XRP: Ripple Prime startet Delta-One-Geschäft

Ripple Prime erweitert sein Angebot für Institutionelle, während Evernorths XRP-Pläne voranschreiten und der Kurs an der 1,50-Dollar-Marke stockt.

Die Kernpunkte:
  • Delta-One-Angebot für US-Aktien gestartet
  • Mehr als eine Milliarde Dollar Kapital
  • Evernorth erhält SEC-Freigabe für Registrierung
  • XRP bleibt unter 1,50 Dollar

Ripple treibt seine Expansion über das reine Krypto-Geschäft hinaus voran. Die Tochtergesellschaft Ripple Prime hat ihr neues Delta-One-Geschäft für US-Aktienderivate gestartet und bietet institutionellen Kunden nun Total Return Swaps auf US-Aktien, Indizes und digitale Assets aus einer Hand an.

Für Anleger ist das ein Signal: Ripple baut die Infrastruktur, um klassische Finanzmärkte und Kryptowelt enger zu verzahnen – parallel dazu bleibt der XRP-Kurs an charttechnischen Marken hängen.

Delta-One-Start mit über einer Milliarde Dollar Kapitaldecke

Das neue Angebot erlaubt Hedgefonds, Market Makern und ETF-Emittenten, Basiswerte nahezu 1:1 über Swap-Konstruktionen abzubilden, inklusive Cross-Margining zwischen Aktien- und Digital-Asset-Positionen. Ripple Prime verfügt nach eigenen Angaben über ein regulatorisches Netto-Kapital von mehr als einer Milliarde Dollar.

Finanziert wurde der Ausbau unter anderem über eine Kreditfazilität von 200 Millionen Dollar im Mai und Senior Notes über 275 Millionen Dollar, die am 18. August platziert wurden. Fundament des Geschäfts ist die im Oktober 2025 abgeschlossene Übernahme von Hidden Road für 1,25 Milliarden Dollar.

Parallel zur Produktoffensive kommt Bewegung in die Treasury-Strategie rund um XRP: Evernorth Holdings hat von der US-Börsenaufsicht SEC die Wirksamkeitserklärung für ihre Form-S-4-Registrierung erhalten. Damit rückt der Plan näher, über eine Fusion mit der Armada Acquisition Corp.

II an die Nasdaq zu gehen – unter dem Ticker XRPN. Die Aktionäre von Armada stimmen am 30. September darüber ab, ein Abschluss wird für das dritte oder vierte Quartal 2026 angestrebt. Gelingt die Transaktion, entstünde nach eigenen Angaben das größte börsennotierte XRP-Treasury-Vehikel mit mindestens 473 Millionen XRP im Bestand.

Hinter dem Vorhaben stehen Investoren wie Arrington Capital, SBI Group, Ripple selbst, Pantera Capital, Kraken und GSR. Ripple-Geschäftsführer Asheesh Birla erklärte laut Berichten, institutionelle Finanzströme würden zunehmend on-chain abgebildet, und Evernorth solle die Rolle von XRP dabei beschleunigen.

Kurs kämpft trotz Rekordzuflüssen mit Widerstand

Der XRP-Kurs notiert aktuell bei 1,43 US-Dollar und liegt damit rund 27 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1,13 Dollar – ein Hinweis auf die kräftige Erholung der vergangenen Wochen, die sich auch im 30-Tage-Plus von 34 Prozent zeigt.

Zum bisherigen Jahreshoch von 3,18 Dollar aus dem September fehlt allerdings noch gut die Hälfte der Strecke. Die jüngste Rally fällt mit Rekordzuflüssen in US-Spot-XRP-ETFs zusammen: Die kumulierten Nettozuflüsse erreichten zuletzt rund 1,566 Milliarden Dollar, getragen von Anbietern wie Bitwise und Franklin Templeton.

Trotzdem tut sich der Kurs schwer, nachhaltig über die Marke von 1,50 Dollar zu steigen – Beobachter verweisen auf steigenden Verkaufsdruck bei Derivaten und Abflüsse großer Wale von Handelsplätzen.

Auf technischer Ebene arbeitet Ripple zudem am Rückbau von Altlasten im XRP Ledger: Das Unternehmen empfiehlt der Community, die 2018 eingeführte XChainBridge-Erweiterung (XLS-38) zurückzuziehen, da die Integration mit dem Interoperabilitätsnetzwerk Axelar den ursprünglichen Anwendungsfall inzwischen abdeckt.

Mehr als 10.000 Codezeilen könnten dadurch entfallen. Zusätzlich hat Ripple ein KI-gestütztes Sicherheitsaudit des hauseigenen Lending-Protokolls über die Sherlock-Audit-Engine gestartet, ein Zeitplan dafür wurde bislang nicht veröffentlicht.

Für Anleger zeichnet sich damit ein zweigeteiltes Bild: Institutionell nimmt die Infrastruktur rund um XRP und Ripple spürbar Fahrt auf, während der Kurs selbst trotz Rekordnachfrage über ETFs an charttechnischen Hürden hängt.

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