XRP: Ripple entsperrt eine Milliarde Token

XRP-ETFs verbuchen starke Zuflüsse, während Ripple eine Milliarde Token freigibt und die Senatsabstimmung zum CLARITY Act offen bleibt.

Die Kernpunkte:
  • Ripple gibt eine Milliarde XRP frei
  • XRP-ETFs sammeln 110,49 Millionen Dollar
  • Goldman Sachs hält XRP-ETF-Anteile
  • Senatsvotum zum CLARITY Act offen

Ripple entsperrt heute eine Milliarde XRP aus seinem Escrow-Konto – ein monatlicher Routinevorgang, der die Anleger dennoch nervös macht. Gleichzeitig verzeichnen die im Sommer gestarteten Spot-ETFs auf XRP die stärkste Woche seit ihrer Auflage. Beide Entwicklungen prallen aufeinander und erklären, warum der Kurs trotz institutioneller Nachfrage nicht vom Fleck kommt.

XRP notiert aktuell bei 1,38 US-Dollar und verliert im Tagesvergleich 0,7 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Minus von 6,8 Prozent zu Buche, während sich der Kurs auf Monatssicht um 30 Prozent verbessert hat. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 3,18 US-Dollar, erreicht am 14. September vergangenen Jahres, beträgt weiterhin 57 Prozent.

Ripple-Freigabe trifft auf Rekordzuflüsse

Von den entsperrten Token fließt üblicherweise nur ein Bruchteil in den freien Umlauf zurück, der Rest wandert direkt zurück ins Escrow. Für die vergangene Handelswoche bis zum 28. August meldeten Marktbeobachter ETF-Zuflüsse von 110,49 Millionen US-Dollar – die stärkste Woche des laufenden Jahres und die größte seit neun Monaten. Das kumulierte Zuflussvolumen der Fonds seit Auflage liegt bei 1,66 Milliarden US-Dollar, das verwaltete Nettovermögen bei 1,44 Milliarden US-Dollar. Damit bleibt der ETF-Bestand allerdings unter zwei Prozent der insgesamt umlaufenden XRP-Menge – die Fonds sind Nachfragetreiber, aber noch kein dominanter Marktfaktor.

Unter den Käufern sticht Goldman Sachs hervor: Die Bank hält nach eigenen Angaben mehr als 86 Millionen US-Dollar über fünf verschiedene Spot-XRP-ETFs, verteilt auf mehrere Anbieter. Nach Marktbeobachtungen entfallen rund 93 Prozent der jüngsten Zuflüsse auf die drei Anbieter Bitwise, Canary und Franklin Templeton.

Politisches Datum als zweiter Kurstreiber

Neben der Token-Freigabe richtet sich der Blick der Anleger auf den 15. September. An diesem Tag stimmt der US-Senat über einen Verfahrensantrag zum CLARITY Act ab, der die Zuständigkeiten von SEC und CFTC für Kryptowerte klären soll.

Für die Abstimmung sind 60 Stimmen nötig, die Republikaner verfügen über 53 Sitze und benötigen damit sieben demokratische Stimmen. Das Repräsentantenhaus hatte dem Gesetz bereits im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen zugestimmt, der Bankenausschuss des Senats folgte im Mai mit 15 zu 9 Stimmen.

Coinbase-Chef Brian Armstrong hat sich öffentlich für das Gesetz ausgesprochen und erhofft sich davon klare Vorteile für die Branche und für amerikanische Nutzer. Eine gemeinsame Studie der National Cryptoasset Association beziffert die aktuelle Beschäftigungswirkung der Kryptobranche in den USA auf 232.000 Arbeitsplätze – wobei damit der bestehende, nicht ein durch das Gesetz neu geschaffener Bereich gemeint ist.

Charttechnik bleibt angespannt

Auf technischer Ebene hält sich der Kurs derzeit über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1,15 US-Dollar, was einem Abstand von 20 Prozent entspricht und die jüngste Erholungsbewegung unterstreicht. Der Relative-Stärke-Index wird von verschiedenen Beobachtern uneinheitlich zwischen 45 und 63 verortet, was auf eine noch unentschiedene Marktlage hindeutet.

Parallel dazu wird auf der XRP Ledger über zwei neue Funktionen abgestimmt, die feste, teils unbesicherte Kredite über sogenannte Single Asset Vaults ermöglichen sollen – für eine Aktivierung ist eine Zustimmung von mehr als 80 Prozent der Validatoren über zwei Wochen hinweg erforderlich, aktuell liegt die Unterstützung bei 34 beziehungsweise 37 Prozent.

Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Strukturell steigt die institutionelle Nachfrage über die ETFs spürbar, während die Token-Freigabe kurzfristig Angebotsdruck erzeugt und die politische Entscheidung im Senat weiterhin unklaren Ausgang hat.

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