XRP: Regulierungshoffnung zerplatzt

Nach dem gescheiterten Senatsvotum verlor XRP rund 10 Prozent. Zugleich rückt ein mögliches Upgrade des XRP Ledgers technisch näher.

Die Kernpunkte:
  • Senatsvotum scheitert an Verfahrenshürde
  • XRP sinkt auf 1,29 US-Dollar
  • Krypto-Zwangsverkäufe erreichen 770 Millionen
  • Batch-Upgrade benötigt eine Validator-Stimme

Der Senat hat den Clarity Act nicht durch die entscheidende Verfahrenshürde gebracht. Für XRP war das der schwerste Schlag seit Monaten: Der Token brach um rund 10 Prozent ein und fiel auf 1,29 US-Dollar. Es war der größte Tagesverlust seit Anfang Februar.

Ethikregeln kippen den Kompromiss

Mit 49 zu 50 Stimmen scheiterte die Abstimmung deutlich an der nötigen Schwelle von 60 Stimmen. Mehrere Republikaner verweigerten die Zustimmung, obwohl Unterhändler zuvor mehr als 600 Seiten Kompromisstext ausgearbeitet hatten. Zum Kipppunkt wurden Ethikregeln für Regierungsvertreter mit wirtschaftlichen Interessen im Kryptosektor.

Die demokratische Senatorin Elissa Slotkin begründete ihre Ablehnung mit zu schwachen Ethikbestimmungen. Sie verwies zusätzlich auf Bedenken bei Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie auf eine aus ihrer Sicht unzureichende personelle Ausstattung der Commodity Futures Trading Commission. Damit bleibt der jahrelange Versuch, einen umfassenden regulatorischen Rahmen für digitale Vermögenswerte zu schaffen, vorerst blockiert.

Der gesamte Kryptomarkt reagierte nervös. Bitcoin gab knapp 3 Prozent auf 75.789 US-Dollar nach, Ethereum verlor 3,8 Prozent auf 2.399 US-Dollar. Innerhalb von nur 20 Minuten nach der Abstimmung wurden Krypto-Long-Positionen im Wert von 300 Millionen US-Dollar liquidiert, binnen 24 Stunden summierten sich die Zwangsverkäufe laut Marktdaten auf 770 Millionen US-Dollar.

Mit dem Rückschlag im Senat wandert die Aufmerksamkeit nun zurück zu SEC und CFTC. Beide Behörden arbeiten bereits an eigenen regulatorischen Rahmenwerken für Kryptowährungen und tokenisierte Wertpapiere — eine Verabschiedung des Clarity Act noch in diesem Jahr gilt nach dem jüngsten Scheitern als äußerst unwahrscheinlich.

Technisches Update im Hintergrund

Während die Regulierungsfront stockt, tut sich beim XRP Ledger etwas auf technischer Seite. Für die überarbeitete Batch-V1.1-Erweiterung fehlt nur noch eine einzige Validator-Stimme, um die für die Aktivierung nötige Zustimmung von 80 Prozent zu erreichen. Sobald diese Schwelle erreicht ist, startet ein 14-tägiger Countdown bis zur möglichen Aktivierung des Upgrades.

Der Kursverlust relativiert das Ausmaß der aktuellen Marktbewegung: XRP notiert nach dem Rücksetzer noch immer rund 64 Prozent unter seinem Allzeithoch von 3,66 US-Dollar, das im Juli 2025 erreicht wurde. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Validator-Abstimmung zum Batch-Upgrade dem Token wenigstens auf technischer Ebene neue Impulse liefert, während die politische Front in Washington vorerst blockiert bleibt.

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