht weiterhin ohne festen Abstimmungstermin in der Warteschlange.

Das Repräsentantenhaus hatte den Entwurf 2025 bereits mit deutlicher Mehrheit verabschiedet, 294 zu 134 Stimmen. Im Senat hakt es nun an Stablecoin-Regeln und Ethik-Klauseln. Mehrheitsführer John Thune hat bislang kein Zeitfenster für eine Abstimmung reserviert.

Verstreicht die Frist ohne Votum, verschiebt sich die nächste Chance auf Mitte September 2026. Für institutionelle Investoren bedeutet das: weitere Wochen ohne Rechtssicherheit.

Ripple steuert das Angebot, XRPL bekommt ein Update

Auf der Angebotsseite bleibt Ripple seiner Linie treu. Am 1. August 2026 gab das Unternehmen planmäßig eine Milliarde XRP aus dem Treuhandbestand frei. Innerhalb von 48 Stunden sperrte Ripple davon 700 Millionen Token erneut in neue, langfristige Verträge.

Netto blieben damit nur 300 Millionen XRP zusätzlich im Umlauf. Die Maßnahme soll Verkaufsdruck im historisch schwankungsanfälligen August dämpfen.

Technisch steht zudem die Version 3.3.0 der XRP Ledger bevor. Das Update bringt Batch-Transaktionen und delegierte Autorisierung zurück, zwei Funktionen, die wegen kleinerer Sicherheitslücken zeitweise entfernt worden waren. Für die nächste Phase der institutionellen Tokenisierung auf der Ledger gelten sie als zentral.

Charttechnik: Entscheidung bei 1,06 Dollar

Charttechnisch testet XRP gerade eine wichtige Marke bei 1,06 Dollar. On-Chain-Daten zeigen zugleich, dass die Aktivität großer Wallets nachlässt: Transaktionen über einer Million Dollar sind in den vergangenen 24 Stunden spürbar zurückgegangen.

Hält die Unterstützung bei 1,06 Dollar, liegen die nächsten Ziele bei 1,10 und 1,12 Dollar. Dort treffen sich der 50-Tage- und der 100-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 45 signalisiert dabei weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand, der Coin bewegt sich in neutralem Terrain.

Die Historie liefert allerdings wenig Rückenwind. XRP hat den August vier Jahre in Folge im Minus beendet, im Schnitt mit lediglich 0,43 Prozent Verlust. In früheren Zwischenwahljahren wie 2018 und 2022 fielen die Einbußen im selben Zeitraum zweistellig aus. Ob Mastercard-Nachricht und Protokoll-Update reichen, um dieses saisonale Muster zu durchbrechen, bleibt in den kommenden Wochen die entscheidende Beobachtungsgröße – parallel zur Frage, ob der Senat noch vor der Sommerpause über den CLARITY Act abstimmt.

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