XRP: Ripple plant institutionelle Kreditvergabe
Ripple bereitet neue Kreditfunktionen auf dem XRP Ledger vor, während XRP unter Makrodruck gerät und die ETF-Zuflüsse nachlassen.

- Institutionelle Kredite auf XRPL geplant
- Upgrade auf XRPL 3.4.0 vorbereitet
- XRP verliert 5,1 Prozent wöchentlich
- ETF-Zuflüsse am Freitag vollständig gestoppt
Ripple setzt auf ein neues Geschäftsfeld für seine Blockchain: institutionelle Kreditvergabe direkt auf der XRP Ledger. Der Produktverantwortliche des Unternehmens bezeichnete diese Funktion am Freitag als „Killer-Anwendungsfall“ für das Netzwerk. Die neuen Lending-Features sollen institutionelles Finanzwesen onchain bringen und damit ein Geschäftsfeld erschließen, das über den reinen Zahlungsverkehr hinausgeht.
Parallel dazu bereitet Ripple ein technisches Upgrade vor, das dieses Vorhaben untermauert. In der Woche ab dem 19. September soll das XRPL Lending Protocol v1.1 mit dem Upgrade auf XRPL 3.4.0 ausgerollt werden.
Neue Funktionen wie MemoData für Vault-Transaktionen sollen die On-Chain-Kreditvergabe technisch erweitern. Das Unternehmen erläuterte zudem die regulatorische Struktur seines Stablecoins RLUSD, während Institutionen ihn für Zahlungsverkehr und Treasury-Management prüfen.
Der Kurs reagiert auf diese Ankündigungen bislang verhalten. XRP notiert bei 1,34 US-Dollar und verliert am heutigen Sonntag 1,2 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Minus von 5,1 Prozent zu Buche – seit dem Senatsvotum über den CLARITY Act am vergangenen Mittwoch hat sich der Abwärtsdruck spürbar verstärkt. Über 30 Tage bleibt die Bilanz mit einem Plus von 33 Prozent dennoch deutlich positiv, was zeigt, wie volatil die jüngste Entwicklung verläuft.
Makrodaten belasten die Stimmung zusätzlich
Die negative Kursreaktion lässt sich auch mit dem gesamtwirtschaftlichen Umfeld erklären. Die Funding Rate für XRP fiel am Freitag auf minus 0,0094 Prozent – der negativste Wert seit dem 28. Juni. Auslöser war eine Kerninflation, die mit 0,3 Prozent im Monatsvergleich über den erwarteten 0,2 Prozent lag. Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im September stieg an den Prognosemärkten daraufhin auf 83 Prozent.
Der ETF-Zufluss bei XRP-Produkten kam am Freitag vollständig zum Erliegen, nachdem am Dienstag noch 12,29 Millionen US-Dollar und am Mittwoch 5,14 Millionen US-Dollar in die Fonds geflossen waren. Gleichzeitig verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs vier aufeinanderfolgende Tage mit Abflüssen.
Auf Wochensicht bis zum 7. September hatten US-Spot-XRP-ETFs allerdings noch 110,49 Millionen US-Dollar an Zuflüssen eingesammelt, was die kumulierten Zuflüsse auf rund 1,79 Milliarden US-Dollar hob.
Regulatorisches Umfeld bleibt gemischt
Die Nasdaq-Texas-Börse hat XRP im September neben Bitcoin, Ether und Solana explizit als digitalen Vermögenswert genannt, der die Standards für rohstoffbasierte Trusts erfüllt.
Krypto-Trusts dürfen damit mindestens 85 Prozent in solchen qualifizierenden Vermögenswerten halten. Diese regulatorische Anerkennung steht im Kontrast zu den schwindenden Erwartungen an den CLARITY Act: Die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung bis Jahresende ist auf 18 bis 22 Prozent gefallen, nachdem sie zu Jahresbeginn noch bei 82 Prozent gelegen hatte.
Auf technischer Ebene hat die XRPL-Community derweil grünes Licht für ein weiteres Update gegeben. Das Amendment fixCleanup3_3_0 erhielt 82,86 Prozent Validator-Unterstützung und befindet sich im zweiwöchigen Aktivierungsfenster, mit einer möglichen Aktivierung bereits ab dem 11. September.
Anleger dürften die kommenden Wochen genau beobachten, ob die institutionelle Kreditvergabe auf der XRPL tatsächlich neue Nachfrage generiert – oder ob makroökonomischer Gegenwind und die schwindenden Aussichten auf regulatorische Klarheit die Oberhand behalten.
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