XRP: Optionsmarkt startet, Kurs kämpft

XRP kann nun über die Flare-Blockchain als Sicherheit für Optionen dienen, während der Kurs um 1 Dollar schwankt und der CLARITY Act verschoben wurde.

Die Kernpunkte:
  • Neue Optionsmärkte über Flare-Bridge
  • Kurs kämpft um 1-Dollar-Marke
  • ETF-Zuflüsse brechen um 93 Prozent ein
  • CLARITY-Abstimmung auf September verschoben

Während sich der XRP-Kurs an der psychologisch wichtigen Marke von 1,00 Dollar festbeißt, öffnet sich für Anleger ein neues Kapitel: Über die Flare-Blockchain lässt sich XRP jetzt erstmals als Sicherheit für Optionen und unbefristete Futures nutzen. Die Infrastruktur kommt spät, könnte aber genau dann wichtig werden, wenn der Token fundamentale Unterstützung am dringendsten braucht.

Neue Derivate-Infrastruktur über Flare

Über die FAssets-Bridge von Flare können XRP-Halter ihre Token in FXRP umwandeln, einen ERC-20-Token, der XRP auf der Flare-Chain abbildet. Dieses FXRP lässt sich nun auf der dezentralen Börse Derive als Sicherheit hinterlegen, um Optionen und Perpetual Futures zu handeln. Abgerechnet wird in USDC statt in XRP selbst – Gewinne aus Optionsgeschäften zahlt Derive in der Dollar-Stablecoin aus, während das FXRP als Sicherheit hinterlegt bleibt.

Für Derive-Gründer Nick Forster schließt das eine Lücke: Optionsmärkte entstünden für ein Asset meist zuletzt, XRP habe lange auf diese Infrastruktur gewartet. Wer XRP hält, kann sich damit gegen Kursverluste absichern, durch den Verkauf von Optionen Prämien einnehmen oder gezielt auf Kursbewegungen spekulieren. Bereits Anfang des Monats hatte die DeFi-Risikofirma Sentora FXRP als Sicherheit im RLUSD-Main-Tresor des Kreditprotokolls Morpho zugelassen – XRP-Halter können seither Ripples RLUSD-Stablecoin leihen, ohne ihre Token zu verkaufen.

Der Kurs bleibt unter Druck

Die neue Derivate-Anbindung trifft auf einen Markt, der derzeit wenig Rückenwind zeigt. XRP notiert um die Marke von 1,00 Dollar, nachdem der Token erstmals seit November 2024 den Wochenschluss unterhalb von 1,04 Dollar beendet hat – eine Linie, die zuvor jede Woche gehalten hatte. Vom Januarhoch bei 3,40 Dollar hat XRP damit einen erheblichen Teil seines Werts eingebüßt.

Die Nachfrageseite schwächelt parallel dazu. Die US-Spot-ETFs verzeichneten in der Woche bis zum 8. August nur noch minimale Nettozuflüsse – ein Rückgang von rund 93 Prozent gegenüber der Vorwoche. Das verwaltete Vermögen der Fonds sank in der Folge auf etwa 950 Millionen Dollar. Auffällig: Die Aktivität im XRP Ledger selbst brach binnen weniger Tage um 44 Prozent ein, von 2,81 Millionen auf 1,57 Millionen Transaktionen.

Ein wesentlicher Belastungsfaktor bleibt der politische Kalender. Die Abstimmung über den CLARITY Act, der den regulatorischen Status von XRP als Rohstoff im US-Bundesrecht festschreiben würde, wurde auf den 15. September verschoben. Goldman Sachs meldete zwar eine Position von 153,8 Millionen Dollar über vier Spot-ETFs und ist damit der größte institutionelle Halter – das große Geld positioniert sich also durchaus, bleibt aber an den politischen Zeitplan gebunden.

Unterhalb von 1,00 Dollar öffnet sich charttechnisch der Weg Richtung 0,92 bis 0,94 Dollar. Nach oben müssten Käufer zunächst die Marke von 1,04 Dollar zurückerobern, der eigentliche Widerstand liegt erst nahe 1,09 Dollar. Bis zur Abstimmung im September dürfte der Kurs damit maßgeblich vom Zusammenspiel aus Fonds-Zuflüssen und Netzwerkaktivität abhängen – während die neue Optionsinfrastruktur über Flare zumindest neue Wege bietet, bestehende Positionen abzusichern.

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