XRP: Partnerschaften ohne Kaufgarantie?

XRP-ETFs verzeichneten 1,84 Millionen US-Dollar Nettoabflüsse; mehrere neue Kooperationen betreffen vor allem RLUSD.

Die Kernpunkte:
  • 13 Wochen mit Zuflüssen endeten
  • XRP-ETFs meldeten 1,84 Millionen Dollar Abflüsse
  • Privy-Wallets unterstützen XRP und RLUSD
  • Weitere Kooperationen fokussieren RLUSD-Zahlungen

Neue Partnerschaften rund um Ripple und den XRP Ledger bedeuten nicht automatisch zusätzliche Nachfrage nach XRP. Das verdeutlichen die gestern gemeldeten Nettoabflüsse aus US-Spot-ETFs auf XRP: In der am Freitag beendeten Woche flossen Medienberichten zufolge 1,84 Millionen US-Dollar ab. Damit endete eine Serie von 13 Wochen mit Nettozuflüssen. Für Anleger zählt deshalb, welche angekündigten Anwendungen XRP ausdrücklich einbeziehen und welche ausschließlich den Stablecoin RLUSD betreffen.

Fondsnachfrage und Netzwerknutzung unterscheiden

Die Abflüsse markieren einen Richtungswechsel bei den wöchentlichen Fondsbewegungen. Sie belegen allerdings weder einen dauerhaften Rückzug der Anleger noch eine geringere Nutzung des XRP Ledger. Dafür liefert eine einzelne Berichtswoche keine belastbare Grundlage.

Umgekehrt lassen sich Partnerschaften für Zahlungsabwicklung oder Verwahrung nicht unmittelbar als Kaufnachfrage nach XRP interpretieren. Entscheidend ist der jeweilige Gegenstand der Vereinbarung. Gerade die jüngsten Ankündigungen unterscheiden sich darin deutlich.

Neue Wallets beziehen XRP ausdrücklich ein

Einen konkreten Bezug zum Token hat die am 13. Oktober angekündigte Partnerschaft zwischen Ripple und Privy. Medienberichten zufolge sollen programmierbare Wallets für den XRP Ledger in Anwendungen eingebunden werden. Diese unterstützen ausdrücklich XRP, RLUSD und weitere Vermögenswerte auf dem Ledger.

Damit betrifft diese Vereinbarung nicht allein die Infrastruktur für einen Stablecoin. XRP gehört zu den vorgesehenen unterstützten Vermögenswerten. Eine bezifferte zusätzliche Nachfrage lässt sich daraus jedoch nicht ableiten: Die Ankündigung beschreibt den Zugang über Anwendungen, keinen zugesagten Erwerb von Token.

Für die Einordnung ist dieser Unterschied zentral. Technische Unterstützung schafft eine Nutzungsmöglichkeit; sie ist noch kein Nachweis dafür, in welchem Umfang Anwender diese tatsächlich einsetzen.

RLUSD-Ausbau ist kein XRP-Kaufprogramm

Am Freitag kündigte Cross River Bank an, Ripples RLUSD auf dem XRP Ledger in ihre Kernbankplattform integrieren zu wollen. Berechtigte Fintech-Kunden sollen dadurch RLUSD-Zahlungen über eine Programmierschnittstelle nutzen können. Die Ankündigung betrifft die Abwicklung mit RLUSD und nennt keine Verpflichtung zur Verwendung von XRP.

Auch die am 14. Oktober von Ripple und DriveWealth bekannt gegebene Partnerschaft setzt zunächst bei RLUSD an. Nach Angaben von Ripple soll dessen Abwicklung auf der Investmentplattform in Europa beginnen. Eine Ausweitung auf die USA ist als Möglichkeit vorgesehen.

Hinzu kommt die am 12. Oktober gestartete institutionelle Verwahrung von RLUSD durch Standard Chartered über seine Niederlassung im Dubai International Financial Centre. Auch dabei handelt es sich nicht um einen gemeldeten XRP-Kauf.

Die Anlegerperspektive bleibt damit zweigeteilt: Die Partnerschaften erweitern angekündigte Zugangs- und Nutzungsmöglichkeiten. Ob daraus zusätzliche XRP-Nachfrage entsteht, muss für jede Anwendung gesondert beurteilt werden. Die jüngsten ETF-Abflüsse liefern dafür ein eigenständiges Nachfragesignal — keinen Maßstab für sämtliche Aktivitäten auf dem Ledger.

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