XRP: Ripple gibt 1 Milliarde Token frei

Ripple gibt eine Milliarde XRP frei, während ETF-Mittel zufließen und US-Regulierer neue Börsenregeln beschließen. Der Rechtsstatus bleibt offen.

Die Kernpunkte:
  • Ripple löst eine Milliarde XRP aus
  • XRP-ETFs verbuchen positive Nettozuflüsse
  • SEC genehmigt neue Nasdaq-Regel
  • Senatsabstimmung zum Digital Asset Act

Ripple hat Anfang September turnusgemäß eine Milliarde XRP aus dem Escrow freigegeben. Die Freigabe erfolgte am 1. September in drei Tranchen zu 500, 400 und 100 Millionen Token und reduzierte den verbleibenden Bestand im Escrow auf 31,28 Milliarden XRP. Es handelt sich um den monatlichen Routinevorgang, den Ripple seit Jahren praktiziert – dennoch bleibt er ein viel beachteter Termin für Anleger, weil er die potenziell verfügbare Angebotsmenge am Markt beeinflusst.

Parallel dazu verzeichneten die in den USA gelisteten XRP-ETFs am 9. September Nettozuflüsse von rund 12,29 Millionen Dollar. Es war bereits der zweite Tag in Folge mit positiven Flows, was auf eine gewisse Stabilisierung des institutionellen Interesses hindeutet. Diese Zuflussserie fällt zeitlich mit der Erholung des Kurses zusammen, der aktuell bei 1,40 Dollar notiert und damit 2,5 Prozent über dem Vortagesniveau liegt.

Aufsichtsrechtliche Weichenstellung ohne unmittelbare Klassifizierung

Die US-Börsenaufsicht SEC hat am 9. September die Regel 5711(d) für die Nasdaq Texas genehmigt. In der zugehörigen Verfügung mit der Nummer 34-106268 dient XRP als Beispiel für sogenannte Commodity-Based-Trust-Shares.

Die Order verändert die Notierungsstandards der Börse, schafft aber laut Medienberichten keine bundesweite Einstufung von XRP als Ware. Für Anleger bedeutet das: Der regulatorische Rahmen bewegt sich, eine endgültige Klärung des rechtlichen Status steht jedoch weiterhin aus.

Netzwerk-Update als zusätzlicher Faktor

Auf technischer Ebene rückt zudem das Update XRPL 3.3.0 in den Fokus. Es befindet sich seit dem 3. September in einem zweiwöchigen Aktivierungsfenster, eine Aktivierung war für den 11. September denkbar, vorbehaltlich der Zustimmung der Validatoren. Solche Netzwerk-Updates haben in der Vergangenheit selten unmittelbare Kursreaktionen ausgelöst, gelten aber als Indikator für die fortlaufende Weiterentwicklung des Ripple-Ökosystems.

Ausblick auf den nächsten regulatorischen Termin

Als nächster größerer Katalysator gilt die für den 15. September angesetzte Cloture-Abstimmung des US-Senats zum Digital Asset Market Clarity Act. Der Ausgang dieser Abstimmung könnte die regulatorische Einordnung von Digitalwerten in den USA maßgeblich beeinflussen und damit auch die Perspektive für XRP mitbestimmen.

Insgesamt zeigt sich XRP derzeit in einer Phase, in der operative Routinevorgänge, aufsichtsrechtliche Detailentscheidungen und institutionelle Kapitalflüsse gleichzeitig auf den Kurs einwirken.

Der jüngste Wertzuwachs von 40 Prozent innerhalb der vergangenen 30 Tage unterstreicht, dass sich die Stimmung nach den schwächeren Vormonaten spürbar aufgehellt hat, auch wenn die Marke von 3,18 Dollar aus dem vergangenen September noch deutlich entfernt bleibt.

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