XRP: Notabene-Deal mit 2.300 Institutionen

Trotz neuer Kooperationen für RLUSD und Notabene-Investment zeigt sich der XRP-Kurs unbeeindruckt und verharrt nahe der 1,09-Dollar-Marke.

Die Kernpunkte:
  • Ripple startet Mint-Plattform für RLUSD
  • Strategische Beteiligung an Notabene
  • XRP-Kurs bleibt unter 50-Tage-Linie
  • RLUSD-Nutzung wächst, Volumen sinkt

Ripple verkündet zwei neue Kooperationen für sein Stablecoin-Geschäft. XRP reagiert kaum. Der Kurs pendelt bei 1,09 Dollar, nur 0,18 Prozent über dem Vortagesschluss. Die Kluft zwischen Konzernfortschritt und Tokenpreis wird immer sichtbarer.

Zwei Ankündigungen, ein müder Markt

Ripple hat mit „Ripple Mint“ eine neue Plattform gestartet. Institutionen können darüber ihren Dollar-Stablecoin RLUSD per Code erzeugen, einlösen und zwischen Netzwerken bewegen — ganz ohne Dashboard.

Parallel dazu investiert Ripple strategisch in Notabene, ein Compliance-Netzwerk für Kryptozahlungen. RLUSD fließt künftig in dessen Plattform für Geschäftszahlungen ein. Notabene verbindet rund 2.300 Institutionen in mehr als 100 Rechtsräumen, die zusammen jährlich zwei Billionen Dollar abwickeln. Ripple Payments und die Autorisierungsfunktionen von Notabene sollen zudem enger verzahnt werden.

Notabene-Chef Pelle Braendgaard sieht darin mehr als ein Pilotprojekt. Die Kombination aus Compliance-Netzwerk, RLUSD und Ripples globaler Zahlungsinfrastruktur mache aus der Stablecoin-Nutzung einen echten Wachstumsmotor, so Braendgaard.

Der Markt zeigt sich unbeeindruckt. Ein zuvor beobachtetes Cup-and-Handle-Chartmuster ist gescheitert, XRP fiel um drei Prozent unter den 50-Tage-Durchschnitt bei 1,11 Dollar. Aktuell hält sich der Kurs knapp darunter, mit einem RSI von 45,7 im neutralen Bereich.

RLUSD wächst, aber langsamer als erhofft

Ripple treibt die Expansion von RLUSD über die eigene XRP Ledger und Ethereum hinaus voran. Der Stablecoin läuft inzwischen auch auf der XRPL-EVM-Sidechain, auf Base, Optimism, Ink und Unichain. Mehr Netzwerke bedeuten mehr Zirkulationsmöglichkeiten für das Token.

Mit einer Marktkapitalisierung von etwa 1,5 Milliarden Dollar zählt RLUSD zu den größeren regulierten Stablecoins. Verglichen mit Tether oder Circles USDC bleibt der Coin jedoch ein Nischenprodukt.

Die Nutzungsdaten zeichnen ein gemischtes Bild. Die Zahl der Halter kletterte binnen eines Monats um 6 Prozent, aktive Adressen sogar um 70 Prozent — der Nutzerkreis wächst also spürbar. Im gleichen Zeitraum sank die Marktkapitalisierung um knapp 5 Prozent, das monatliche Transfervolumen brach von rund 14,6 Milliarden auf 11 Milliarden Dollar ein. Mehr Wallets halten RLUSD, aber weniger Geld bewegt sich tatsächlich durch das System.

Warum XRP nicht mitzieht

Analysten verweisen auf ein strukturelles Problem: Ripples Unternehmensnews und die Angebotsmechanik von XRP laufen zunehmend auseinander. Die XRP Ledger trägt zwar mehr RLUSD als jedes andere Netzwerk. Die Gebührenverbrennung hat in vierzehn Jahren aber gerade einmal 0,014 Prozent des XRP-Angebots vernichtet.

Beide Neuigkeiten nützen also in erster Linie Ripples Stablecoin-Geschäft — nicht dem Token selbst. Investoren registrieren das seit einiger Zeit: Konzernmeldungen bewegen den XRP-Kurs längst nicht mehr so wie früher. RLUSD trägt selbst zu dieser Entkopplung bei. Große Firmen können Zahlungen heute über einen dollarbesicherten Stablecoin abwickeln, statt volatile Kryptowährungen zu kaufen. Unternehmensfortschritt garantiert damit keine Kursgewinne mehr.

Manche Marktbeobachter sehen dennoch langfristiges Potenzial. Der Notabene-Deal bringt RLUSD vor 2.300 Institutionen, weitere sollen in den kommenden Quartalen folgen. Sobald diese Institutionen RLUSD aktiv bewegen, würde der Großteil des Datenverkehrs über die XRP Ledger laufen — sie hält schließlich den größten Anteil am Angebot. Jeder Transfer verbrennt einen Bruchteil eines Cents in XRP. Mehr Nutzung würde damit eine Verbrennungsrate beschleunigen, die vierzehn Jahre lang kaum messbar war.

Der breitere Markt zählt mehr als Ripple-News

XRP folgt derzeit stärker der allgemeinen Kryptostimmung als unternehmensspezifischen Entwicklungen. Beide Ripple-Ankündigungen vom 23. Juli hat der Markt bislang nicht eingepreist, während der Token knapp über seinem 20-Tage-Durchschnitt bei 1,11 Dollar verharrte.

Mit einem Abstand von 69 Prozent zum Jahreshoch von 3,55 Dollar aus dem Juli 2025 bleibt der langfristige Abwärtstrend intakt. Gleichzeitig liegt der aktuelle Kurs nur rund 8 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 1,01 Dollar vom Juni. Ob XRP aus dieser engen Spanne ausbricht oder das gescheiterte Chartmuster eine längere Konsolidierung einläutet, bleibt in den kommenden Wochen zu beobachten.

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